Gewässerbeschreibung Dahme-Spree-Rundtour (Märkische Umfahrt)

Letzte Änderung: 1. August 2014

Kanufahren auf der Märkischen Umfahrt - eine beliebte Rundtour nach oben

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Um diese interessante Kanutour in Brandenburg, über die viele sprechen und die nicht ganz so viele ganz abpaddeln, ranken sich einige Gerüchte: es seien 200 Kilometer und einige Paddler hätten diese schon in fünf Tagen geschafft und ähnliches. Was sind die Fakten? Es sind ziemlich genau 179 Kilometer, und man kann diese Kanutour natürlich in viele Richtungen verlängern, da man ja in einem großen Seen- und Flussgebiet unterwegs ist. Rundtouren haben ihren eigenen Reiz, und diese ist lang genug, um aus dem Alltag komplett für eine gefühlt längere Zeit auszusteigen, auch wenn die konkrete Zeit überschaubar ist. Ein erholsamer Kurzurlaub läßt sich auf diese Weise gut realisieren.

An dieser Route kann man in Pensionen oder Hotels wohnen, man kann aber auch komfortable und weniger komfortable Zeltmöglichkeiten nutzen, je nach Geschmack. Daneben finden sich im Wasserwanderatlas TA5 noch Adressen für Übernachtungen in Kanu- und Ruderclubs, oft sehr empfehlenswert.

Die Umgebung ist zu 100% natürlich, auch am Rand der Großstadt, wo die Ufer dicht besiedelt sind. Wer hier paddelt, kann sehr einsame Flussabschnitte erleben oder auch Ufer mit protzigen Villen und an manchen Tagen viel Motorbootsverkehr. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, und wer über kein eigenes Kanu verfügt, findet einige engagierte Kanuvermieter, die für gute Ausrüstung und bei Bedarf auch für die Organisation einschließlich Übernachtungen sorgen.

Wer nicht die gesamte Dahme-Spree-Rundtour abpaddeln möchte, suche sich den Abschnitt heraus, der seinen Vorstellungen am ehesten entspricht: mit öffentlichen Verkehrsmitteln an- und abzureisen oder sich vom Gewässer abholen zu lassen dürfte keine allzu große Hürde sein, da man sich ja immer im näheren Umfeld Berlins befindet. Der Jübermann-Tourenatlas TA5 ist hierbei eine große Hilfe. Überhaupt sollte niemand ohne gutes Kartenwerk unterwegs sein, damit man jederzeit vernünftige Entscheidungen treffen kann, vor allem, wenn "etwas dazwischen kommt", sprich der ursprüngliche Plan nicht eingehalten werden kann. Erfahrene Wasserwanderer wissen, daß dies eher die Regel als die Ausnahme ist, denn es gibt immer Variablen, die man nicht vorher sehen kann, und dann ist es streßfreier, angemessen darauf reagieren zu können. Das gilt besonders für die Organisatoren, die sich kaum Freunde machen werden, wenn sie im entscheidenden Moment keine zufriedenstellende Antwort mehr haben. Das läßt sich durch eine gute Gewässerkarte vermeiden.

Charakter der Dahme-Spree-Roudtour nach oben

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Etwa die Hälfte dieser Kanutour wird durch die Spree bestimmt, und sie ist auf ihrer gesamten Länge, auf allen Abschnitten ein natürlich gebliebener Fluss. Trotz der Begradigungen kurvt sie fleißig durch die Landschaft, und sehr viele der Altarme sind noch einseitig an die Hauptspree angebunden. Andere sind wieder komplett integriert worden. Dort, wo die Spree durch Wiesen fließt, entsteht niemals der Eindruck der Kahlheit, es gibt zu 99,9% hohes, meist dichtes Ufergehölz in Form von Erlen, seltener von Weiden oder Pappeln, es kommen Wasserpflanzen und Sumpfpflanzen vielerlei Arten vor. Alle Bereiche mit geringer Fließgeschwindigkeit, also Altarme, Kurventeile und sonstige Buchten sind dicht mit Wasserpflanzen zugewuchert, so daß sehr viel Abwechslung geboten wird. Dort werden zu einem sehr großen Teil umgestürzte Bäume nicht geräumt.

Man spürt, daß die Tiere und Pflanzen hier noch sehr viel Raum zur Verfügung haben. Seerosen, Teichrosen, Wasserhahnenfuß, Tausendblatt, Schwanenblume, Froschbiß und sogar Flutender Hahnenfuß bewachsen alles, was geht und bieten vielen Fischarten Möglichkeit zum Laichen und damit zum Generationswechsel. Auch die übrige Tierwelt ist reichlich vertreten, von Bibern über Eisvögel bis zu Drosselrohrsängern, See- und Fischadler. Man sieht auch viele Neuntöter, und der Eichelhäher ist weit verbreitet, ebenso der Schwarzspecht sowie Blut- und Mittelspechte, seltener Grünspechte. Im Frühjahr ist auch die Nachtigall häufig zu hören, selten zu sehen.

Obwohl die gesamte Spree theoretisch von Motorbooten befahren werden darf, wenn auch auf langen Strecken nur für Anlieger, sieht man viel mehr von ihnen am Ufer liegen als herumfahren. An einzelnen Tagen wie Himmelfahrt und Pfingsten ist es ein wenig anders, aber es wird nicht gerast. Von den Ortschaften an der Spree sieht man dagegen eher weniger. Wir folgen der Spree immer flussabwärts und haben daher immer ein wenig, bisweilen sogar mitlere Strömung. Die Spree ist abschnittsweise richtig einsam.

Ein Zehntel der Kanutour, ggf. etwas mehr, fallen auf den Oder-Spree-Kanal. Hier gibt es noch ein wenig Berufsschifffahrt sowie mehr Yachtverkehr als auf der Spree. Dadurch, daß man dem Kanal viele Uferpflanzen läßt und daß es viele Altarme gibt sowie durch den Umstand, daß fast der gesamte Oder-Spree-Kanal bewaldet ist, wirkt er so natürlich wie es nur möglich ist und verwöhnt das Auge und Gemüt mehr, als man es vielleicht erwartet. Nur der Wind kann dem Paddler womöglich zu schaffen machen. Es gibt eine sehr geringe Strömung von der Oder abwärts. Fürstenwalde und Berkenbrück bieten Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten.

Der Großstadtteil wiederum erstreckt sich von Erkner bis hinauf nach Prieros, wenngleich die Geräuschkulisse bereits ab Königs Wusterhausen (Zernsdorf, Senzig und Kablow) deutlich abnimmt. Wir sind hier auf einer langgestreckten Seenkette (Dahmeseen) unterwegs, deren Ufervegetation und auch Tierwelt durchaus überraschend natürlich ausfallen, wo es aber auch sehr viel menschliche Aktivität  in jeglicher Form gibt. Auch die Seeufer sind zu einem großen Teil relativ dicht bewohnt, wenngleich aber auch kilometerweit Waldufer das Bild und Gefühl bestimmt. Wir paddeln hier am Rand der Großstadt durchaus auch durch ein uriges Naturschutzgebiet (Gosener Graben und am Hafen Gosen entlang, wer will auch Nordwestufer des Seddinsees). Es gibt Badestellen, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Hotels in großer Zahl, so daß man diesen Abschnitt mit gutem Willen gerne in Kauf nimmt, wenn man eine derartige Rundtour realisieren möchte. Auf diesen Abschnitten finden wir auch die meisten Ruder- und Kanuvereine. Für absolute Naturpuristen ist dieser Abschnitt natürlich nicht zu empfehlen.

Zu erwähnen wäre noch der Dahme-Abschnitt: zwischen dem Endes des Krüpelsees und Märkisch Buchholz paddeln wir auf der Dahme gegen eine im Sommer meist geringe Strömung an. Die Ufer sind bewaldet, die anfangs noch breite und eher stark befahrene Dahme wird aufwärts zusehends schmaler und immer natürlicher, und ab Hermsdorfer Schleuse sind wir inmitten wilder Natur und wähnen uns weit ab der Zivilisation. Man ist überrascht, wie schön es hier wirklich ist. Ab Märkisch-Buchholz sind wir nicht mehr auf der Dahme, sondern dem Dahme-Umflutkanal: die Dahme kommt aus Richtung Halbe und ist westlich Märkisch Buchholz ganzjährig gesperrt.

Generell gibt es auf der gesamten Strecke genügend Möglichkeiten um anzulanden und Pausen zu machen. Lediglich der Bereich Gosener Grabens läßt aus Gründen des Naturschutzes für mehrere Kilometer keinen Landgang zu.

Tourenstart in Märkisch-Buchholz nach oben

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Wer einen Vermieter als Reisepartner hat, muß keine Entscheidung mehr für den Tourenstart der Dahme-Spree-Rundtour treffen: er wird dort starten, wo der Vermieter seine Station hat, schon deshalb, um das Fahrzeug der An- und Abreise sicher unterbringen zu können, wenn man nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist. Das kann ebenso gut in Beeskow (Albatros-Outdoor im Spreepark-Beeskow), in Märkisch-Buchholz wie in Erkner sein, um einmal die üblichen Stationen zu nennen.

Wer selbst organisiert und eigene Kanus hat, hat die Qual der Wahl: wir empfehlen von einem der vielen Campingplätze zu starten, dann ist auch gleich die Übernachtung nach der vollzogenen Umrundung gewährleistet und meist kann man auf Campingplätzen sein Fahrzeug stehen lassen. Es gibt aber auch viele andere Möglichkeiten, Faltbootfahrer werden sich nach Bahnanschlüssen richten etc.

Wir wählen als Ort für den Start Märkisch-Buchholz, da dann schon zwei Umtragen mit schweren Loren wegfallen: man setzt einfach oberhalb des südlichen Wehrs in den Dahme-Umflut-Kanal ein und kommt unterhalb des Kaskadenwehrs wieder an, wo man an einem bequemen Holzsteg aussetzen kann. Wer am Ende der Kanutour noch übernachten möchte, kann dies 500 Meter vorher auf dem Wasserwanderrastplatz tun.Wer noch keine Kanu hat, kann sich hier vor Ort bei Herrn Siegmar Krüger, Kanusport-Dahmeland, bestens versorgen lassen. Das gilt natürlich auch für Kurz - oder Tagestouren. Der Spreewald ist hier ja auch nah, nebenbei bemerkt.

Die ersten 3,5 Kilometer Dahme-Umflut-Kanal bis zum Köthener See paddeln wir gegen kaum merkbare Strömung (Sommerbedingungen) durch Kiefernwald. Es gibt zunächst noch einige Bootsanleger und Wochenendhäuser, dann herrscht Einsamkeit. Die Ufer sind zwar mit Schotter befestigt, aber komplett von Pflanzen überwuchert. Die letzten 500 Meter bis zum Köthener See wechselt die Vegetation fast vollständig: wir haben jetzt niedrige, unbefestigte Sumpfufer, statt Kiefern haben Erlen und Weiden das Sagen. Schilf erscheint und Sumpffarn, dann sind wir schon im See. Wir paddeln auch gleich links wieder aus dem Köthener See heraus, der weitere Dahme-Umflut-Kanal ist noch 3,5 Kilometer lang. (Der See-Ausgang weiter südlich würde uns über den Randkanal nach Groß Wasserburg im Unterspreewald führen, wo es einen guten Wasserwanderrastplatz gibt). Durch Wiesen, aber mit Ufern, die mit Gehölzen bestanden sind, paddeln wir unser Kanu bis zur Doppelschleuse Leibsch, wobei wir kurz vorher nahe dem Örtchen "Damm" noch die Straßenbrücke der B179 unterqueren. Hier befindet sich auch eine Anlegemöglichkeit und ein Pausenplatz mit Überdachung.

Von Märkisch-Buchholz bis zur Schleuse Leibsch haben wir 9,3 Kilometer Dahme hinter uns und damit den Part mit Gegenströmung vorerst beendet. Die Detailzeichnung unseres Tourenatlas TA5 zeigt uns, daß wir es hier mit gleich zwei Schleusen zu tun haben: die erste benötigen wir, um auf das letzte Niveau des Puhlstroms bzw. der Spree zu kommen, die aus dem nahen Spreewald herunter und kurz vor dieser Schleuse zusammen fließen. Die zweite Schleuse benötigen wir, um auf das Niveau der folgenden Spree in Richtung Neuendorfer See, Schwielochsee und Beeskow zu kommen.

Die Schleusen sind als Stemmtorschleusen ausgeführt und relativ einfach zu bedienen. Wer allein paddelt, muß sein Kanu locker in der Schleusenkammer befestigen und zur Bedienung hochsteigen. Der Schleusenplatz kann auch gut als Pausenplatz genutzt werden. Die Betontreppen zum Anlegen vor den Schleusen wurden durch Plastikbretteraufdoppelungen entschärft.

Unterhalb der Schleuse kann man schon Motorboote antreffen, obwohl die Spree hier nur ein schmaler Fluss von etwa 14 Meter Breite ist. Sie fließt mit 1 bis 3 km/h, mäandert etwas und weist einige Altarme auf. Es ist ruhig, rechts und links sind Wiesen und direkt an den Ufern wachsen hohe Erlen samt der üblichen Ufervegetation. Wir befinden uns im Biosphärenreservat Spreewald, haben nach gut drei Kilometer das Dorf Neuendorf erreicht. Hier finden wir einen 1020 neu errichteten Wasserwanderrastplatz der Gemeinde. Paddeln wir weiter, sind wir auf dem schön zerklüfteten Neuendorfer See. Hier finden wir einige Campingplätze, die zu Übernachtungen und Aufenthalt einladen.

Der Neuendorfer See zeigt sich uns ein wenig zerklüftet, wir paddeln an Halbinseln vorbei, sehen an den Ufern einige Campingplätze. Nach etwa 3,5 Kilometern biegen wir rechts wieder in die Spree ein und sind bald in Alt Schadow angekommen, wo wir herunter schleusen müssen. Sind wir außerhalb der Schleusenzeiten hier, können wir an Holzstegen und einem etwa 200 Meter langen schmalen Weg umtragen.

Alt Schadow bis Kossenblatt nach oben

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Die Schleusentore sind schmal, die Wände sind als sehr schräge gepflasterte Böschung ausgeführt. Eine Hirnholz-Treppe führt von der Seite die Schleusenböschung hinunter, sehr urig ist es hier, wenigstens 100 Jahre alt. Eine solche Anlage verdient es bewahrt zu werden!.

Die nächsten 5,5 Kilometer fließt unsere Spree durch eine Wiesenniederung mit Baumufern, in kleinerer Entfernung sehen wir bewaldete Hügel rechts und links. Laut unserer Wasserwanderkarte steigen sie bis auf Höhen zwischen 65 und 110 Metern auf. Unser Eindruck der Umgebung ist von purer Natur geprägt, die Spree kurvt bei etwa 15 Meter Breite. Rechts und links liegen alle paar hundert Meter Nebenarme, in denen sich auffallend oft Schwäne und Graureiher aufhalten.

Etwa 500 Meter vor Werder mündet von rechts ein kleines Fließ ein, das wir für einen Spreealtarm halten könnten. Es handelt sich hier jedoch um die "Pretschener Spree", einen weiteren Spreearm, der aus dem Spreewald kommend im Frühjahr zwischen Neu Lübbenau und Schlepzig gepaddelt werden kann und schöne Naturerlebnisse verspricht. Im Sommer führt er zu wenig Wasser und verkrautet total.

Kurz vor Werder liegt links ein Anlegesteg: hier hat man einen Biwakplatz angelegt, es stehen eine Chemietoilette sowie mehrere überdachte und nicht überdachte Pausenmöglichkeiten zur Verfügung. Der Platz ist groß genug, um eine Gruppe beherbergen zu können. Im Dorf Werder gibt es zwei Restaurants, davon ist eines ein Hotel. Wir paddeln unter einer sehr solide gebauten Holzbrücke hindurch. 

Ab jetzt kurvt die Spree vorerst nicht mehr so stark, in einem Altarm links mündet ein schmaler Zufluss ein, der vom Gewässersystem Drobschsee/ Schwenowsee kommt und nur im Frühjahr gepadelt werden könnte. Kurze Zeit später erreichen wir das Wehr Kossenblatt mit der neu errichteten Schleuse. Hier können wir uns im Automatikbetrieb schleusen lassen oder der offiziellen Beschilderung folgen, die uns nach links zu einer Umtragestelle führt. Man sollte vermeiden, hier umtragen zu müssen und auf jeden Fall die Schleusenzeiten nutzen.

Wollten wir oder müßten wir diese Umtrage nutzen, hätten wir einen hohen rostigen Stahlanleger zur Verfügung und müßten eine Lore benutzen, die den Einsatz von mindestens zwei erwachsenen Männern erfordert. Normal anlanden und Bootswagen benutzen ist hier kaum möglich. Wir hoffen, daß diese Einrichtung bald Geschichte ist.

 Wenn man den hier beginnden Altarm der Spree paddelt, umfährt man zwar diese Schleuse, kommt aber unweigerlich zu einer anderen Staustufe, an der das Umtragen zwar möglich, aber alles andere als sicher und bequem ist. Ansonsten ist es hier nett, der Altarm führt uns durch schöne Natur und an Schloss Kossenblatt vorbei. Durch ein sehr schmales Fließ sind auch die beiden Seen "Kleiner Kossenblatter See" und "Großer Kossenblatter See" hier an das Spree-Gewässersystem angebunden.

Kurz unterhalb des Ausflusses dieses Spree-Altarms liegt rechts vor der Straßenbrücke der Biwakplatz von Kossenblatt, wo wir an einem mit Holz verbauten Ufer anlanden können, sei es zum Pausieren oder zum Übernachten. Es gibt eine schöne Schutzhütte, einige andere Sitzmöglichkeiten sowie eine Chemietoilette. Im Dorf können wir einen Imbiß besuchen und in einem Landmarkt einkaufen.

Kossenblatt bis Beeskow nach oben

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Von Kossenblatt bis Briescht windet sich die Spree wieder als 15 bis 20 Meter breiter Fluss durch eine schöne Wiesenlandschaft, es gibt immer noch viele Altarme und rechts sehen wir hinter den Wiesen den Wald stehen. Briescht kommt näher, wir erkennen eine Klappbrücke. Auch diese ist aus deftigem Holz gebaut, die Klappfunktion scheint nach Aussage eines Schildes intakt zu sein. Links könnten wir an einem Restaurant anlanden, ein paar Motorboote liegen an dörflichen Stegen.

Auf der Gewässerkarte ist eine große Spreeschleife zu erkennen, leider ist sie nicht mehr beidseitig an den Fluss angeschlossen (das soll aber noch kommen...!). Sie liegt nämlich direkt am Waldrand, das hätte vermutlich seinen besonderen Reiz. Es gibt noch weitere, kleinere Flussschleifen, dann erscheint rechts ein altes Gemäuer. Hier liegt sie also, die aufgegebene Schleuse vor Trebatsch. Alle alten Teile dieses Bauwerks sind bereits von Pflanzen besiedelt, von Gras über Farn bis hin zu Weiden, Birken und Erlen. Ein Hindernis stellt sie jedoch nicht dar, nur eine interessante Abwechslung.

Nicht weit hinter der Schleuse sehen wir rechts einen Anlegesteg und ein paar überdachte Tisch-Bank-Kombinationen: hier liegt der Biwakplatz Trebatsch, viel Rasen, alles gepflegt und eine Chemietoilette. Unter der folgenden Straßenbrücke kann man links an einem seichten sandigen Ufer leicht einsetzen. Hinter der Brücke liegen einige Restaurants, es gibt ein paar Anlegestege. Die Zahl der festgemachten Motorboote steigt, man merkt, daß der Schwielochsee nahe ist. Die Spree kurvt jetzt nicht mehr so stark, dafür nimmt sie an Breite zu. Rechts zweigt die "Alte Spree" ab, zusammen mit der "neuen Spree" und einem Schwielochseeteil bildet sie eine sehr sumpfige Insel, die zu einem Naturschutzgebiet deklariert ist. Die "Alte Spree" darf nicht mit Motorbooten befahren werden, ist jedoch wunderschön im Kanu zu paddeln.

Dann sind wir schon am Einfluss der Spree in den Teil des Schwielochsees, der "Glower See" genannt wird. Er ist etwa zwei Kilometer lang, es gibt zwei Campingplätze dort. Am Seeausgang paddeln wir durch eine Enge in den Leißnitzsee, der nur einen Kilometer lang ist. An dessen Ende wird eine winzige Personenfähre betrieben, der Anlegeplatz links taugt auch gut zu einem Pausenplatz.

Ab hier ist die Spree für etwa vier Kilometer ein ca. 100 Meter breiter Fluss oder ein 100 Meter schmaler See, je nach Betrachtungsweise. In Kummerow ändert sich das Bild, rechts liegt im Dorf der Biwakplatz, ausgestattet wie alle Biwakplätze hier an der Spree, und kurz darauf ist die Spree wieder ein Kleinfluss mit 15 bis 20 Meter wechselnder Breite und einer Strömung zwischen 1 und 3km/h. Bebuschte Sumpfufer gehen langsam in Schilfufer über, es gibt Altarme und seeartige Ausbuchtungen. Die Zahl der ankernden Motorboote und Kurzstreckenpaddler verraten die Nähe einer Stadt: Beeskow ist nun fast in Sicht.

An warmen Sommertagen wird man jetzt die übliche Geräuschkulisse badender Kinder und Jugendlicher hören, der Spreepark mit Flussbad und Wasserrutsche ist nahe. Genau dort, zwischen Badeanstalt und einem kleinen Hafen müssen wir anlegen, wenn wir Beeskow als Übernachtungsziel nutzen wollen. Der Wasserwanderrastplatz des Spreeparks bietet gepflegte komfortable Sanitäreinrichtungen und trotz der Stadtnähe die Umgebung eines Naturcampingplatzes. Zum Anlegen steht eine moderne, bequeme Steganlage zur Verfügung. Die Kanufirma "Albatros-Outdoor" der Familie Dittrich sorgt von diesem Standort aus dafür, daß Paddler, die kein eigenes Kanu besitzen, trotzdem eine schöne Tagestour oder auch die gesamte Rundtour oder eine ganze Urlaubstour unternehmen können. Außer der Vermietung bietet man auch den Verkauf von Kanus und Ausrüstung an und organisiert spannende Kanuabenteuer, so auch in polnischen Nationalparks.

In Beeskow gibt es viel zu sehen, z.B. die alte Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen, und man kann sich hier mit allem versorgen, was man auf der weiteren Kanutour benötigt. Verschiedene Restaurants laden zum Essen gehen ein.

Beeskow bis zum Oder-Spree-Kanal nach oben

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Vom Spreepark abwärts sind wir bald an der Schleuse angelangt, direkt davor könnte man auch an einem Holzsteg einsetzen. Es gibt hier ein Restaurant, falls man irgendwie pausenbedürftig ist. Die Schleuse ist eine Automatikschleuse zur Selbstbedienung. Es gibt auch noch eine alte Hand- Selbstbedienungsschleuse. Diese "Walkmühlenschleuse"  wurde 2014 restauriert und erspart evtl. Wartezeit, indem man die "Kleine Spree" nutzt. 

Bis wir Beeskow wirklich hinter uns gelassen haben, vergeht noch einige Zeit: es gibt noch eine alte Hafenanlage, links liegt auch noch eine mittlere Industrieanlage, gefolgt von einer Wochenendhaussiedlung, von der allerdings nicht viel zu sehen ist. Es folgt bald der Oegelnische See, und ab hier ist die Spree wieder richtig wild. Bis sie nach folgenden 11 Kilometern bei Neuhaus in den Wergensee fließt, vorbei an den Dörfern Radinkendorf und Raßmannsdorf, wähnt man sich für drei bis vier Stunden in einer sehr abgeschiedenen Naturlandschaft. Wald, Wiesen, Weiden, Erlen, Sumpfgewächse und viele von Bibern angenagte Bäume bestimmen das Bild und die Stimmung. Ab und zu kommt mal ein Motorboot vorbei, aber es wird nicht gerast. Das verbietet auch schon der schmale Fluss. Eine Brücke gibt es ganz selten, und vor allem der Ostteil der Landschaft ist sehr dünn besiedelt. Außer dem Gesang der vielen Vögel dringt kaum ein Geräusch an das Ohr. Wind kommt hier durch den nahen Wald und die vielen Spreewindungen kaum an die Wasseroberfläche.

Die Strömung nimmt uns mit, wir sollten diesen Abschnitt besonders genießen. Wenn wir dann trotz Bummelei und Genießen an der Abzweigung vor dem Wergensee zur Drahendorfer Spree angekommen sind, müssen wir die kleine Selbstbedienungsschleuse Neuhaus zur Talschleusung nutzen. Auch diese ist noch einigermaßen leicht bedienbar. Auf dem Weg weiter die Spree abwärts kommen wir an einem Altarm vorbei, der zu einem kleinen See führt: im Sommer kommt man allerdings nicht dorthin, da Seerosen und andere Wasserpflanzen den Altarm komplett zugewuchert haben. Hier dürften viele Brutvögel in Ruhe ihre Jungen aufziehen können.

Kurz darauf erreichen wir Neubrück, rechts von uns in einer großen Flussschleife liegt ein Biwakplatz und direkt daneben ein Restaurant mit Biergarten. Über die folgende Straßenbrücke führt die einzige Straße, die von den Orten links der Spree nach Osten in Richtung Eisenhüttenstadt führt.

Die Spree ist jetzt noch wilder und die Landschaft stiller: große Schleifen, kleine Altarme, viel Auengehölz und ansonsten nur Sumpfpflanzen bestimmen die Umgebung. Sehr viele Graureiher und auch einige Eisvögel haben hier ihre Heimat. Biber scheint es ebenfalls viele hier zu geben, wie es ihre Fraßspuren vermuten lassen. Niedrige Sumpf- oder Wiesenufer wechseln sich oft mit höheren Kiefernwaldufern ab, dem Auge oder Gemüt wird niemals langweilig. Ein kurzes Stück folgt der Fahrradweg diesem Fluss, dort, wo er ganz nahe dem Oder-Spree-Kanal fließt (man könnte hier in diesen oder von diesem umtragen). Sogar Abbrüche von hohen Ufern kommen vor, Eisvögel und Sandschwalben könnte es freuen.

Die letzte große Flussschleife führt uns an Drahendorf vorbei, links gibt es einen Rastplatz. Es folgt eine Straßenbrücke, und mit Spannung erwarten wir das Wehr: wie wird das Umtragen diesmal sein? Eine Schleuse gibt es nicht, eine Lore muß stattdessen für das Umsetzen herhalten.

Links vor dem Nadelwehr können wir bequem an einem Holzsteg aussetzen und die Lore holen, wenn sie zufällig auf der anderen Seite liegengeblieben ist. Zum Glück ist sie nicht zu schwer, da man Aluminium als Baumaterial gewählt hat. Eine durchtrainierte Person kann ihr Kanu damit allein umsetzen (die Stahllore von früher ist zum Glück nicht mehr da).

Bis zum Ende der Drahendorfer Spree sind es jetzt nur noch gut 1000 Meter, gegenüber seiner Einmündung in den Oder-Spree-Kanal liegt dann auch das "Forsthaus An der Spree", das sich als Wasserwanderrastplatz zum Zelten, als Restaurant, mit Übernachtungsbungalows und Biergarten empfiehlt. Wir empfehlen es sehr, die Angebote zu nutzen, denn bis zum nächsten Ort ist es noch weit. Frau Anja Stiegemann sorgt mit ihrem Team engagiert für das Wohl ihrer Gäste. Update 2012: nach Ende der Saison 2012 wird das Forsthaus umgebaut und steht zur Saison 2013 im neuen Glanz und mit erweiterten Angeboten für seine Gäste zur Verfügung.

Oder-Spree-Kanal nach oben

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Vom "Forsthaus An der Spree" bis "Große Tränke" haben wir eine besondere Kanustrecke zu paddeln: dieser Abschnitt ist der Oder-Spree-Kanal, eine Bundeswasserstraße, die Berlin mit Eisenhüttenstadt und auf diese Weise die Havel mit der Oder verbindet.

Diese Teilstrecke unserer Kanutour ist etwas weniger als 20 Kilometer lang, wer es etwas kürzer möchte, übernachtet beim gastfreundlichen Ruderclub in Fürstenwalde. Wer noch etwas drauflegen möchte oder es nicht so komfortabel braucht, verlängert die Strecke bis Hangelsberg in der Müggelspree.

Unsere Fotogalerie zeigt, daß auch der Oder-Spree-Kanal (offiziell auch "Spree-Oder-Wasserstraße = SOW " genannt) viel Natur bietet. Seine Breite beträgt etwa  80 Meter, manchmal auch mehr. Die Ufer sind zwar mit Schotter befestigt und es gibt Flachbermen, d.h., man darf dem Ufer nicht zu nahe kommen, um nicht gegen die Steine zu fahren. Man hat aber viele Überwucherungen durch Sumpfpflanzen, oft Wasserpflanzen vor dem Uferverbau und immer Gehölze am Ufer, meist Wald. Es gibt viele Altarme, teilweise kann man ein wenig hinein paddeln, in manche auch ganz. So ist auch der Dehmsee mit dem Kanu zu erreichen.

In den Altarmen finden wir oft Pausenmöglichkeiten mit strandartigen Anlegestellen. Um Berkenbrück besuchen zu können, steuern wir ebenfalls einen komplett befahrbaren Altarm der "Fürstenberger Spree" an, wie dieser Kanal auch genannt wird. Dort gibt es wieder einen dieser Biwakplätze für Pausenmöglichkeit oder zur einfachen Übernachtung. Baden kann man hier auch.

In Fürstenwalde paddeln wir durch einen Industriehafen, das aber hört sich schlimmer an als es wirklich ist. Die Schleuse Fürstenwalde ist unbedingt zu nutzen, die "Lore" ist eine sehr gute Demonstration dessen, wie man es auf gar keinen Fall machen sollte. 

Zu erwähnen wäre noch, daß wir auf dem Oder-Spree-Kanal mit Wind rechnen müssen, und dieser pflegt im Sommer oft aus West, also von vorne zu kommen. Da der Kanal aber etwas kurvig ist, gibt es auch hier Erholungsphasen.

Bei Kanal-km 69 verlassen wir die Schifffahrtsstraße und biegen nach rechts in die Müggelspree ein. Hier, bei "Große Tränke", müssen wir unser Kanu am Wehr umsetzen. Eine Schleuse gibt es leider nicht.

Die Müggelspree von Große Tränke bis zum Dämeritzsee nach oben

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Das Aussteigen beim Wehr "Große Tränke" ist noch ganz komfortabel an einem Holzsteg möglich. Dann aber steht man vor der Aufgabe, eine drei bis vier Zentner schwere Lore über eine kurze, steile Rampe bewegen zu müssen. Der Boden, auf dem wir unsere Füße verankern wollen, ist mit losem Schotter übersät, was besonders beim Bremsen gefährlich ist. Mit drei erwachsenen Männern ist es so gerade eben noch möglich. Kurz und gut, das Ding gehört eingeschmolzen und durch eine sinnreiche Konstruktion ersetzt, punktum. Zum Glück ist es hier möglich, an den Stegen aus- und einzusetzen und einen eigenen Bootswagen zu nutzen.

Der Platz beim Wehr ansonsten ist ein sehr guter Pausenplatz. Die folgende Müggelspree ist ein 20 bis 30 Meter breites Flüßchen, das eine überraschend ruhige und natürliche Umgebung bietet. Es gibt mehr Biber hier als sonst auf der beschriebenen Route, auch Eisvögel und Graureiher und eine sehr üppige Ufervegetation. Motorboote dürfen hier nur von Anliegern genutzt werden, von da her kann man kaum von Motorbootsverkehr sprechen.

Das folgende Hangelsberg ist der einzige Ort, der ausgeprägte Uferlage hat, alle anderen liegen mit den meisten Gebäuden abseits. In Hangelsberg gibt es einen Biwakplatz gleich am Orteingang, sehr natürlich, viel Platz und eine Chemietoilette gehören zur Ausstattung. Ferner ist am Ortsende ein neuer kleiner Wasserwanderrastplatz entstanden, der vollen Sanitärkomfort sowie sonstige Übernachtungsmöglichkeiten unter Dach bietet. Gruppen müssen sich unbedingt beim Betreiber "Kanu-Sport Spree" anmelden.

Bis zur Autobahnbrücke ist es ein stilles Vergnügen, diesen schönen Spreeabschnitt zu paddeln, einige Altarme sind in den letzten Jahren wieder zur Hauptspree umfunktioniert worden, was diesen ruhigen Fluss um etwa 3,9 Kilometer verlängert hat. Es folgt der Campingplatz "Jägerbude". Wir haben ihn nicht getestet, er sieht sehr gepflegt aus, durch die Lage fast direkt an der Autobahn ist er aber wohl nur für Schwerhörige oder in Notsituationen interessant. Bald ist die Autobahn vorbei, zumal die Strömung meist recht flott ist. Dann sind wir wieder in praller Natur unterwegs, bis wir kurz den Ort Neu Zittau streifen. Aber danach geht es gleich in der Natur weiter, man ist erstaunt, daß es so nahe an Berlin so ruhig sein kann. Die Spree wird gerader und breiter, die Landschaft geht allmählich von Wiesen in Sumpf über, genau dort liegt die Landesgrenze Berlin-Brandenburg.

Kurz bevor wir den Dämeritzsee erreichen, liegen rechts einige Bootshäuser und es gibt viele Stege mit parkenden Motorbooten. Links von uns ist "nichts", da es hier zum Glück nur Sumpf- und Bruchwald gibt, der von einigen verschwiegenen Wasserläufen durchzogen ist.

Gosener Graben und die Berliner Dahmeseen nach oben

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Unser nächster Kanutour-Abschnitt ist zunächst noch idyllisch, dann jedoch zunehmend von der Großstadt geprägt. Sind wir im Dämeritzsee angelangt, wenden wir uns sogleich nach links, um in den schmalen Gosener Graben einzubiegen. Parallel dazu verläuft der Gosener Kanal, beide verbinden die Gewässer um Erkner mit den Berliner Dahmeseen.

Der Gosener Graben ist ein schmales Fließ, umgeben von Bruchwald, das Betreten der Ufer ist untersagt (das gilt ebenfalls für den Gosener Kanal). Teils gibt es noch alte Uferbefestigungspfähle, die meisten sind allerdings verrottet. Einige dienen als neue Heimat für Erlen, die sich auf ihnen angesiedelt und teilweise schon eine beachtliche Größe erlangt haben. Überall finden wir Nagespuren von Bibern. Einige Bäume liegen quer im Gewässer. Strömung gibt es nicht, dafür ist es recht still. Im Frühsommer sind hier Nachtigallen und Pirole zu hören.

Der Gosener Graben ist etwa 3,5 Kilometer lang. Kurz bevor er den Seddinsee erreicht, paddeln wir unter einer viel befahrenen Brücke hindurch: hier verläuft die Straße von Neu Zittau über Müggelheim nach Köpenick. Wenn wir geradeaus weiterpaddeln, erreichen wir bald den Seddinsee. Von dem Ort Gosen sehen wir nichts, da es hier ein Naturschutzgebiet in Form einer dem Ort vorgelagerten Inselgruppe gibt. Die Zwischenräume zwischen den Inseln sowie die Buchten davor sind ebenfalls geschützt, hier wachsen sehr viele Teichrosen und Seerosen, auf denen Trauerseeschwalben, Flussseeschwalben und Lachmöwen brüten.

Wir müssen also erst einmal westlich an diesem Naturidyll vorbei paddeln, bevor wir dann das östliche Ufer erreichen. Hier liegt Gosen, es gibt einen offiziellen Rastplatz, in der Nähe liegt ein großer Einkaufspark (Müggelpark). Es gibt noch einen anderen Weg, Gosen zu erreichen, was evtl. bei viel Wind angeraten ist: ein kurzes Stück vor Erreichen der Straßenbrücke im Gosener Graben kann man links in einen flachen Stichkanal einbiegen, der zum "Großen Strom" führt. Der ist ab hier nicht mehr gesperrt und führt uns direkt zum kleinen "Hafen" nach Gosen und damit auch zur Liegewiese (Rastplatz).

Im weiteren Verlauf des Seddinsees liegt fast in Seemitte eine kleine Insel. Auf dieser befindet sich der Biwakplatz des Landeskanuverbands von Berlin. Betretungsverbotsschilder rund um die Insel lassen anraten, hier nur in Absprache mit dem Verein/Verband die Nacht zu verbringen. Trinkwasser und sanitäre Anlagen gibt es hier nicht, der Platz eignet sich grundsätzlich nur für Puristen.

Am Ende des Seddinsees paddeln wir unter der Straßenbrücke hindurch, die die Wernsdorfer Straße mit der Straße Adlergestell zwischen Wernsdorf Alt Schmöckwitz verbindet. Links liegt gleich eine Badestelle, die wir an Tagen mit schwachem Badebesuch gut als Rastplatz nutzen können. Paddeln wir vorher rechts in die Dahme hinein, kommen wir an 2 langgestreckten Inselchen vorbei und sehen einige Wassersportvereine. Wo die Straße "Seeblick" auf die Dahme zuführt, entsteht (wie an 5 weiteren Plätzen in Treptow-Köpenick) ein offizieller Kanurastplatz (aber kein Biwakplatz) mit niedrigem Anleger. Er soll im Herbst 2013 gebaut werden.

Ab dem Zeuthener See sind wir also auf der Dahme, am städtischen Milieu ändert sich dadurch jedoch nichts. Es mangelt nicht an Yachten und Binnenschiffen, und die Ufer sind zu einem großen Teil zugebaut. Trotzdem ist alles grün und mit hohen Bäumen bestanden, es gibt auch die eine oder andere Badestelle. Wer Essen gehen möchte, findet hier Restaurants am Gewässer, und es gibt Hotels und Pensionen. Südlich von Niederlehme kreuzt die A10, der Berliner Ring die Seenkette, der Fahrzeuglärm geht aber im allgemeinen Geräuschpegel unter. Man hat sich mittlerweile daran gewöhnt.

Gleich hinter der Autobahn paddeln wir unser Kanu auf den Hafen von Königs Wusterhausen zu und halten uns links, um nicht in den Nottekanal einzubiegen. Nach einem weiteren Kilometer sind wir an der Schleuse Neumühle angekommen. Das Umsetzen ist hier mit vorhandener Bootsschleppe reativ einfach. Dahinter liegt der kurze Krimnicksee, dann sind wir schon im Krüpelsee, an dem die Orte Zernsdorf, Senzig und Kablow liegen. Wer jetzt zu einem "richtigen" Campingplatz paddeln möchte, muß zur Zernsdorfer Lanke links abbiegen, was sich immer empfiehlt, wenn man in Gruppen unterwegs ist. Einzelpaddler und Minigruppen sind auch beim "Ferienhof am See", willkommen, deren Platz links am Ausfluss der Dahme aus dem Krüpelsee liegt. Man erkennt ihn am Minihafen mit blauem Kran.

Krüpelsee bis Märkisch Buchholz nach oben

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Am Ende des Krüpelsees bei Kablow fließt uns die Dahme entgegen. Sie ist hier ein Kanal, teilweise bis zu 100 Meter breit und immer mit Holzuferverbau versehen. Sie schlängelt sich an Bindow vorbei, erreicht dann Gussow. Hier am Beginn des Dolgensees betreibt Familie Jakob die Kanu - und Motorbootsvermietung "Mietboote Gussow", Motorbootfahrer können dort am Steg auch über Nacht liegen. Für einen längeren Aufenthalt steht eine Ferienwohnung zur Verfügung.

Die Dahme durchfließt jetzt den romantischen Dolgensee. Die Ufer sind immer grün, meist sind hochgewachsene Erlen dominierend. Manche Motorboote und selten auch ein Fracht- oder Ausflugsschiff nutzen hier noch die Dahme, aber es geht meist ruhig zu. Die kleine Insel im Dolgensee darf nicht betreten werden. Sie hat die Form eines Hufeisens.

An Dolgenbrodt (links) und Friedrichsbauhof (rechts) vorbei zweigen links über den "Langer See" und "Wolziger See" die Storkower Gewässer ab, auch hier könnte man noch tagelang paddeln, bis hin zu Bad Saarow am nördlichen Ende des Scharmützelsees. Das würden wir hauptsächlich für das Frühjahr oder den Spätsommer/Herbst empfehlen, wenn es auf dem Wasser ruhiger ist.

In Prieros gibt es noch gute Möglichkeiten für Restaurantbesuche oder Übernachtungen im Zimmer. Wollen wir unsere Kanutour fortsetzen, biegen wir nach links zur Schleusung bei der Schleuse "Prieroser Mühle" ab. Auch eine Umsetzung mittels einer Lore ist hier möglich. Ab jetzt ist es so gut wie vorbei mit Motorbooten, und die Dahme ist nur noch etwa 50 Meter breit. Bei höherem Wasseranfall wird die Strömung jetzt etwas zunehmen, aber auch die Natur wird immer ursprünglicher. Am Streganzer See und dem Örtchen Streganzer Pechhütte vorbei sind wir ein paar Kilometer ganz allein mit Wald, Sumpf und Wasser. Oft sind schmale Wiesen am Ufer, der Wald ist nahe. Es kommt vor, daß die Waldränder von Rindern beweidet werden.

Dann erscheint die Schleuse Hermsdorfer Mühle. Hermsdorf selbst liegt so weit abseits, daß man von der Ortschaft nichts bemerkt. Durch sehr schöne, total ruhige Natur reisen wir flussaufwärts die letzten beiden Stunden bis Märkisch Buchholz. Links vor dem Ort sehen wir schon den Wasserwanderrastplatz. Bis zur Eisenbahnstraße (Kanuvermieter Siegmar Krüger) sind es nochmal etwa 700 Meter. Wer woanders eingesetzt hat und hier die Wehre umtragen muß, sollte seinen Bootswagen benutzen, vor dem Kaskadenwehr aussetzen und ca. 800 Meter weiter wieder einsetzen. Für die Benutzung der Bootsschleppen sind mehrere Männer nötig.

Hinter uns liegt eine Kanureise, die es an Abwechslung nicht hat fehlen lassen. Wir haben ruhigste Natur und Großstadtzivilisation am Wasser erlebt, total unbewohnte Gegenden und solche mit dichterer Bebauung. Wieviele Tage man unterwegs sein mag, das bleibt jedem selbst überlassen. Schaffen kann man die 180km in 6 bis 7 Tagen, man kann sich aber auch gut und gerne zwei Wochen Zeit lassen, mit entsprechenden Abstechern auch noch viel mehr. Es lohnt sich allemal, dieses außergewöhnliche Gebiet richtig kennen zu lernen. Wir wünschen allen Reisenden auf Spree und Dahme eine erholsame und aufregende Zeit und schöne Erlebnisse!