Übersicht - Kurzinfo Feldberger Seen mit Küstriner Bach und Lychener Gewässer

Letzte Änderung: 23. Juli 2014

Geographische Lage

Die Feldberger Seenlandschaft liegt am nördlichen Rande der Uckermark, teilweise in Mecklenburg-Vorpommern auf bis zu 84,2 Meter über NN (der Breite Luzin) zwischen den Städchen Feldberg im Norden und Lychen im Süden. Der Küstriner Bach (auch "Küstrinchener Bach" genannt) ist die Hauptverbindung  zwischen den Seen. Die Entfernung Berlin (Stadtmitte) bis Feldberg beträgt etwa 140 Kilometer und die Fahrzeit dabei knapp 2 Stunden. Die Ländergrenze Mecklenburg-Vorpommerns mit Brandenburg führt durch diesen Naturpark hindurch.

Städte & Gemeinden

Ihre Kanureise auf der Feldberger Seenlandschaft führt Sie an folgenden Orten und Städten vorbei:

Feldberg · Carvitz · Conow · Fürstenhagen · Carvitz · Thomsdorf · Küstrinchen  ·Lychen  · Himmelpfort  · Fürstenberg

Befahrbare Flusslänge

Die Länge einer Kanutour zwischen Lüttensee (Tornowhof) und Stolpsee beträgt etwa 39 Kilometer, sie ist durch Abstecher auf den Seen um mehrere Tagestouren verlängerbar. Die reine Paddelzeit ohne Pausen und Umtragen beträgt etwa 11 Stunden (Genußpaddeln) und ist beliebig verlängerbar.

Schwierigkeitsgrad

Nicht alle Abschnitte dieser Kanutour sind für Anfänger geignet: Der Küstriner Bach (nur paddelbar wenn der Pegel am Wehr Küstrinchen über 30cm steht) erfordert gute Bootsbeherrschung, kürzere Kanus sind hier von Vorteil.

Auch für den erfahrenen Paddler können die Umtragewege ein wenig schwierig werden. Die Krüseliner Fließe sind teilweise sehr schmal, es gibt auch viele Baumhindernisse, die jedoch zeitnah freigeschnitten werden. Ganz geräumt wird aus Naturschutzgründen nicht mehr, es werden aber Lücken geschnitten.

Der Große Lychener See sowie der Stolpsee erfordern See-übliche Vorsicht, bei Wind ist in Ufernähe zu paddeln.

Ab dem Stadtsee und dem Großen Lychener See ist mit Motorbootsverkehr zu rechnen.

Befahrungsregelungen

1.) zwischen Dreetzsee und dem Oberpfuhlsee sind wir in Naturschutzgebieten unterwegs, es gilt die entsprechende Rücksichtnahme gegenüber Landschaft, Pflanzen und Tieren; es gilt auch striktes Zeltverbot außerhalb ausgewiesener Camping- oder Biwakplätzen. Die sonstigen Vorgaben auf den Hinweisschildern des Naturparks Feldberger Seenlandschaft sind unbedingt einzuhalten. Diese Info-Schilder stehen an allen Umtragestellen und Biwakplätzen.

2.) der Küstriner Bach (auch "Küstrinchener Bach" genannt) darf zwischen dem Wehr Küstrinchen (Fischerhof) und dem Wehr Fegefeuer (Schleuse 4) nur dann gepaddelt werden, wenn er für den öffentlichen Verkehr freigegeben wurde: das Pegeltelefon nennt die Freigaben gewöhnlich, wenn der Pegel in Küstrinchen über 30 cm steht. Unter 039888 - 64542 kann ein Tonband mit der aktuellen Situation abgehört werden. Die Angaben auf der Website des Dorfes Küstrinchen sind manchmal veraltet, Vorsicht!

3.) Auch bei Freigabe darf der Küstriner Bach zum Schutz der Kleinlebewesen und der Bodensubstrate nur abwärts gepaddelt werden.

Die Einhaltung der Vorgaben wird von der Naturwacht überwacht, es ist im Verstoßfall mit erheblichen Bußgeldern zu rechnen.

Uferbeschaffenheit und Umgebung

Die Seen weisen zum Teil flache, feste natürliche Ufer auf, zum Teil aber auch natürliche, unbetretbare Steilufer. Hoher Wald ist die dominierende Optik.

Die Fließe erfreuen durch abwechslungsreiche, natürliche Ufer mit teilweise grandioser Artenvielfalt, der Küstriner Bach wurde in kurzen Abschnitten Opfer von Versuchen, durch beiderseitige Steinwürfe einen "natürlichen Wildbach" glauben erzeugen zu können. Auf weiten Teilen ist der Küstriner Bach ein typischer, stark mäandrierender Waldbach in Sandboden, auch sumpfige Abschnitte sind vorhanden, vor allem kurz vor Erreichen des Oberpfuhlsees.

Die Woblitz ist teilweise mit stark zerklüfteten Ufern gesegnet, teilweise aber auch durch Holzpfähle verbaut. Auch hier ist der Bewuchs natürlich und üpppig, es geht oft durch Wald.

An den Seen gibt es ausreichende Möglichkeiten zur Rast an seichten Ufern und Badestellen. An den Fließen ist das Aussteigen oft nicht möglich.

Verkrautung

Die Fließe sind im Hochsommer teilweise verkrautet, man kommt aber durch.

Windanfälligkeit

Auf den Seen sind die üblichen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, die Fließe sind jedoch total geschützt. Besonders der Carvitzer  See, aber auch der Große Lychener See neigen zu heftigen Wellenbildungen, ebenso der Stolpsee. Die schmalen Seen mit ihren hohen Bäumen am Ufer neigen dazu, den Wind zu kanalisieren, so daß er immer von hinten oder von vorne kommt, auch wenn die Windrichtung eigentlich von der Seite herrscht. Außergewöhnliche Erscheinungen sind jedoch nicht zu erwarten, da die größeren Seen tief sind.

Umgebungslärm

Wir sind hier in einer relativ stillen Gegend unterwegs, sogar die Ortschaften sind auffallend ruhig. Über weite Strecken ist es richtig leise!

Strömung / Gefälle

Die kleinen Fließe weisen kaum Strömung auf, der Küstriner Bach dagegen besitzt ein Gefälle von etwa 9 Metern auf 6 Kilometern. Die Woblitz besitzt kaum meßbare Strömung.

Motorboote

Motorboote gibt es auf dem Haussee in Feldberg, ferner auf dem Stadtsee in Lychen, dem Großen Lychener See, der Woblitz und dem Stolpsee. Der Breite Luzin wird gelegentlich mit Elektrobooten befahren.

Wehre / Schleusen / Wasserhaltung

Wehre und Umtragestellen gibt es an folgenden Übergängen:

  • Übersetzstelle im Seerosenkanal in Feldberg (vom Haussee zum Schmalen Luzin)
  • in der Bäk in Carvitz
  • vom Dreetzsee zum Krüselinsee
  • an der Krüseliner Mühle
  • an der Kolbatzer Mühle
  • an der Schreibermühle
  • vom Oberpfuhl in den Nesselpfuhl in Lychen
  • vom Oberpfuhl zum Stadtsee (Schäferwiese) in Lychen
  • von der Woblitz zum Stolpsee wird der unterschiedliche Wasserstand durch eine Selbstbedienungsschleuse ausgeglichen.

Bootswagen

An den meisten Umtragestellen ist ein eigener Bootswagen nötig. In Küstrinchen vermietet der Fischer breite, geländegängige Bootswagen, um bei gesperrtem Küstriner Bach einen Landtransport (ca 4 km) zu ermöglichen. Sie erfordern im beladenen Zustand die Zugkraft von mindestens 2 Personen. Nach Gebrauch schließt man den Bootswagen am Wehr an eine Stange, braucht ihn nicht zurück zu transportieren. Es gibt aber auch einen Kutsche, man sollte diese unbedingt nutzen, da der Weg sehr uneben ist. Übliche Kanubootswagen sind auf dieser Umtragestrecke für beladene Boote nicht geeignet.

Einkaufsmöglichkeiten

Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Feldberg und Lychen, ferner auf dem Campingplatz am Dreetzsee.

WWR

Zeltmöglichkeiten finden wir

  • in Feldberg (Campingplatz)
  • in Conow (Carvitzer See, Campingplatz)
  • am Dreetzsee (Campingplatz)
  • bei der Kolbatzer Mühle (Biwakplatz mit WC und Dusche)
  • bei der Schreibermühle (Biwakplatz ohne Sanitär da Schreibermühle geschlossen, Stand: 2014)
  • in Küstrinchen direkt am Wehr (Biwakplatz ohne WC)
  • am Wehr Fegefeuer am Küstriner Bach (nur Biwak ohne WC)
  • in Lychen am Wurlsee (sehr schöner, voll ausgestatteter Campingplatz)
  • in Lychen am Strandbad  neben dem Segelverein am Großen Lychensee (mit Duschen und WC, sehr preiswert, ein Restaurant ist dort ebenfalls)
  • in Himmelpfort (Campingplatz am Stolpsee)

Befahrungshäufigkeit

An berüchtigten langen Wochenenden sowie in der Hochsaison gut besucht, sonst eher ruhig.

Nebenflüsse / Anschlußgewässer

  1. mit Kanushuttle ist eine etwa 60 Kilometer lange Rundtour mit der Havel und den Templiner Gewässern möglich.
  2. über die Havel (Obere Havel) ist die gesamte Mecklenburgische Seenplatte angebunden, damit auch die Elbe.
  3. Havelabwärts könnten wir bis zum Spreewald oder zur Oder paddeln (Eisenhüttenstadt über  die Spree-Oder-Wasserstraße, Oderberg und das Oderbruch über den Finowkanal).
  4. Über Obere Havel und ab Berlin Untere Havel erreichen wir die Elbe schon weiter oben, das ermöglicht eine große Rundtour über Magdeburg und Havelberg, eine noch größere über Dömitz, Plau, der Müritz und über die Kleinseenplatte zurück zur Feldberger Seenlandschaft bzw. wenigstens bis Lychen.

Bahn & Bus

Einen Bahnhof finden wir in Fürstenberg, Lychen ist mit 2-stündiger Busverbindung recht gut an diesen Bahnhof angebunden. Feldberg ist nur über Busse mit umständlichem Umsteigen (Wartezeit, Komplikationen in den Ferien!) zu erreichen. Von Berlin evtl. besser über eine Bahn-Bus-Verbindung Berlin/Prenzlau/Feldberg. Himmelpfort wird von Fürstenberg auf der Lychenanfahrt mitbedient.

Kanushuttle

Ein Kanushuttle findet man in Küstrinchen ( nur noch der Fischer, keine Kutsche mehr seit Ende 2012)  und Lychen (Kanutaxi), die Telefonnummern sind an den Infotafeln der Umtragestellen angegeben. Der Betreiber des Resort Kolbatzer Mühle transportiert auch Kanus und Ausrüstung, tel.   039888 52593.

Feldberger Seen mit Küstriner Bach und Lychener Gewässer mündet in Obere Havel