Gewässerbeschreibung Havel-Müritz-Rundtour

Letzte Änderung: 19. Juni 2014

Eine sehr beliebte Kanu-Tour auf der Mecklenburgischen Seenplatte nach oben

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Diese Rundtour, die sich noch erheblich variieren läßt, ist bei sehr vielen Paddlern beliebt. Sie führt uns durch reiche Naturlandschaften und sehr wenige Ortschaften auch ein Stück durch den Müritz-Nationalpark. Wer die Geselligkeit liebt, wählt die Hauptsaison und verlängerten Wochenenden, ansonsten kann man hier schon mal ziemlich einsame Tage paddeln. Der Landtransport durch den schönen Wald zwischen Schillersdorf und Babke wird routiniert durch Profis erledigt. Es ist gut möglich, in Kratzeburg (Mecklenburg-Vorpommern) z.B. bei Kanu-Hecht  einzusetzen und am Ende der Runde, wenn man wieder in Babke angekommen ist, gegen fast 0km/h Strömung wieder von Babke hoch bis Kratzeburg zu paddeln.

An der Havel-Müritz-Rundtour liegen aber noch andere gut geeignete Startpunkte: das Plätlinseecamp bietet Platz in 8 Bungalows sowie zusätzliche Zeltmöglichkeiten.

Wenn man in Kratzeburg startet, ist der erste Campingplatz (Wasserwanderrastplatz) in etwa 14 km Entfernung zu finden, der Campingplatz am Hexenwäldchen (Jamelsee). Von dort an vergrößert sich die Auswahl an Wasserwanderrastplätzen. 

Kratzeburg am Käbelicksee nach oben

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Zum Tourenstart am Käbelicksee setzen wir an der Badestelle Kratzeburg ein, ein großer Parkplatz ist ganz in der Nähe. Wer nach längerer Anreise übernachten muß, kann dies bei Kanu-Hecht im Zelt, in einem Ferienhaus oder einer der originellen ausgebauten alten Weinfässern machen. Kanu-Hecht hat seinen Standort direkt in Dalmsdorf am Käbelicksee. Ein Parkplatz ist auch dort vorhanden.

Havelanfang nach oben

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Wir paddeln auf dem obersten See, von dem aus eine Havelbefahrung überhaupt möglich ist. Die Havel selbst ist also oberhalb des Käbelicksees nicht befahrbar. Nach 3,5 km ab der Badestelle Kratzeburg erreichen wir den Ausfluss der Havel aus dem Käbelicksee. Als sehr natürlich wirkender Kleinfluss fließt hier die Havel fast ohne Strömung teils an steilen Waldhängen, teils an sumpfigen Wiesen vorbei und trifft dabei nach ca. 1,5km die Straßenbrücke Dalmsdorf - Granzin, bevor der Wasserwanderer für ein paar hundert Meter links den Granziner See streift, den er nur in der Nähe des südlichen Ufers auf kürzestem Weg durchfahren darf. Anlegen kann (und darf) man erst im Ort Granzin, wo es eine Badestelle, eine Anlegemöglichkeit mit Erfrischungen, die Kanuvermietung "Kormoran Kanutouring" sowie ein Ausflugslokal gibt.

Granziner Mühle, Lorenbahn nach oben

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Es geht geruhsam durch den kleinen Schulzensee und noch weitere 300m Havel auf die Granziner Mühle zu, wo wir unsere Paddeltour unterbrechen "dürfen" und den ganzen Körper stählen können: aussetzen, das Kanu und die Ausrüstung über eine kleine Straße tragen, auf eine Lore setzen und sandige 750m das Gefährt bis zum Pagelsee befördern, wo es wieder genug Wasser gibt. Biwakieren wie früher gewohnt darf man hier auf keinen Fall, obwohl massenhaft Platz vorhanden ist, es ist streng untersagt und die Gegend wird konsequent kontrolliert. Für das Bußgeld könnte man locker ein 3 - Sterne - Hotelzimmer mieten... Für die Lore wäre es gut, eine 2. Person zur Hilfe zu haben, aber meistens gibt hier jemanden, der hilft.

Pagelsee - Zootzensee nach oben

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Nach dem Umsetzen, das wirklich Spaß macht, paddeln wir frohen Mutes um eine Halbinsel im Pagelsee herum, ohne diese betreten zu fürfen (Schilder). Fahrradfahrer und Wanderer dürfen dort allerdings ganz normal laufen und fahren, dabei natürlich auch anhalten... Warum das so sein muß, erschließt sich dem Normalverbraucher nicht in den ersten Wochen des Nachdenkens. Da hat wohl jemand 1 + 1 nicht zusammenzählen können. Es geht unter einer alten Holzbrücke hindurch, die einen Wanderweg über den Pagelsee ermöglicht. Der See ist etwa 2km lang, aber dergestalt unterteilt wirkt er bedeutend kürzer. Bis Babke haben wir noch etwa 2,7km sumpfige Landschaft und den Zootzensee zu genießen, den wir nur an den gelben Tonnen entlang paddeln dürfen. Die restliche Seefläche ist tabu. Kleine Brücken queren den schmalen Fluss, der hier etwas kanalartig durch die Wiesen führt. Dann erscheint das Gelände der Alten Schleuse Babke. Die dortigen Zeltmöglichkeiten gibt es nicht mehr, sie wurden behördlich untersagt.

Von Babke bis Blankenförde nach oben

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Auch in Babke können wir unsere Kanutour beginnen. An einem Holzsteg setzen wir bequem ein, unser Fahrzeug können wir hier auf dem Gelände des Fischers abstellen. Entgegen anderslautenden Informationen gibt es hier bisher keine Kanuvermietung, nur oberhalb und unterhalb von Babke. Nach ein paar Metern müssen wir an der Staustufe aussteigen, unser Kanu können wir mittels einer Lore übersetzen, eine 2. Person wäre da schon ganz gut - aber Paddler helfen sich ja gegenseitig. Die Havel ist hier flach und schmal, das Wasser ziemlich klar. Die Fahrt geht durch das Dorf Babke und weiter bis zum Jäthensee, den wir links ausschliesslich an der Tonnenreihe entlang durchfahren dürfen. So erreichen wir nach kurzer Zeit schon den Ausfluss aus dem See, die Havel ist schon etwas breiter. Die Ufer sind von Erlen und anderen Gehölzen bestanden. Wir befinden uns in der Kernzone des Müritz - Nationalparks und dürfen das Ufer auf unserer Paddeltour nur an ausgewiesenen Plätzen betreten. Etwa 700 m vor Blankenförde zweigt rechts ein schmales Fließ ab, es ist etwa 180 Meter lang und führt zum Jamelsee, an dem der Campingplatz "Zum Hexenwäldchen" liegt. Wasserwanderer sind dort herzlich willkommen, Gruppen müssen sich vorher anmelden. Es gibt dort auch eine Kanuvermietung. Bei sehr niedrigen Wasserständen muß das Fließ getreidelt werden.

Bald kommen die Bootshäuser (manche von ihnen werden als Ferienhaus vermietet) von Blankenförde in Sicht, an der Strassenbrücke Blankenförde - Kakeldütt können wir rasten und uns vom Kanuwandern erholen, am Kiosk einkaufen oder einen Imbiss einnehmen. Ein WC ist ebenfalls vorhanden. Bei Frau Henning "Raus ins Grüne" können wir uns umfassend über den Müritz Nationalpark informieren, in der Pension übernachten oder eine Ferienwohnung mieten. Hier werden Naturführungen im Kanu angeboten, man kann aber auch einfach Kanus ausleihen und selbst fahren. 

Havel von Blankenförde bis Useriner See nach oben

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Nach einer ausgiebigen Stärkung paddeln wir weiter, die Havel ist hinter Blankenförde schon bald ein etwa 20 bis 30 Meter breiter Fluss. Rechts und links stehen Gehölze, es erscheint der Görtowsee, den wir rechts an der Betonnung durchfahren. Es folgt ein sehr schöner Flusslauf zwischen dem Görtowsee und dem Zierzsee, die Ufer sind bewaldet und alles ist sehr ursprünglich. Auch den Zierzsee durchfahren wir nur mittig an der Tonnenlinie, und vom Useriner See trennt uns nur noch eine Landenge aus Sumpf und Schilf. Hier wirkt alles tatsächlich sehr wild und ursprünglich, die Umgebung ist still.

Useriner See, Havel, Großer Labussee - Woblitzsee nach oben

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Am nördlichen Ende des Useriner Sees liegt noch ein kleiner See: der Kramssee. Er darf nicht befahren werden, und so setzen wir unsere Bootsfahrt rechts fort. Etwa zweieinhalb Kilometer auf die alte Useriner Mühle zu liegt am weswtlichen Ufer der FKK - und Textilcampingplatz am Useriner See. Dieser Campingplatz ist als Wasserwanderrastplatz sehr zu empfehlen. Die folgende Alte Useriner Mühle können wir schon von weitem an ihrem roten Satteldach erkennen. Dort wäre ein guter Pausenplatz an der Badestelle sowie ein Imbiß bzw. Restaurant. Rechts davon fließt die Havel als zwar gerader, doch schön von Uferbäumen eingewachsener Kanal zur Useriner Schleuse. (Einsetzstelle unter der Straßenbrücke). Wir können uns schleusen lassen (was hier selten geschieht) oder unser Boot ganz leicht auf einer Alu - Lore übersetzen: schnell erreichen wir den Grossen Labussee. Jetzt sind wir nicht mehr in der Kernzone des Müritz - Nationalparks, und es ist mit Motorbooten und dem Ausflugsschiff zu rechnen. Würden wir jetzt nach rechts paddeln, könnten wir auf dem "Campingplatz am Zwenzower Ufer" übernachten (Sanitär, Kiosk, Imbiß). Fahren wir links, sind es weniger als 2km Fahrt auf diesem See, und die Havel hat uns wieder. Immer noch sehr schön, wenngleich das Wasser mitunter von den Motorbooten etwas aufgewühlt ist, trägt sie uns fast ohne Strömung die 3,5km bis zum Woblitzsee. Nach etwa 1km kreuzt eine Straßenbrücke (Straße Kl.Quassow - Useriner Mühle). Die Havel-Altarme links haben eine geheimnisvolle Sumpflandschaft hinterlassen. Am Ende dieses Flussabschnittes können wir den sehr gut ausgestatteten Campingplatz "Havelberge" für eine Übernachtung nutzen. (Auch dieser Campingplatz eignet sich sehr gut für einen Start unserer Kanu-Rundtour). Am gegenüber liegenden Ufer ist eine gute Rastmöglichkeit, Anlegen ist an Holzpfählen möglich. Übernachten ist dort definitiv nicht möglich.

Woblitzsee - Wesenberg nach oben

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Vor uns liegt der schöne Woblitzsee. Würden wir jetzt nach links paddeln, gelangten wir in den Kammerkanal und durch die Schleuse Voßwinkel nach Neustrelitz (etwa 8,5 Kilometer). Rechts sind es etwa 3,2 Kilometer zu paddeln, bis wir den Wesenberger Hafen erreichen, wo ein Wasserwanderrastplatz eingerichtet wurde. Ein Sanitärhaus steht zur Verfügung, der Hafenmeister ist bis 18:00h zu sprechen, um uns einen Schlüssel zu geben. Auf kurzen, vorbildlich ausgeschilderten Wegen können wir alle Besorgungen in der Wesenberger Innenstadt erledigen und auch gute Restaurants besuchen. Hier befindet sich auch der Standort der Kanuvermietung "Jahns Bootsvermietung", wo man Kajaks, Canadier und preiswerte Ferienwohnungen mieten kann. Wenn wir nach einer Übernachtung oder einer ausgiebigen Stärkung weiterpaddeln, steuern wir unser Kanu rechts herum aus dem kleinen Hafen hinaus. Kurz darauf sind wir im Havelkanal, der uns schon nach wenigen 100 Meter zur Schleuse Wesenberg bringt. Vorher können wir dem Kanuausrüster und -Vermieter "Kanumühle" einen Besuch abstatten, um unsere Ausrüstung zu vervollständigen oder uns die hübschen Ferienwohnungen für eine zukünftige Freizeitplanung anzuschauen (www.wasserwanderer.com und www.kanumuehle.de). Hier wird auch ein liebevoll hergerichteter Wasserwanderrastplatz mit WC und Duschen zur Übernachtung in Zelten angeboten, drei kleine einfache Holzhütten sorgen für ein Dach, wenn es mal kein Wetter zum Zelten ist. Sogar an einen Kinderspielplatz hat man gedacht.

Wesenberg - Schwanhavel - Plätlinsee nach oben

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Als Alternative zur Übernachtung in Wesenberg würde es sich anbieten, etwa 1 Stunde die Havel weiter hinunter zu paddeln bis zum Drewensee. Hier könnten wir am linken Ufer den im Kiefernwald gelegenen komfortablen "Campingplatz am Drewensee" für eine Übernachtung oder einen weiteren Aufenthalt nutzen. Aber zurück nach Wesenberg: Etwa 1km hinter der Schleuse zweigt rechts vom Kanal der berühmte Altarm der Havel, die Schwanhavel ab. Sie ist nur 3-5m breit und streckenweise sehr eng durch Baumhindernisse, aber sie glänzt durch sehr klares, fischreiches Wasser und eine wilde Natur drumherum, wo man sehr viele verschiedene Vögel singen hören kann. Wildschweine und Rothirsche kann man hier ebenfalls erleben, und natürlich Schwäne. Man darf die Ufer nur an ausgewiesenen Stellen betreten. Diese Fahrtroute ist für einen Kanuausflug sehr beliebt, leider nur etwa 3,5km kurz, bevor man den Plätlinsee erreicht. Auch diesen darf man nur an der betonnten Linie durchfahren, Inseln und die Ufer der Nordhälfte des Sees dürfen nicht betreten werden. Der Plätlinsee hat sehr klares Wasser, und oft sieht man Fischadler und Seeadler in dieser Gegend. Im Frühjahr sind Pirole zu hören und manchmal auch auf ihren hohen Plätzen in den längsten Ästen der Baumkronen zu sehen. Wir könnten alternativ zum Einsetzen in Kratzeburg auch die Ferienhaussiedlung "Plätlinseecamp" der Familie Möller als Ausgangspunkt für unsere Kanutour nutzen. Am Ende des Sees liegt Wustrow, hier unterbrechen wir unsere Kanutour, um unser Kanu umzusetzen.

Umtragen Wustrow nach oben

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Ausschließlich zwischen 8:00h morgens und 20:30h abends darf man diese private Umsetzstelle benutzen. Dafür benötigt man einen Bootswagen, der Weg ist etwa 200m lang mit einigem Höhenunterschied. Der hier ansässige Kanuhof Wustrow vermietet Bootswagen, wenn einer fehlt. Dieser Kanuhof betreibt hier einen WWR und vermietet Kajaks und Canadier, ferner 2 kleine Ferienwohnungen. Sanitärausstattung ist vorhanden. Im Ort kann man beim Bäcker / Lebensmittelhändler seine Vorräte ergänzen bzw. morgens nach Übernachtung Brötchen kaufen. Wir setzen unser Kanu in einen kleinen See vor dem Klenzsee, den man "Balinka" nennt, wieder über eine Holzsteganlage bequem ein. Manchmal ist warten angesagt, wenn zu viel Betrieb herrscht. Der kleine See ist voller Seerosen, die Ufer sind sumpfig und mit Erlen umstanden. Es geht bald durch einen sehr schmalen Durchstich in den Klenzsee.

Klenzsee, Gobenowsee nach oben

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Nachdem wir die Enge im Klenzsee passiert haben, überqueren wir ihn in westlicher Richtung, halten uns also ein wenig rechts. Dort finden wir den kleinen Kanal, der uns zum Gobenowsee bringt. Auch er ist ein Erlebnis, bewaldet und mit höheren Ufern. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Gobenowsee, der etwas zerklüftet ist. Rechts liegt das Örtchen Seewalde, es scheinen keine sehr armen Leute hier zu wohnen, einige Bootshäuser gibt es auch, der Motorbootsverkehr hat uns wieder, aber man trifft nur Anwohner in ruhiger Fahrt, keine Mietmotorboote mit Rowdies. Nach 2km finden wir rechts den Campingplatz C27, er liegt in einem Kiefernwald. Man kann hier ruhig übernachten, aber auch zu einer Pause anlegen und am Kiosk eine Stärkung erstehen oder seine Lebensmittelvorräte ergänzen. Der C27 kann auch als Einsetzstelle mit Parkmöglichkeit genutzt werden.

Drosedower Bek, Zirtowsee, Rätzsee nach oben

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Die erste Möglichkeit: dieser Abschnitt beinhaltet Umtragen bei der Fleether Mühle. Verlassen wir den C27 wieder, paddeln wir rechts hinüber zur Drosedower Bek. Das ist nun wirklich kein Bach, wie der Name vermuten ließe, sondern ein 3,5km langer Kanal durch Sumpfgelände und Kiefernwald. Hier kann man schon mal einen Kranich am Ufer spazieren sehen. Er führt uns in den Rätzsee, und wenn wir diesen erreicht haben, könnten wir uns noch einen Abstecher nach rechts in den kleinen Zirtowsee gönnen, z.B. um zu pausieren. Er ist nur etwa 35ha groß, aber von Bäumen umstanden und sehr still. Der Zugang ist eine Welt für sich, es geht durch alten Erlenbruch und Sumpffarngelände (Anmerkung 2012: es kann sein, dass dieser Zugang jetzt dauerhaft durch absichtlich quergelegte Bäume geschlossen ist).

Zurück im Rätzsee, können wir den frischen Duft dieses wunderschönen umwaldeten Sees genießen, der uns auch zum Baden an einem der Pausenplätze einlädt. Am Ende des etwa 5km langen Sees fahren wir wieder in einen Kanal ein, es ist der Zugang zur Fleether Mühle: hier wurden früher Kiefernstämme aufgesägt, die Sägemühle von dem Wasser angetrieben, das aus dem Müritzsystem in das Havelsystem floss. Der Höhenunterschied zwischen diesen beiden Gewässern beträgt aber nur noch etwa 1,0m im Mittel, nachdem die Schleuse Mirow schon die ersten 3,6m aufgezehrt hat.

Über Dolbek, Labussee und Schleuse Diemitz nach oben

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Die Alternativ-Kanuroute über die Schleuse Diemitz: eine andere Möglichkeit besteht darin, die Kanutour über die Dollbek, den Labussee und die Schleuse Diemitz in Richtung Mirow Und Müritz fortzusetzen. Dabei kommen wir am Biber-Camp C24 von Biber-Tours vorbei, wo wir direkt am Ufer des Labussees zelten können oder die Freiheit haben, auf einem Floß, einem Zelthotel oder in einem schön ausgebauten Bauwagen übernachten zu können. Natürlich eignet sich Biber-Camp C24 auch für einen Tourenstart der Havel-Müritz-Rundtour. Auf dem Gelände des Camps kann man sein Fahrzeug gegen geringe Tagesgebühr abstellen.

Diese Alternative eignet sich auch gut für die Kanufahrer, die nicht an der Fleether Mühle umtragen möchten, sondern stattdessen lieber die Schleuse Diemitz nutzen wollen.

Auch der Biberferienhof mit seinem großen Naturbiwakplatz (mit Sanitär) eignet sich gut für einen Tourenstart oder eine Übernachtung. Er liegt links am Ende des Labussees an der Diemitzer Schleuse.

Unterhalb der Schleuse Diemitz erreichen wir den Vilzsee, womit wir wieder auf unserer ursprünglichen Kanuroute angekommen wären, die uns über Mirow und Granzow zur Müritz führt.

WWR Fleether Mühle nach oben

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Beim Wasserwanderrastplatz Fleether Mühle gibt es ein Sanitärhaus, viel Platz und viele Möglichkeiten, sich zu versorgen: es gibt einen Biergarten, einen Kiosk, einen Bäcker und einen Imbiß. Wer kein Boot hat, kann sich vom örtlichen Kanuvermieter hier ausrüsten lassen und seine Paddeltouren von hier aus starten: man bekommt alles, was man zum Kanuwandern benötigt und viele gute Tipps. Wir befinden uns an einem sehr zentralen Orte der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, viele verschiedene Touren sind von hier aus möglich. Die Gewässer westlich des Mirower Holms sind von hier aus ebenso gut zu erreichen wie die Rheinsberger Gewässer oder Kleiner und Großer Pälitzsee. Sogar eine große Havel-Rundtour könnte man von hier aus unternehmen: den Rheinsberger Rhin hinunter (ab 15.Juni möglich bei ausreichendem Wasserstand), vor Berlin östlich halten und in die Havel, die man auch in Richtung Quelle fahren kann, da kaum Strömung auftritt.

Vilzsee, Mössensee, Zotzensee Mirower See nach oben

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Durch eine Kette von langgestreckten Seen (Vilzsee, Mössensee und Zotzensee) paddeln wir Mirow entgegen. Die Umgebung ist sehr natürlich, die Ufer meist von Wald umstanden. Es kann Motorbootsverkehr herrschen, das geht aber immer in Schüben, je nach "Schleuseninhalten". Der Campingplatz C25 am Mössensee ist ein beliebter Platz mit Vollausstattung, gegebenenfalls vermietet er auch Kanus und Ausrüstung, auch einfache preiswerte Hütten sind im Angebot. Zum Pausieren und Baden kann man hier auch anhalten (www.naturcamp-c25.de). Die letzten 2km vor Mirow sind Kanal, aber immer mit altem Baumbestand an den Ufern. Dann verzweigt sich der Wasserweg, links fährt man in die Anfang der 80er Jahre neu gebaute "Müritz - Havel - Wasserstrasse". Sie ist durch eine Schleuse an das Müritz - Niveau angeschlossen, als Ersatz für die Alte Bolter Schleuse am Ende der "Alten Fahrt". Holzflöße und Frachtschiffe wurden früher eben durch den alten Weg von der Müritz nach Süden gefahren.

Mirow, Granzow, Leppinsee nach oben

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In Mirow können wir erst einmal beim Fischer einkehren, wir finden seinen Anleger direkt hinter der Straßenbrücke der B198 nach Wesenberg. Nachdem wir uns so mit Wels oder Butterfisch gestärkt haben, können wir noch in den kleinen Hafen Mirow hineinfahren, den die Mirower "Wasserwanderrastplatz" nennen, aber als Paddler übernachtet man dort nicht: es ist kein Platz für Zelte, sondern es sind nur Anleger für Motorboote vorhanden. Aber man kann sehr gut an niedrigen Stegen anlegen und in Mirow einkaufen gehen. Auch um nur kurz die Duschen zu ntzen eignet sich dieser kleine Hafen gut.Wer nur ein Picknick machen will, legt rechts hinter dem WWR an der Schlossinsel an, bequeme Bänke und ggf. Schatten spendende Bäume sind vorhanden. Einladend ist auch der folgende Badestrand rechts mit seiner Strandgaststätte.

Bis zum Ende des Mirower Sees sind es noch 2,5km, wenn wir uns eher rechts halten, kommen wir den Wasserskiläufern nicht in die Quere. Paddelt man am Ende des Sees in den linken Seeteil hinein, gelangt man zur Kanustation Mirow und zur neu erbauten und bestens ausgestatteten DJH - Jugendherberge Mirow. Die Kanustation unterhält einen voll ausgestatteten Wasserwanderrastplatz, tel. 039833-22098. Den nächsten Campingplatz treffen wir schon ein paar km weiter in Granzow: hier befindet sich auch die Kanustation Granzow. Hier kann man auch Kanus mieten oder Ferienwohnungen und Zimmer.

Das Motorbootfahren ist ab hier nur noch Anliegern erlaubt. Die nächsten 4,5km paddeln wir fast nur durch Sümpfe, im Sommer ist die Wasserstraße bis auf 20m zugewachsen, Wüsten aus Sumpfpflanzen und Seerosen beherrschen das Bild, es ist fast nicht zu glauben. Erst im Leppinsee bekommt man wieder festen Boden unter die Füße, wenn man anlegen will (außer ein paar versteckten Stellen nahe der Kotzower Heide).

Leppinsee bis zur Müritz nach oben

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1,5km in den Leppinsee hinein erwartet uns der "Campingplatz am Leppinsee". Es ist ein sehr moderner Campingplatz, der ganz im Kiefernwald und am Seeufer liegt. (Immer schön die Kiefernzapfen unter dem Zelt entfernen beim Aufbauen:-) Wir könnten von hier aus leicht unser Fahrzeug aus Babke abholen: entweder zu Fuß durch den Wald, was einen Spaziergang von 5,5km Länge bedeutet, oder ein Angebot der vielen Spediteure nutzen, die sich auf Bootstransfer spezialisiert haben und diesen Platz des öfteren anfahren. Einer fährt auch mit Kutsche, möchte aber am Vortag einen Termin machen. Die Telefonnummern ist auf dem Campingplatz angeschlagen. Vom Campingplatz aus paddeln wir folgendermaßen weiter bis zur Müritz. Wir nutzen die beiden Seen "Woterfitzsee" und "Caarpsee", die beide mit einem sehr malerischen Stichkanal miteinander verbunden sind. Hier herrscht überall üppige Vegetation und artenreiches Tierleben. Die letzten 3km paddeln wir unser Kanu durch den Bolter Kanal, wobei wir die Alte Bolter Schleuse umtragen müssen. Ein Bootswagen ist hier von Vorteil (weshalb es ja auch "Kanuwandern" heißt ;-), für große Boote steht ein großer Bootswagen bereit (2-3 Männer). Sehr viele Fische in sehr klarem Wasser und ebenso sehr viele Eisvögel bezaubern jeden Wasserwanderer auf dieser Tour. Riesige Unterwasserpflanzen, die "Krebsscheren" genannt werden, üben ihren eigenen Reiz aus. Auf der Müritz angekommen, können wir uns links halten, um ein ausgiebiges Bad vom schönen Strand aus zu genießen (ist vom Land aus nicht zugänglich). Wir können aber auch nach rechts zum Campingplatz Bolter Ufer (C15) fahren, der einen sehr guten Kiosk sogar mit Obst und Gemüse unterhält und wo man ebenfals baden und auch Eis essen kann. Wer hier seine Tour beenden und wieder zum Käbelicksee zurück möchte, kann sich entweder vom C15 oder vom Wasserwanderrastplatz Alte Bolter Schleuse von autorisierten Spediteuren durch die Kernzone des Müritz-Nationalparks transportieren lassen, zB. Kanu-Hecht aus Kratzeburg (Tel: 0172-3014818) oder Kormoran-Kanutouring aus Granzin (Tel: 039822-29888). Normalerweise ist die Straße von Boek nach Kratzeburg gesperrt, nur einige Spediteure, alle Fahrradfahrer und Linienbusse dürfen hier fahren. Wer mag, kann auch links am Müritzufer entlang paddeln, um nach gut 5km in den Müritzarm zu gelangen, der uns nach knapp eintägiger Fahrt wieder Mirow entgegen bringt (siehe "Alte Fahrt Runde"). So sind in dieser Region sehr viele Kombinationsmöglichkeiten für Kanu-Touren gegeben.