Übersicht - Kurzinfo Untere Havel

Letzte Änderung: 13. März 2015

Achtung Aktuell

Die Untere Havel wird zwischen Havelberg und Rathenow abschnittsweise renaturiert, es werden im Laufe der kommenden 13 Jahre Uferverbaue (Steinpacklagen) abgetragen und Altarme wieder angeschlossen. Infos gibt es auf der Nabu-Website (bitte googeln "nabu havelrenaturierung"; wir verlinken es nicht mehr, da die Links beim Nabu sich immer wieder ändern). (Stand: 2012).

Geographische Lage

Die Untere Havel fließt aus Berlin durch das mittlere Brandenburg zunächst in Richtung Westen, um dann ab Brandenburg/Havel fast parallel zur Elbe nach Norden durch Sachsen-Anhalt zu fließen.

Befahrungsregelungen

Die Pfaueninsel darf nicht betreten werden.

Auf der Unteren Havel sind wir auf einer Bundeswasserstaße unterwegs, die entsprechenden Vorschriften sind einzuhalten.

Die Gülper Havel darf zw. 1.3. und 15.6. auf dem Abschnitt Molkenberg-Strodehne nicht befahren werden (NSG). Nachtrag Sept. 2011: seit  2012 darf die Gülper Havel auf ihrem nördlichen Abschnitt von Gülpe bis Strodehne schon ab 1.Juni befahren werden.

Der Gülper See als Vogelrast - und Brutgebiet von europäischer Bedeutung ist komplett für den öffentlichen Bootsverkehr gesperrt, es finden sich Beobachtungshütten an den Deichen am Südufer.

Es gibt weitere Naturschutzgebiete, Sie finden sie auf dieser Online-Karte des Bundesamts für Naturschutz. Die folgende Website der Landesregierung Brandenburg enthält dazu passend die aktuellen Verordnungen, bitte einfach den in der Karte gefundenen Namen des NSG in die Suche eintragen. 

 

Städte & Gemeinden

Ihre Kanureise auf der Unteren Havel führt Sie an folgenden Orten und Städten vorbei:

Berlin-Spandau · Potsdam · Caputh · Geltow · Werder · Phöben · Töplitz · Paretz · Ketzin · Schmergow · Deetz · Götzer Berge · Havelufer · Saaringen · Klein Kreutz · Brandenburg/Havel · Plauerhof · Plaue · Briest · Lutze · Kranepuhl · Tieckow · Kützkow · Pritzerbe · Bahnitz · Döberitz  · Premnitz · Milow · Bützer · Mögelin · Rathenow · Hohennauen · Grütz · Parey · Molkenberg · Warnau · Garz · Gülpe · Strodehne · Wendisch-Kirchhof · Vehlgast · Jederitz ·Havelberg  · Toppel · Nitzow · Quitzöbel

Befahrbare Flusslänge

Die Untere Havel ist von Berlin-Spandau bis zur Wehrgruppe Quitzöbel auf etwa 150 km paddelbar und bietet durch ihre unzähligen Altwässer und Nebenarme eine große Zahl an weiteren Erkundungsmöglichkeiten. 

Schwierigkeitsgrad

Wir Paddler müssen bis Plaue mit lebhaftem Schiffsverkehr rechnen. Ab Plaue gibt es fast nur noch Sportbootverkehr, der aber mit zunehmendem Abstand von Berlin stark abnimmt. Wer sein Kanu schonen will, achte auf die scharfen Böschungssteine, die man teilweise auch im Bereich der Bermen antrifft (Bermen: die sanften Schrägen mit Flachwasser vor den Ufernböschungen). Kurz oberhalb von Havelberg ist auch mit alten Buhnen zu rechnen, deren scharfen Steine je nach Wasserstand nahe unter der Wasseroberfläche Unheil anrichten können.

Wenn jemand mit Erfahrung dabei ist, ist die Untere Havel auch für Familien und Anfänger geeignet.

Uferbeschaffenheit und Umgebung

Die Ufer sind größtenteils mit scharfen Granitpflastersteinen befestigt, aber es gibt auch Strände sowie Pfahlreihen (vor allem am Grunewald). Die Umgebung reicht von typischem Großstadtambiente mit Millionärsvillen einerseits und etwas Industrie an den Ufern andererseits bis hin zu total einsamen Havelluchgebieten, in denen die Dörfer schon mal 5 km auseinander liegen können.

Überwiegend stehen Bäume an den Ufern, Wiesenufer oder Schilf ist die absolute Ausnahme. Dadurch macht die Untere Havel einen ziemlich natürlichen Eindruck, selbst in der Großstadt. 

In den Altarmen und Nebenfließen ist es durchweg "wild", die Vegetation als "üppig" zu bezeichnen.

Verkrautung

Verkrautung gibt es in der Unteren Havel nur auf wenigen Nebenarmabschnitten.

Windanfälligkeit

Auf der gesamten Unteren Havel muss mit größerem Windeinfluss gerechnet werden, was sich besonders im Bereich der Seenhavel, also von Spandau bis unterhalb Plaue bemerkbar macht.

Besonders ist bei den Brückendurchfahrten mit größeren Windströmungen zu rechnen. Extremstellen sind die Durchfahrten zwischen Sacrow und der Pfaueninsel sowie in Plaue unter bzw. auch nördlich der Brücken.

Der Breitlingsee/Plauer See ist zudem mit einer Fahrrinne für Frachtschiffe gesegnet, die jeder irgendwann überqueren muss, was bei ungünstigem Wind länger dauern kann als die Distanz zum nächsten Schiff hergibt. In solchen Situationen ist also höchste Vorsicht geboten. Wenn es irgendwie möglich ist, suche man sich Windschatten.  

Umgebungslärm

Die ersten 19 km, etwa bis hin zum Anfang des Templiner Sees in Potsdam, ist mit typischem Großstadtlärm (auch Fluglärm) zu rechnen. Danach finden wir nur noch einzelne Lärmbeeinträchtigungen in Stadtnähe von Brandenburg und (weniger) Rathenow und Havelberg. Der gesamte Rest ist wirklich ziemlich ruhig bis sehr still. Es gibt keine Straße, die längere Zeit parallel und nahe der Havel verläuft.

Strömung / Gefälle

Es gibt insgesamt nur wenig Strömung während der normalen Paddelsaison, etwa ab Schleuse Bahnitz (nahe Pritzerbe) kann es je nach Wind und Wasseranfall auch im Sommer etwas Strömung geben, selten mehr als 1 km/h, meist weniger.

Das Gefälle auf der gesamten ca. 340 km langen Havel  von der Quelle bis zur Elbe beträgt etwa 41 m und ist dabei komplett durch Schleusen reguliert. Dabei liegt der Templiner See bei Potsdam etwa auf 29 m über NN und die Elbe bei Quitzöbel etwa bei 24 m.

Der Gnevsdorfer Vorfluter als einer der künstlich angelegten Mündungsarme der Unteren Havel hat noch einmal 1,65 m Gefälle auf ca.11  km, die Elbe aber etwa 2,0 Meter Gefälle zwischen Quitzöbel und Gnevsdorf. Dadurch erreicht man, dass noch Havelwasser abfließt,  wenn die Elbe Hochwasser führt. Bis zur Fertigstellung des Gnevsdorfer Vorfluters 1954 reichte der Einfluss der Hochwässer in der Elbe bis hinein nach Rathenow.

Motorboote

Von Spandau bis Plaue ist mit teils starkem Motorbootsverkehr zu rechnen, besonders an Wochenenden (besonders bis Potsdam). Auf diesem Abschnitt gibt es auch Frachtverkehr, der jedoch sehr ruhig abläuft. Von Plaue abwärts ist nur noch wenig Motorbootsverkehr, ab Rathenow bis Havelberg nahe 0.

Wehre / Schleusen / Wasserhaltung

Die gesamte Untere Havel ist durch die Schleusen Spandau, Brandenburg, (Stadtschleuse sowie alternativ Vorstadtschleuse außer im Sommer), Bahnitz, Rathenow (alternativ Hauptschleuse bzw. im Sommer nur Stadtschleuse), Grütz, Garz und Havelberg ( Schleusenkanal) sowie der Wehrgruppe Quitzöbel reguliert. Die großen Schleusen werden fernbedient (nach Anforderung durch Sprechanlage, UKW oder Tel.), die Stadtschleusen haben Personal. An der Wehrgruppe Quitzöbel kann man zur Elbe (leicht mit dem Kanu, Ruderer werden die hohe Böschung nicht lieben) umtragen, zum Gnevsdorfer Vorfluter (langweiliger Kanal zur Elbe weiter abwärts) gibt es eine Kahnschleuse mit Selbstbedienung, zur Zeit (Sommer 2010) jedoch Baustelle und daher gesperrt.Es kann umgetragen werden, der Weg beträgt etwa 150 Meter.

Bootswagen

"Eigentlich" benötigt man keinen Bootswagen, zur Erreichung etwas entfernterer Übernachtungsmöglichkeiten sei es jedoch empfohlen, einen mitzunehmen.

Einkaufsmöglichkeiten

Einkaufmöglichkeiten gibt es an folgenden Orten:

  • Spandau
  • Staaken
  • Wannsee/Nikolassee
  • Kladow
  • Potsdam
  • Werder
  • Ketzin
  • Klein Kreutz Ortsgrenze zu Brandenburg
  • Brandenburg/Havel
  • Plaue
  • Premnitz
  • Rathenow
  • Havelberg

WWR

Wasserwanderrastplätze mit Komfort gibt es hier:

  • -Gatow Campingclub Breitehorn
  • -Potsdam Camping Sanssouci
  • -Caputh Camping Himmelreich
  • -Werder Riegelspitze am Glindowsee
  • -Ketzin Campingplatz neben/hinter dem Strandbad
  • -Klein Kreutz Camping Yachthafen Eden
  • -Breitlingsee/Brandenburg-Havel auf dem Kiehnwerder ein Campingplatz
  • -Campingplatz Plauer See bei Plaue (Stadtteil Plauerhof, nördliches Seeufer)
  • -Lutze, ein Camping- und Motorbootsportclub
  • -am Pritzerber See, Camping Am Pritzerber See
  • -Rathenow beim WSV Kanu
  • -im Hafen Garz
  • -Strodehne
  • -Havelberg auf der Spülinsel beim Havelberger WSV 
  • -Campingplatz Havelberg auf der Spülinsel

Daneben gibt es etliche Biwakplätze ohne Komfort und ohne Kosten

Befahrungshäufigkeit

Die Untere Havel ist mit Kanus sehr wenig befahren, mit Motorbooten siehe unter entsprechendem Menüpunkt.

Nebenflüsse / Anschlußgewässer

Die Untere Havel kommt von der Mittleren Havel (diese von der Oberen Havel und damit von der Mecklenburgischen Seenplatte), nimmt in Spandau die Spree und den Teltowkanal auf und in Potsdam die Nuthe.

Weitere Nebengewässer sind der Beetzsee, die Buckau, Plane und Temnitz, der Elbe-Havel-Kanal, der Emster Kanal, der Havelkanal bei Paretz, der Havelländische Großer Hauptkanal über den Hohennauener See, der Rhinkanal (Verbindung zu den Ruppiner Gewässern) über die Dosse, die Jäglitz. Die Stremme sowie der Königsgraben sind "frühe" Verbindungen zur Elbe (je nach Wasserstand der Elbe Ab- oder Zuflüsse).

Daneben gibt es zahlreiche Seen wie Jungfernsee, Krampnitzsee, Lehnitzsee, Wublitz, Schlänitzsee oder Glindowsee, die direkt mit der Unteren Havel verbunden sind. Der Gülper See ist ebenfalls verbunden, darf aber aus Gründen des Naturschutzes nicht gepaddelt werden. 

Man kann die Untere Havel also gut von der Mecklenburgischen Seenplatte aus erreichen: entweder über die Obere Havel oder (nur bedingt) über den Rhin. Von der Oder oder dem Oderbruch aus erreicht man sie über den Finowkanal oder schon früher über den Oder-Spree-Kanal, sie ist auch mit den Dahmeseen und dem Spreewald verbunden.

Über die Elbe erreicht man bei Dömitz die Müritz-Elde-Wasserstraße und damit die Mecklenburgische Seenplatte, über die weitere Elbe (nur abwärts)  Hamburg und Lübeck (Elbe-Lübeck-Kanal) und über den Nord-Ostseekanal die Eider, die Treene, die Sorge, die Städte Friedrichsstadt, Rendsburg und Kiel. Über den Elbe-Seitenkanal kommt man zur Lünebürger Heide (Ilmenau), über den Mittellandkanal zum Münsterland und Ruhrgebiet sowie zum Rhein (Dortmund-Ems-Kanal) (Rhein nur abwärts).

Von der Donau (unterhalb Schwarzwald)  kann man den Main-Donau-Kanal ( bei Kehlheim) und Main bis Mainz paddeln, dann den Rhein hinunter bis  Duisburg und von dort aus westlich über die erwähnten Kanäle bis Plaue. Wer will mehr? Bis Holland? Kein Problem. Langstreckenpaddler können also gut auf ihre Kosten kommen. (Solche Leute gibt es wirklich).

Bahn & Bus

  • Havelberg, Bahnhof nur in Glöwen (= 9 km Bus, hier auch schnelle Verbindung mit Berlin über Neustadt und Nauen)
  • Rathenow
  • Premnitz
  • Pritzerbe
  • Brandenburg/Havel
  • Werder (S-Bahn)
  • Caputh (S-Bahn)
  • Potsdam (S-Bahn)
  • Spandau (Bahn und S-Bahn)