Übersicht - Kurzinfo Oder (Odra)
Letzte Änderung: 15. Januar 2010
Geographische Lage
Wir beschreiben die Strom-Oder, auch Ostoder genannt, zwischen Ratzdorf und Gryfino bzw. Mescherin. Sie bildet hier die Ostgrenze der Bundesrepublik Deutschland.
Befahrbare Flusslänge
Der Abschnitt zwischen Ratzdorf (also der Einmündung der Neiße in die Oder) bis Gryfino ist etwa 200 Kilometer lang. In der Praxis wird man zumindest ab Hohensaaten oder Schwedter Querfahrt Abstecher machen, um sich mit Lebensmitteln einzudecken oder bestimmte Übernachtungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Ein Start in Guben (Neiße) erfordert 15 km zusätzliche Strecke, bringt uns aber den Vorteil, die Bahn nahe zu haben.
Strömung / Gefälle
Von Ratzdorf bis Hohensaaten kann die Strömung oft bis zu 7km/h betragen, ab dann ist immer noch mit deutlicher Strömung zu rechnen. Ab Schwedter Querfahrt läßt sie dann deutlich nach und hängt ab dort hauptsächlich von den Wasserstandsverhältnissen im Stettiner Haff ab. Ab Marienhofer Wehr ist sie meist null.
Windanfälligkeit
Auf der gesamten Oder sind wir dem Wind ziemlich schutzlos ausgeliefert, können dem jedoch etwas begegnen, indem wir in der Nähe des schützenden Ufers paddeln. Die Oder eignet sich bei passender Windrichtung hervorragend zum Schiebewindsegeln, da sie relativ wenig mäandriert. Den Anglerschirm also nicht vergessen!
Verkrautung
Auf der Oder selbst spielt Verkrautung keine Rolle. Will man in den Poldern paddeln, muß man ab August in manchen Fließen mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen, so daß man auf andere Fließe ausweichen muß.
Uferbeschaffenheit und Umgebung
Bis etwa km 680 (nahe Piasek) wird die Oder durch Buhnen gebremst, zwischen ihnen finden wir häufig Strände oder Sumpfufer vor. Ab dort sind die Ufer meist als Steinschüttungen ausgeführt, es gibt jedoch immer wieder sandige Abschnitte. Das Anlegen ist aber nicht mehr ganz so oft möglich wie auf der Buhnenstrecke.
Wehre / Schleusen / Wasserhaltung
Auf dem beschriebenen Abschnitt der Strom-Oder gibt es keine Wehre oder Schleusen. Auf allen verbundenen Oder-Teilen (Oder -Altarme) ist der Wasserstand meist durch Schleusen oder Wehre reguliert. Vor Antritt der Fahrt sollte man sich über eventuelle Hochwasserwarnungen informieren.
Schwierigkeitsgrad
Um auf dem Abschnitt mit starker Strömung sicher paddeln zu können, sollte man schon hinreichend Erfahrung mit seinem Kanu haben (vor allem Canadier). Die stromlosen Abschnitte sind auch von Anfängern mit dem nötigen Verantwortungsbewußtsein gut zu paddeln und entsprechend zu genießen.
Bootswagen
Zum Einsetzen und bei Übernachtungen ist ein Bootswagen oft sehr hilfreich (Ratzdorf z.B. 200m von Pegel bis Ende der Neiße, wo statt der Betonrampe wie am Pegel ein weicher Strand vorhanden ist).
Einkaufsmöglichkeiten
Supermärkte finden wir in Eisenhüttenstadt, in Frankfurt, in Lebus, in Oderberg (Alte Oder, etwa 7km von Hohensaaten), in Krajnik Dolny (Polen), in Schwedt (die Schwedter Querfahrt nutzen), in Gartz (Westoder, Marienhofer Querfahrt nutzen), in Gryfino (Polen).
Wer weiter nach Stettin paddelt, findet natürlich auch dort diverse Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten.
Befahrungshäufigkeit
Bislang ist die Oder wenig befahren, man ist auf einer sehr einsamen Wasserstraße unterwegs. Auch die Berufsschifffahrt ist hier wenig aktiv.
Motorboote
Es gibt selten Motorbootsverkehr, und wenn, ist genug Raum für alle vorhanden. Auch die Berufsschifffahrt besteht meist aus Arbeitsschiffen, die Güterschifffahrt nutzt diesen Teil der Oder kaum.
Umgebungslärm
Von der Zivilisation bekommen wir akustisch selten etwas mit, selbst an den Städten ist der Lärm verhalten und auch nur kurz. (Das gilt selbstredend nicht für Stettin...)
Befahrungsregelungen
Man hat eine Nationalflagge zu führen, es wird auch ein entsprechender Aufkleber akzeptiert. Ferner gelten die Bestimmungen auf Bundeswasserstraßen und internationalen Wasserstraßen.
Nebenflüsse / Anschlußgewässer
Auf polnischer Seite fließen eine ganze Reihe von Nebenflüssen in die Oder. Als Besonderheit sei hier die Wartha hervorgehoben mit ihrem großen Mündungsdelta).
Die Neiße ist hier natürlich auch zu nennen, allerdings kommt man kaum von der Oder im deutschen Verlauf zur Neiße, da man eben dort nicht stromauf paddelt. Es lohnt sich jedoch, schon in Guben in die Neiße einzusetzen, da es dort einen Bahnhof gibt und man so sein Fahrzeug leichter zurückholen kann. Von Guben bis Ratzdorf sind es ca. 15km.
Ansonsten ist die Ostoder mit den Oderpoldern sowie der Westoder (weiter oben auch Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße genannt) sowie der Alten Oder zwischen Wriezen und Hohensaaten (teilweise Havel-Oder-Wasserstraße) verbunden. Unterhalb Stettins vereinigen sich West- und Ostoder wieder zu einem Strom (abgesehen von vielen kleineren Nebenarmen) und fließt unterhalb Police ins Stettiner Haff, das über mehrere Öffnungen mit der Ostsee verbunden ist: Peenestrom auf deutscher Seite, Kaiserfahrt bei Swinoujscie (früher Swinemünde), Dziwna im östlichen Wollin.
WWR
Öffentliche Wasserwanderrastplätze an der Stromoder finden wir hier:
In Lebus den Biwakplatz (Trockenklo), beim Fischer Schneider in Küstrin-Kietz (Kuhbrücke, Sanitär vorhanden), in Kienitz in der Marina (Sanitär und Küche), in Groß Neuendorf ein normaler Campingplatz. Ferner empfehlen wir die folgenden an der HoFriWa bzw. Westoder gelegenen Möglichkeiten: den Caravanstellplatz Stolzenhagen, den Seesportclub in Schwedt (Holzhafen) sowie den " Campingplatz am Oderstrom" in Mescherin. Auch in der Wildnisschule Teerofenbrücke (an der HoFriWa) kann man anlegen, zelten oder ggf. in Hütten übernachten. Zimmer bekommt man ebenso im Hafen von Garz.
Zum Zelten am Ufer:
Wer am Ufer zeltet, sollte bedenken, daß es sehr viele Wildschweine gibt. Man tut also gut daran, Spuren der Tiere deuten zu lernen. Wer sie dennoch plötzlich in der Nähe hat, mache möglichst viel Lärm, um auf sich aufmerksam zu machen. Eine weitere Überlegung zum Zelten am Ufer: es hat schon Leute gegeben, die morgens im Wasser aufwachten, das Kanu verschwunden: es gibt plötzlich auftretende Flutwellen, vor allem bei niedrigem Wasserstand, die dadurch verursacht werden, daß aus Talsperren Wasser für die Oderschifffahrt eingespeist wird. Wir hatten schon Zuwächse bis zu einem Meter pro Nacht. Im Nationalpark sollte man niemals am Ufer zelten, da dies streng verboten ist. (Polder zwischen Hohensaaten und Marienhofer Wehr).
Da wir uns am Oder-Neiße-Radweg befinden, gibt es sehr viele Privatquartiere, Pensionen und Gasthäuser, die sich auf Einmal-Übernachtungen eingerichtet haben. Man findet sie immer in den kleinen Orten hinter dem nächsten Deich. Wir sind bemüht, hier noch die nötigen Kontakte zu knüpfen. Auch in Oderberg gibt es diverse Pensionen etc.
Auch in Polen gibt es private Übernachtungsmöglichkeiten, und mit der Zeit werden auch wir hier die noch vorhandenen Sprachbarrieren teilweise überwinden und Kontakte herstellen.

