Übersicht - Kurzinfo Müritz-Seenkette bis Plau

Letzte Änderung: 23. Januar 2014

Geographische Lage

Unsere Beschreibung dieses Teils der Müritz-Elde-Wasserstraße in Mecklenburg-Vorpommern beginnt bei  Rechlin und endet in Plau

Städte & Gemeinden

Ihre Kanureise über die Großen Seen und die Müritz führt Sie an folgenden Orten und Städten vorbei:

Rechlin · Zielow · Ludorf · Röbel · Sietow  · Klink · Waren · Eldenburg · Damerow  · Jabel · Silz · Untergöhren · Malchow · Petersdorf · Lenz · Zislow · Suckow  · Bad Stuer · Appelburg · Plötzenhöhe  · Plau am See

Befahrbare Flusslänge

Wir sind hier auf folgenden Seen mit unserem Kanu unterwegs: Müritz, Kölpinsee, Fleesensee, Malchower See, Petersdorfer See und Plauer See. Wir haben es hier also nicht mit einem Fluss zu tun (es sei denn, man nimmt die Elde als Durchfluss an, aber das erfährt man als Paddler nicht konkret); die kleinste Entfernung zwischen Rechlin und Plau beträgt offiziell ca. 52km. Das wäre der kürzeste Weg, dabei sind Abstecher sehr lohnend: zum Jabelschen See mit anschließendem Loppiner See, nach Waren in die Binnenmüritz oder eine Erkundung des sehr interessanten Plauer Sees.

Strömung / Gefälle

Wir bewegen uns weitgehend auf einer Seehöhe, die maximale Strömungsgeschwindigkeit, ausgelöst durch Wind, kann 0,5km/h betragen und man erfährt gelegentlich sie zwischen Müritz und Kölpinsee bzw. Kölpinsee und Fleesensee.

Schwierigkeitsgrad

Die Schwierigkeit kann im Wind und in den Wellen liegen, so daß so eine Paddeltour nicht unbedingt vorher ganz genau durchzuplanen ist: nur mit sehr viel Glück hat man auf der Gesamtstrecke ruhiges Wetter. Man muß schon zeitlich flexibel sein.

Weitere Schwierigkeiten könnten höchstens noch durch Wasserskifahrer entstehen, die nahe dem Südufer des Fleesensees fahren und erhebliche Wellen verursachen. Man kann sich dann jedoch ganz nah am Strand bei Untergöhren bewegen. (An der Wasserskistrecke südöstlich des Plauer Werders kommt man eigentlich nicht vorbei). Es sei noch darauf hingewiesen, daß es sowohl nahe der Halbinsel Steinhorn vor Röbel als auch hinter dem Beginn des Fleesensees Stellen gibt, wo man bei Wellengang mit heftigen Steinberührungen zu rechnen hat. Also Abstand halten: im Fleesensee befindet sich diese Stelle direkt am Nordende des Göhrener Kanals und dann zur Bucht hin in nördlicher Richtung. Die Ausgänge der Seenverbindungen haben bei Wind und nach Stürmen oft hohe Wellen (Reek - Kanal bei Eldenburg und Petersdorfer See bei Lenz).

Windanfälligkeit

Wie schon unter "Schwierigkeitsgrad" erwähnt, hängt es sehr vom Wind ab, ob die Tour gelingt oder überhaupt paddelbar ist. Die Müritz hat auch noch hohe Wellen, wenn Sturm schon längst vorbei ist, das gleiche gilt für die Kanalausgänge zwischen Kölpinsee und Fleesensee.

Wenn man wegen des Windes auf der Müritz selbst am Ostufer paddeln möchte, sollte man bedenken, daß man auf sehr weiten Strecken nicht anlanden und sich dem Ufer nicht weiter als ca. 700m nähern darf. (Müritz - Nationalpark Kernzone). Es ist praktisch nicht möglich, am Ostufer "unter Ufer" zu paddeln. Auch für den Ausgang des Kölpinsees gilt das Gesagte, dort sogar an beiden gegenüber liegenden Ufern. Am Südufer haben wir ein Naturschutzgebiet, am Nordufer den Damerower Werder mit dem Wisentreservat.

Es empfiehlt sich, das Wetter bei dieser Kanutour immer gut im Blick zu haben. Morgens ist es oft still, so daß man da die Tour sehr genießen kann. Nach 10 - 11 Uhr frischt dann eher der Wind auf. Bis mittags sollte man im Zweifel "durch" sein.

Wehre / Schleusen / Wasserhaltung

Es herrscht auf der gesamten Strecke freie Fahrt für Paddler, Motorbootsfahrer müssen sich über die Drehbrücke in Malchow informieren bezüglich der Höhe. Die erste Schleuse befindet sich in Plau unterhalb der beiden Häfen, wenn man die Seen bereits verlassen hat.

Uferbeschaffenheit und Umgebung

Natürliches Ufer bis auf die kurzen Kanalstrecken zwischen Müritz und Kölpinsee sowie Kölpinsee und Fleesensee. Das Gleiche gilt für ein paar weitere, sehr kurze Abschnitte. Ansonsten herrschen Seeufer von Strand bis Schilf vor.

Motorboote

Die gesamte Strecke inklusive des Jabelschen Sees ist für Motorboote geöffnet, aber bis auf die kanalartigen Verbindungen zwischen den Seen ist genug Raum, sich aus dem Weg zu paddeln. Besondere Vorsicht gilt auf dem Eldenburger Kanal (zwischen Müritz und Kölpinsee), da dort eine besondere Unsitte herrscht, die von der Wasserschutzpolizei anscheinend toleriert wird: Motorboote überholen einander, obwohl der Kanal sehr schmal und auch noch unübersichtlich ist, da er Kurven hat. Als Paddler sollte man dreifache Vorsicht walten lassen und seine Instinkte schärfen.

Befahrungshäufigkeit

Von Paddlern nur auf einzelnen Anschnitten oft genutzt, da nur von erfahrenen Paddlern nutzbar. Ansonsten eher ruhig. Motorbootsverkehr häuft sich naturgemäß bei anhaltendem Schönwetter sowie an den Feiertagen und der Haupturlaubszeit. Auf den Seen selbst ist jedoch viel Platz für alle.

Umgebungslärm

Die gesamte Strecke ist man von Verkehrslärm weitgehend verschont, abgesehen von Motorbooten, falls es sich mal häuft. Ausnahmen bilden die Unterquerung der A19 - Brücke bei Petersdorf sowie zeitweilig das Nordufer des Plauer Sees. Die Stadt Plau selbst ist bei manchen Windrichtungen erstaunlich weit zu hören. Bei Vipperow ist man nahe der vielbefahrenen B198, aber man ist da ja auch schnell wieder weggepaddelt, z.B. nach einem Tourenstart.

WWR

Wasserwanderrastplätze gibt es hier:

  • Seglerhafen Rechlin
  • Müritzpark Ludorf
  • Campingplatz Pappelbucht C73 bei Röbel
  • Müritzcamp Gotthun nördlich Röbel
  • Campingplatz Sietower Bucht
  • Müritz Marina Höcker bei Sietow
  • Campingplatz Kamerun am Reekkanal
  • Campingplatz Am Heidenfriedhof am Jabelschen See
  • Campingplatz Heidepark Silz
  • Segelverein Malchow
  • C75 A und B
  • Campingplatz Bad Stuer
  • Campingplatz Zuruf
  • Wasserwanderrastplatz Marina Plau
  • Campingplatz Leisten
  • Hafen Lenz

Befahrungsregelungen

Wir befinden uns im Bereich der Müritz-Elde-Wasserstraße, es gelten die einschlägigen Vorschriften elwis, Elektronisches Wasserstraßeninformationssystem

Des Weiteren sollte man sich unbedingt anhand geeigneter Gewässerkarten darüber informieren, welche Uferzonen nicht befahren werden dürfen, auch z.B. im Plauer See. Wir empfehlen hier den Tourenatlas TA6

Einkaufsmöglichkeiten

In folgenden Orten gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten:

  • Rechlin einen Supermarkt
  • in Röbel Supermärkte
  • in Waren Supermärkte
  • in Jabel einen sehr gut sortierten Landmarkt mit Brötchen sowie einen Fischer in Damerow gegenüber Jabel
  • in Malchow Supermärkte
  • in Plau Supermärkte

Nebenflüsse / Anschlußgewässer

Man kann seine Wasserwanderung in 4 Richtungen erweitern:

  • über Plau die weitere Müritz-Elde-Wasserstraße bis zur Elbe hinunter und weiter bis Hamburg oder Lübeck oder Ratzeburg etc.
  • von Rechlin aus entweder bis hinunter nach Buchholz über die Seen Müritzarm, Müritzsee, Thüren, Nebel, Tralowsee, Sewekowsee und Langhagensee.
  • Von Rechlin aus (also von der Kleinen Müritz aus) die Müritz-Havel-Wasserstraße über Sumpfsee und Mirower Kanal bis Mirow oder südlich über Schleuse Diemitz und Schleuse Canow zu den Rheinsberger Gewässern (Hüttenkanal) oder dem weiteren Verlauf der Oberen Havel folgend (Ellbogensee und Fürstenberg etc.) bis Berlin, zur Oder, zum Spreewald oder zur Elbe.
  • auf der Müritz bleibend nordöstlich zum Bolter Kanal paddeln, die Alte Fahrt Runde
  • wer glaubt, sich von der jabelschen Seenkette nach Klocksin und dann mit 7km Landtransport bis Dahmen zum Malchiner See und damit zum Peene - Gewässersystem durchschlagen zu können, muß folgendes bedenken: vom Loppinsee aus kommt man mit dem Kanu nicht mehr weiter, z.B. zum Langhagensee, da der Graben selten genug Wasser führt und sowieso sehr schmal ist. Also müßte man zum Bergsee mit dem Bootswagen fahren, was 1,5km relativ weiche Waldwege bedeutet und schlechte Ausschilderung. Ohne Kompaß und Wanderkarte 1:50000 ist man dem Zufall ausgeliefert. (2004 waren die Schilder teilweise verdreht oder fehlten ganz). (Der Bergsee soll aber laut DKV und anderer Quellen auch für die Befahrung mit Wasserfahrzeugen aller Art ganzjährig gesperrt sein.) Vom Bergsee kann man den Flachen See und Tiefen See erreichen, aber dazwischen ist immer "Umtragen!" angesagt, zum Flachen See kommt man nicht unter der Bahn hindurch, also weit umtragen (ca. 2km hügelig). Vom Flachen See aus, also von Klocksin aus, sollte man niemals den Waldweg nehmen, da es hier extrem holprig und unwegsam ist (teilweise tiefe Treckerspur) und von sehr bissigen Mücken und Bremsen nur so wimmelt. Also ggf. immer die zwar etwas längeren, aber dafür festen und ebenen B103 Klocksin - Teterow und abbiegen die L20 nach Dahmen. Die L20 ist jedoch relativ schmal, aber viel und schnell befahren, es gibt keinen Farradweg. Anstrengend weil sehr hügelig ist es sowieso! Das Beste ist für die meisten, einen Landtransport von Jabel bis Dahmen zu buchen, siehe Kanushuttle.

Verkrautung

Da wir uns zur Hauptsache auf Bundeswasserstaßen bewegen, ist mit Verkrautung nicht zu rechnen. Die Zufahrt zum Loppiner Sees bei Jabel wächst im Hochsommer etwas zu, aber bisher sind wir immer gut durchgekommen.

Bootswagen

Einen Bootswagen benötigen wir nicht, um die Kanutour zu paddeln, aber er könnte mitunter hilfreich sein, wenn wir Übernachtungsmöglichkeiten erreichen möchten.

Bahn & Bus

Es gibt an folgenden Orten Bahnhöfe:

  • Malchow
  • Jabel
  • Waren

Von Plau bis zum Bahnhof Karow fährt ein Bus. Die Müritz wird in kürzeren Abständen mit Bussen umrundet, die auch Fahrradanhänger mit sich führen. Alle anderen Orte werden zwar auch im Prinzip mit Bussen bedient, die aber nicht immer sehr häufig verkehren, mit Ausnahme der Orte am Westufer des Plauer Sees.

Müritz-Seenkette bis Plau mündet in Müritz-​­Elde-​­Wasserstrasse