Übersicht - Kurzinfo Mecklenburgische Seenplatte (Kleinseenplatte)

Letzte Änderung: 5. August 2011

Geographische Lage

Als Mecklenburgische Kleinseenplatte bezeichnet man allgemein die Seen, die südlich und südöstlich der Müritz bis über die brandenburgische Landesgrenze hinaus ein zusammenhängendes Seengebiet bilden, deren meisten Seen durch natürliche oder künstliche Kanäle und Stiche miteinander verbunden sind. Innerhalb dieses Gebietes liegen als größere Orte Mirow, Wesenberg und Neustrelitz sowie Rheinsberg und Fürstenberg. Die Mecklenburgische Kleinseenplatte ist im Norden mit der Müritz sowohl mit einer Bundeswasserstraße (Müritz-Havel-Wasserstraße) als auch durch die Seenkette (Alte Fahrt) verbunden. Im Südosten verbindet die Obere - Havel - Wasserstraße sie mit der Havel. Die Ruppiner Gewässer wiederum sind nicht direkt mit der Mecklenburgischen Kleinseenplatte verbunden, da der Rheinsberger Rhin teilweise gesperrt ist. (Über die Obere Havel kann man allerdings durchaus zu den Ruppiner Gewässern paddeln, wir paddeln dann über Liebenwalde in den  Oder-Havel-Kanal und dann in Oranienburg in den Ruppiner Kanal.)

Befahrbare Flusslänge

Wir haben nicht ganz genau nachgemessen, aber wir zählten ganz grob, daß man in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte etwa 250 Kanal- und Seenkilometer zur Verfügung hat, um mit dem Kanu zu paddeln. Diese lassen sich beliebig in alle Himmelsrichtungen erweitern. Die Mecklenburgische Kleinseenplatte verfügt über ca. 50 Seen, die sich als Wasserwege nutzen lassen. Die Gesamtzahl an Seen dürfte die hundert überschreiten.

Schwierigkeitsgrad

Generell lassen sich alle Gewässer der Mecklenburgischen Kleinseenplatte mit jedem Kanu paddeln, ohne daß dazu viel Erfahrung nötig wäre. Zu beachten ist, daß es auf den Seen selbst auf den Wind ankommt (Stärke, Richtung...) und auf einigen Abschnitten auf den Motorbootsverkehr. Dem Wind kann man oft begegnen, indem man in Ufernähe der windabgewandten Seite paddelt, auch den Motorbooten kann man meist gut aus dem Weg paddeln, da viel Platz vorhanden ist.

Strömung / Gefälle

Strömung und Gefälle ist im gesamten Bereich der Mecklenburgischen Kleinseenplatte kein Thema, so daß man seine Touren nur nach Wind und persönlichen Erfordernissen etc. ausrichten kann.

Wehre / Schleusen / Wasserhaltung

Es gibt 7 Schleusen zwischen den Abschnitten. Am Übergang der "Alten Fahrt" zum Müritzniveau (Bolter Kanal) sowie im Verlauf der Oberen Havel - Quellseen, an der Fleether Mühle zwischen Rätzsee und Oberbeek (Vilzsee) sowie zwischen Plätlinsee und Klenzsee gibt es Umtragestellen. Alle Schleusungen sind kostenfrei, bei Bedarf wird auch zwischen den Zeiten geschleust (die Schleusenwärterinnen haben oft Langeweile...)

Bootswagen

Einen eigenen Bootswagen benötigt man an der Umtragestelle Fleether Mühle. In Wustrow kann man gegen Pfand einen ausleihen, sofern die Kanustation "Kanuhof Wustrow" geöffnet ist. Bei der Alten Bolter Schleuse gibt es einen Bootswagen, der aber eher für Ruderboote geeignet ist und auf jeden Fall mehrere Pesonen zur "Bedienung" erfordert. Bei Alte Schleuse Babke (Obere Havel, Havelquellseengebiet) gibt es eine Lore, ebenso in Granzin.

Motorboote

Es gibt Abschnitte mit mehr und solche mit weniger Motorbootsverkehr: bedeutsam ist das allerdings fast nur in der Hauptsaison sowie an Himmelfahrt und Pfingsten. Es gibt sehr viele ruhige Wasserwege und auch ganz verschwiegene Ecken, die man oft für sich allein hat. Wo es Umtragestellen gibt, ist das entsprechende Gewässer naturgemäß motorbootfrei...

Befahrungshäufigkeit

In der Hauptsaison, also während der Sommerferien sowie an Himmelfahrt und Pfingsten sind die Hauptwasserstraßen sicherlich oft befahren. Da wählt man am besten andere Tageszeiten als der Mainstream, der sich hauptsächlich zwischen 9-16:00h abspielt. In der übrigen Zeit jedoch ist es oft einsam, da die gesamte Gegend südlich und südöstlich der Müritz sehr dünn besiedelt ist.

Windanfälligkeit

Da die Seen fast ausschließlich umwaldet sind, gibt es fast immer Möglichkeiten, sich ein geschütztes Ufer zu suchen, an dem man entlang paddeln kann. Die meisten Seen sind auch klein, so daß sie schon von da her ausreichend Schutz bieten. Es gelten die üblichen Vorsichtsregeln, und man sollte auf die konkrete Windrichtung achten.

Uferbeschaffenheit und Umgebung

Bis auf ganz geringe Abschnitte an Kanälen haben wir es mit natürlichen Ufern zu tun: sie sind teils sandig, teils sumpfig und sehr oft bewaldet. Es gibt auch einige sehr gute Bademöglichkeiten, vor allem an den Campingplätzen.

Umgebungslärm

Von Umgebungslärm bleiben Paddler überwiegend verschont, es gibt kaum Straßen und schon gar keine Industrie.

WWR

Es gibt in der gesamten Mecklenburgischen Kleinseenplatte genügend Wasserwanderrastplätze und Campingplätze direkt am Wasser, die allesamt mit WC und Duschen ausgestattet sind.

Befahrungsregelungen

Auf den Bundeswasserstraßen sind die einschlägigen Regeln einzuhalten, Sie finden sie hier: Gesetzliche Bestimmungen für Wasserstraßen [PDF-Dokument]; In der Kernzone des Müritz - Nationalparks sind die Beschränkungen zu befolgen. Auch hierzu finden Sie alle Details in der Gewässerkarte Tourenatlas TA6 Mecklenburg - Vorpommern. Alle weiteren Informationen, vor allem für Gruppen, finden sie hier: Müritz-Nationalpark-Kanuinfos

Einkaufsmöglichkeiten

Große Supermärkte finden wir in Neustrelitz, Wesenberg, Mirow, Rechlin. Auf den meisten Campingplätzen gibt es ausreichend Versorgungsmöglichkeiten. In einigen Dörfern wie z.B. Canow, Schwarz und Wustrow gibt es einen Landmarkt.

Bahn & Bus

Bahnhöfe finden wir in Neustrelitz, Wesenberg, Mirow und Kratzeburg.

Kanushuttle

Es gibt eine Reihe von Personen / Firmen, die Ihre Kanus transportieren, einige davon auch mit der Lizenz zum Personentransport. Das wäre z.B. wichtig, um von Babke zum Leppinsee umzusetzen oder jede andere Variation. In der Mecklenburgischen Kleinseenplatte ist es immer möglich, ein Kanutaxi zu finden, um das eigene Kanu wieder zum Fahrzeug am Ausgangspunkt zurückbringen zu lassen. Sie sind hier zu finden: Kanushuttle.

Verkrautung

Störende Verkrautung gibt es nur vereinzelt, z.B. in der Schwaanhavel, aber eher schwach.

Nebenflüsse / Anschlußgewässer

Es gibt in allen Himmelsrichtungen Möglichkeiten, die Paddeltour zu erweitern: nach Norden über die Müritz und die anderen Großen Seen bis zur Elbe usw. Nach Südosten können wir über die Obere Havel bis Berlin, bis zum Spreewald oder über die Oder bis zum Stettiner Haff paddeln oder eben auch in die Elbe. Über die Rhingewässer (Rheinsberger Gewässer und Ruppiner Gewässer) gelangen wir ebenfalls nach Berlin oder zur Elbe. Es wäre kein Problem, wochenlang unterwegs zu sein, ohne ein zweites Mal an derselben Stelle vorbei paddeln zu müssen.