Übersicht - Kurzinfo Oderbruchgewässer
Letzte Änderung: 18. Januar 2010
Befahrbare Flusslänge
Wir beschränken uns auf die Fließe und Flüsse, die im Prinzip durch das gesamte Oderbruch führen: das sind ganz grob einmal die Alte Oder ab Reitwein mit dem Förstersee, dem Richtgraben, dem Letschiner Hauptgraben und der Volzine, die eine durchgängig zu befahrende Kette von Gewässern ergeben und sich mit ihrer Einmündung bei Wriezen in die Wriezener Alten Oder bis nach Oderberg fortsetzen. Zusammen ergibt das eine durchgehende Strecke von etwa 74km ab Reitwein.
Dann haben wir die Alte Oder ab Seelow (Bahnhof Werbig) mit dem Quappendorfer Kanal, dem Friedländer Strom und dem Neuen Kanal. Auch diese münden in Wriezen in die Alte Oder. Diese Strecke ist etwa 52km lang.
Den Freienwalder Landgraben sowie die Güstebieser Alte Oder konnten wir aus technischen Gründen noch nicht beschreiben. Ersterer ist eine sehr beliebte Kanuwanderstrecke (13km) und letztere (etwa 18km zwischen Stromoder Gozdowice und Wriezen) erhält neuerdings wieder Zuschußwasser von der Stromoder in Güstebiese. Wenn dann auch noch die vielen umgefallenen Bäume und das Kraut entfernt werden, werden wir hier ein Paddelgewässer erhalten, das seinesgleichen sucht. Das warten wir ab und freuen wir uns drauf!
Der Mucker (Stille Oder) ist auf etwa 28km von Zollbrücke aus paddelbar.
Geographische Lage
Das Oderbruch liegt östlich/nordöstlich von Berlin zwischen der Stromoder (zwischen Reitwein / Lebus im Süden und Hohenwutzen im Norden). Dazu kommt das Niederoderbruch zwischen Bad Freienwalde /Wriezen und Oderberg/Liepe.
Befahrungsregelungen
Ab Bralitz auf der Wriezener Alten Oder sind wir auf einer Landeswasserstraße und haben die entsprechenden Vorschriften zu beachten.
Ab der Einmündung der Wriezener Alten Oder in die Havel-Oder-Wasserstraße bei Oderberg sind wir auf einer Bundeswasserstraße. Es gelten die einschlägigen Vorschriften.
Beim LKV-Brandenburg sowie dem DKV finden wir einige abenteuerliche Aussagen zu Gewässersperrungen im Oderbruch: wenn man allerdings dort mit dem Kanu unterwegs ist, trifft man durchgehend auf Beschilderungen wie "Biwakplatz" oder "Einstiegsstelle" oder "Umtragestelle" etc. sowie offiziellen Schautafeln. Alle diese Einrichtungen deuten nicht gerade auf offizielle Gewässersperrungen hin, oder? Außerdem kann es wohl kaum einen Grund geben, in Gebieten von Intensivlandwirtschaft Gewässer "für den Gemeingebrauch" zu sperren. Wir können unter den derzeitigen Erkenntnissen nur davon ausgehen, daß es sich um Kommunikationsirrtümer handelt.
Uferbeschaffenheit und Umgebung
Wir haben fast ausschließlich natürliche Ufer, ausgenommen die Befestigungen auf den letzten 4km von Bralitz bis Oderberg (aber auch hier alles andere als kahl). Die Umgebung wechselt zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen und sumpfigen Abschnitten, es gibt auch waldige Abschnitte mit steilen Ufern. Ab Wriezen gibt es auch alte Deiche, sie sind jedoch meist natürlich eingewachsen und das Vorland ist meist urig-sumpfig.
Verkrautung
Auf manchen Abschnitten ist in manchen Jahren mit erheblichen Verkrautungen zu rechnen, es wird mitten im Sommer meist gekrautet. Auskunft erteilen die örtlichen Kanuvermieter, wenn man sie freundlich fragt.
Windanfälligkeit
Meist sind wir in windgeschützten Lagen unterwegs, die Gewässer sind weitgehend schmal und die Ufer bewachsen.
Umgebungslärm
Von "Lärm" kann man eigentlich nirgendwo sprechen, zu 99% der Strecken ist es meist still.
Strömung / Gefälle
Die Strömung reicht von 0,5 - 2 km/h, je nach Strecke und Regenanfall. Die breiteren Abschnitte kann man gut aufwärts paddeln, die schmaleren sind da schon etwas anstrengender, besonders kurz unterhalb der Wehre. Eine komplette "Aufwärtstour" planen sollte man daher nicht.
Motorboote
Motorboote sind nur ab Bralitz (Beginn Landeswasserstraße) abwärts erlaubt, Anlieger mit festem eigenen Liegeplatz dürfen auch bis Schiffmühle hoch fahren. Daher findet kaum Motorbootsverkehr statt.
Wehre / Schleusen / Wasserhaltung
Es gibt an den von uns beschriebenen "Hauptvorflutern" insgesamt 6 Wehre: in Manschnow-Gorgast, in Letschin, in Golzow, in Zechin, in Bochows Loos sowie das Quappendorfer Wehr, die jedoch fast alle mit Aus- und Einstiegshilfen versehen und daher leicht zu umtragen sind (aber manchmal Bootswagen...). Dazu kommt das Pumpwerk Neutornow an der "Mündung" der Stillen Oder (Mucker, auch das Wasser des Laufgrabens, Umtrageweg lang). Schleusen gibt es nicht, die Wasserstände können im Hochsommer stark abnehmen oder bei anhaltend stärkerem Regen auch zunehmen. Der Grund der Gewässer ist sandig, selten etwas verschlammt (Entschlammungsarbeiten bei Quappendorf/Bliesdorf Sommer 2009).
Bootswagen
Einen Bootswagen benötigen wir bei den Wehren Letschin und evtl. Zechin sowie der Fischtreppe Gorgast, ferner um den Campingplatz Zechin zu erreichen (150 bis 300 Meter je nach gewähltem Weg).
Einkaufsmöglichkeiten
Einkaufen können wir in Seelow, in Manschnow, in Letschin sowie in Wriezen, Bad Freienwalde und Oderberg. Ferner gibt es an manchen Orten Hofläden mit Gemüse und / oder Obst.
WWR
Einen Wasserwanderrastplatz finden wir:
- in Gorgast (Camping Heide) (Du u.WC)
- in Zechin (Oderbruch-Camp) (Du u. WC)
- in Wriezen (WWR beim Kanuverleih-Wriezen am Alten Hafen) (WC)
- in Oderberg (WC)
- Daneben gibt es offizielle Biwakplätze in unregelmäßigen Abständen, die mit Trockenklo ausgestattet sind.
Nebenflüsse / Anschlußgewässer
Von den Oderbruchgewässern aus kann man den Finowkanal, die Havel-Oder-Wasserstraße sowie die Ostoder (Stromoder) erreichen. Damit erreicht man die Havel sowie die Elbe, die Ruppiner Gewässer und die Mecklenburgische Seenplatte. Über Berlin wäre sogar eine große Rundtour über den Oder-Spree-Kanal und die Ostoder möglich (über Eisenhüttenstadt).
Bahn & Bus
Einen Bahnhof finden wir in Bad Freienwalde (nach Schiffmühle etwa 30 min zu Fuß), in Wriezen, in Neutrebbin, in Letschin, in Gorgast, in Werbig (hier kreuzen sich die Linien Berlin-Frankfurt/Oder und Berlin-Küstrin-Kietz/Polen).
Oderberg ist mit dem Bus zu erreichen.
Die Oderbruchgewässer mündet in die Oder (Odra)

