Übersicht - Kurzinfo Loiter Au / Füsinger Au

Letzte Änderung: 2. September 2011

Geographische Lage

Die Loiter Au / Füsinger Au (Schleswig-Holstein) fließt nördlich der Stadt Schleswig bzw. der Schleidörfer. Ihre Quelle liegt nördlich von Idstedt, die beiden Seen Idstedter See und Langen See (Langsee) werden durchflossen.

Städte & Gemeinden

Ihre Kanutour auf der Loiter / Füsinger Au führt Sie an folgenden Orten und vorbei:

Idstedt · Süderfahrenstedt · Wellspang  · Boholzau · Buschau  · Loit  · Twedt · Westerakeby  ·Taarstedt  · Scholderup · Kahleby · Füsing · Winningmay

Befahrbare Flusslänge

Die Loiter Au / Füsinger Au ist immer ab Loit zu paddeln was etwa 16 Kilometer entspricht, außer in sehr trockenen Jahren. Abhängig vom Wasserstand und Abenteuergeist kann sie auch schon ab Wellspang / Lobacker, unterhalb des Langsees gepaddelt werden (Wellspanger Au). Dann wären es 26 Kilometer. Eine weitere praktikable Einsetzstelle befindet sich in Boholzau, ab dort 20 Kilometer.

Wehre / Schleusen / Wasserhaltung

Zwischen Wellspang und der Mündung gibt es ein Wehr. Dieses kann man oft durchpaddeln, wenn der Krautrechen und das Schott oben sind. Eine weitere "richtige" Staustufe gibt es ein Stückchen  vorher, 750 Meter unterhalb von Wellspang: ein paar große Granitfelsen stauen hier die Wellspanger Au ein wenig auf. Man kann sie evtl. "überwinden", ohne auszusteigen, oder durchtreideln (immer Gummistiefel!). Ansonsten sind viele kleinere Schwälle vorhanden, ab Loit kommt man jedoch bei mittleren Wasserständen "fast" ohne Grundberührung durch. Ab hier könnte man also auch GFK- oder Faltboote nutzen, weiter oberhalb sind robuste PE-Boote oder ähnliche anzuraten, da es einige sehr steinige Abschnitte zu paddeln gibt.

Schwierigkeitsgrad

Hier sei ausdrücklich erwähnt: man könnte schon in den Idstedter See einsetzen, den einen Kilometer bis zum Langsee "paddeln", diesen direkt durchpaddeln (Privatsee) und dann bei Wellspang umsetzen: das Wasser dafür wird jedoch zu normalen Zeiten immer fehlen. Bei Hochwasser wird man viel mit Hindernissen wie Büschen etc. zu tun haben. Auch die ersten 750m unterhalb Wellspang sind eher Treidelstrecke und schon gar nicht mit Gepäck zu paddeln. Danach ist die Wellspanger Au, wie sie dort noch heißt, schon mehr als 2 Meter breit und oft tief genug. Es gibt danach immer wieder steinige Abschnitte und Schwälle, die längsten zwischen Boholzau und dem Wehr. Diese verschwinden nur bei sehr langen Aufstauungen durch jenes Wehr. Unterhalb des Wehres nehmen die Schwierigkeiten ab, abschnittsweise kann es allerdings zu erheblichen Behinderungen durch den Flutenden Hahnenfuss (Wasserpflanze) kommen.

Strömung / Gefälle

Es herrscht oft flotte Strömung zwischen Wellspang und Scholderup, unterbrochen durch ruhigere Abschnitte. Ab Scholderup-Taarstedt (beliebte Einsetzstelle) kann es bei sehr anhaltendem Ostwind fast strömungslos sein, da sich die Schlei schnell um bis zu 60cm aufstauen kann, wenn der Wind das Wasser von der Ostsee hinein drückt. Ab der Straßenbrücke und Einsetzstelle Kahleby und oft noch weiter aufwärts kann die Füsinger Au auch mit Canadiern in beiden Richtungen gepaddelt werden, da meist sehr wenig Strömung herrscht, die zur Mündung hin meist noch weiter abnimmt.

Verkrautung

Es gibt auch außer dem schon erwähnten Problem mit dem Flutenden Hahnenfuss (der sehr schön ist, wenn er blüht!) weitere Verkrautungen in der Vegetationszeit. Es wird gekrautet und es ist dann mit Krautbalken zu rechnen.

Uferbeschaffenheit und Umgebung

Von Wellspang bis unterhalb Boholzau unbefestigte Ufer, intensiv genutzte Acker und Wiesen. Ab km 19,5, also 500 Meter unterhalb Boholzau, paddeln wir bis zum Wehr (bei Brebelholz) durch ein sehr schönes Niederungsgebiet, das durch interessantes Sumpfland, Brachland und Schafweiden bestimmt ist. Vom Wehr an bis etwa Scholderup-Taarstedt sind die Ufer durch Steinwürfe befestigt und die Au ist tief in das Gelände eingeschnitten. Ab Scholderup-Taarstedt ist die Füsingerer Au, wie sie ab hier genannt wird, viel natürlicher, es gibt ausgeprägte waldige Abschnitte und man kann ab und zu auf hügelige Wiesen schauen. Ab Kahleby spürt man die Schlei, wir paddeln nur noch durch Niederungen mit recht natürlicher Umgebung, teilweise Sumpf, teilweise Bruchlandschaft. Es gibt eine Pfahlreihe vor dem Schilfufer, sie steht manchmal frei im Wasser, Vorsicht bei höheren Wasserständen! (aber man paddelt hier ja sowieso nicht so nahe am Schilf, nicht wahr?)

Windanfälligkeit

In den Niederungen sowie in der Nähe der Schlei kommt der Wind recht gut an, im Mündungsbereich ist man eventuellen Winden ausgeliefert, was schon mal recht kritisch werden kann, wenn man in Winningmay die Badestelle zum Aussetzen nutzen möchte. Bevor man ein Risiko eingeht, bitte einfach bis zur Brücke Schaalby - Füsing zurück paddeln = ca. 1,7 Kilometer. Man bedenke, die Schlei macht schon bei relativ ruhigen Winden erhebliche Wellen. Allerdings "lange", die man mit genügend Erfahrung und dem richtigen Kanu händeln kann. (Das trifft nicht zu, wenn man sich im Fahrwasser von Motorbooten bewegt, was an genau dieser Stelle wenig der Fall sein wird, da die Halbinsel Reesholm Abstand gebietet.

Befahrungsregelungen

  1. Der Langsee sowie der Idstedter See sind im Privatbesitz und dürfen nur in kürzester Linie durchfahren werden.
  2. Unterhalb Idstedt darf das rechte Ufer nicht betreten werden, da hier Militärgelände ist.
  3. Ab der Mündung in die Schlei darf die Halbinsel Reesholm (links, bildet die Stexwiker Enge), zwischen 15. März und 1. September nicht betreten werden, man hat 50 Meter Abstand mit dem Kanu zu halten. Dort sind aber auch Schilder aufgestellt.

Befahrungshäufigkeit

Ab Scholderup muß an bestimmten Tagen mit häufigerer Nutzung gerechnet werden, an den meisten Tagen und ebenso weiter oben eher sehr ruhig.

Umgebungslärm

Von Umgebungslärm bleiben wir an den meisten Abschnitten verschont. An manchen Tagen gibt es Fluglärm, wenn auf dem nahen Flugplatz Jagel die Tornados Übungsflüge absolvieren.

Motorboote

Motorboote gibt es nur direkt im Mündungsbereich, dem winzigen Hafen Winning, ist kaum von Bedeutung, da nur Anlegemanöver gefahren werden.

Bootswagen

Einen Bootswagen benötigen wir nicht, aber empfohlen bei Weiterfahrt auf der Schlei, da Campingplätze u.ä. es erfordern könnten.

WWR

Es gibt an der Loiter Au / Füsinger Au keinen Wasserwanderrastplatz, hilfsweise kann im nahen Missunde an der Schlei auf dem Campingplatz gezeltet werden. Auch der dortige Schleswiger Kanuclub bietet Camping- und Unterbringungsmöglichkeiten an. (7 Paddelkilometer ab Winningmay / Mündung, 5 Minuten mit dem Auto vom Parkplatz Winningmay). Im 4,5 Kilometer (paddeln, Schlei) entfernten Borgwedel kann die Jugendherberge genutzt werden.

Nebenflüsse / Anschlußgewässer

Weiterpaddeln auf der Schlei bietet unendlich viele Möglichkeiten, am Selker Noor gibt es auch einen Campingplatz, ebenso diverse weitere in östlichen Richtungen. Man beachte, daß die Schlei bisweilen höhere bis hohe Ansprüche an den Paddler und seine Ausrüstung stellt. Es gibt aber viele stille Ecken und auch sonst sehr vieles zu entdecken, bis hin zu total ruhigen Abschnitten. Das relativ nahe "Ornumer Noor" darf jedoch nicht mit dem Kanu befahren werden. Man kann und sollte der Stadt Schleswig mit seiner schönen Innenstadt sowie dem Museum Schloß Gottorf unbedingt einen Besuch abstatten, ebenso dem Museum für Vor- und Frühgeschichte "Haithabu". Die Schlei kann auch mit Ausflugsdampfern erkundet werden.

Bahn & Bus

Die "Schleidörfer" werden intensiv mit Bussen bedient, die dort "Zickzack" fahren, auch frühabends und am Wochenende. Einen Bahnhof gibt es in Schleswig. Es verkehrt die VSF

Loiter Au / Füsinger Au mündet in Schlei