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Gewässerbeschreibung der Mildenitz

Letzte Änderung: 20. Mai 2008

vor Schwarzer See

Mit dem Kanu auf der Mildenitz - der Flusscharakter nach oben

Die Mildenitz ist ebenso wie die Warnow von einem besonderen Flair umgeben, wenn man den Erzählungen der Wasserwanderer abends am Lagerfeuer lauscht. Das rührt daher, daß man die Mildenitz eben nicht zu jeder Zeit problemlos hinunter paddeln kann wie manch anderen Fluss. Dadurch, daß sie mal durch hügeliges Gebiet, mal durch Wald und mal durch Sümpfe fließt, ändert sie oft ihren Charakter: schnelle und normal schnell fließende Abschnitte wechseln sich ab. Es gibt wenig Einsetzmöglichkeiten, da die Umgebung oft wildnisartig beschaffen ist. Es gibt auch fast stehende Abschnitte, und dazu kommt die Affaire mit dem Kraftwerk Zülow, die von Kanuten nicht auf den ersten Blick verstanden werden kann. Zu allem Überfluss läßt der Wasserstand in normal trockenen Sommern an vielen Stellen zu wünschen übrig, Pegel, die etwas über den diesbezüglichen Zustand aussagen, sind nicht vorhanden. Es gibt durchaus Abschnitte, die man aufwärts paddeln kann, auch mit Gepäck. All diese Zusammenhänge machen es unmöglich, in einem kurzem Gespräch oder in einer kurzen Darstellung Endgültiges zur Mildenitz zu sagen. Unsere Gewässerschreibung wird dem Paddler helfen, sich in dem Wust an bisher verfügbaren Halbinformationen dennoch zurecht zu finden.

kurz vorm Dobbertiner See

Goldberger See bis Dobbertiner See nach oben

Diese Verbindung können wir nur im Frühling nutzen, solange sie noch nicht zugewachsen ist. Auch in nassen Sommern ist es gut möglich, hier mit dem Kanu zu paddeln, auch mit größeren Booten. Dann setzen wir in den Goldberger See an der Badestelle von Goldberg ein, die wir nördlich von Goldberg an der B192 finden, indem wir der Ausschilderung zu den Campingplätzen folgen. Wir können ganz an den See heran fahren, um unsere Ausrüstung am Wasser abzuladen. Unser Fahrzeug lassen wir dann in der Nähe auf dem öfffentlichen Parkplatz der Badestelle am Hotel stehen. Es gibt dort sehr viel Platz (100m vom See). Auf dem Goldberger See bleiben wir am besten rechts nahe dem Ufer, wo wir vor einer Landzunge die Ausfahrt zur Mildenitz leicht finden. Ein paar Bootshäuser stehen am Fluss, Angelboote dürfen hier auch mit Motor fahren. Kurz hinter dem letzten Bootshaus, das die Betriebsstätte des Fischers ist, teilt sich die Mildenitz: links fließt das Wasser über die Fischtreppe, rechts kommen wir bald zu einem Wehr, dessen geringer Höhenunterschied uns verführen kann, einfach drüber zu fahren. Es gibt jedoch etwas Hartes, das dann das Kanu ein wenig leichter macht, wohl nur mit PE-Kanus zu empfehlen. Es folgen einige Brücken über eine etwa 8 Meter schmale Mildenitz durch Goldberg, an denen wir bei manchen Wasserständen ebenfalls einsetzen könnten. Nach einem kleinen Schwall sind wir aus dem Ort heraus, eine Kanufahrt durch Wiesen bringt uns die nächsten 3 Kilometer zum Dobbertiner See. Dabei ist eine Brücke zu umtragen, es kann auch einige Baumhindernisse geben. Kurz vor dem See wird die Umgebung richtig wild, wir paddeln durch einen Sumpf, dessen Wasser schon mit dem See verbunden ist.

Campingplatz Dobbertiner See

Dobbertiner See nach oben

Der Dobbertiner See ist etwas zerklüftet, rechts liegt das weithin sichtbare Kloster und damit der Ort, links gibt es nur den Campingplatz und Natur. Hohe Baumbestände ragen an den Ufern auf, und wenn es starken Wind aus Westen gibt, entstehen sehr kräftige Wellen. Der Ausfluss der Mildenitz ist leicht zu finden, links der beiden Klostertürme kann man die Spiel- und Liegewiese des Campingplatzes mit dem Anleger des Ausflugschiffes entdecken, rechts daneben ein paar schöne mit Reet gedeckte Bootshäuser. Noch ein wenig weiter in der linken Ecke des Dobbertiner Sees liegt die Dobbertiner Mühle, durch die die Mildenitz aus dem See fließt. Links daneben können wir über das von der Kanustation Dobbertin genutzte Grundstück aussetzen, um unser Kanu dann über die Brücke hinter der Mühle direkt an der Fischtreppe wieder einzusetzen. Gegenwärtig (Juli 2007) ist hier alles noch wenig strukturiert und man muß über harten Granit einsetzen, aber es ist Abhilfe geplant. Wer seine Wasserwanderung auf der Mildenitz auf dem Dobertiner See beginnen möchte, kann den Campingplatz als Einsetzstelle nutzen oder eben die Umsetzstelle Dobbertiner Mühle.

bei der alten Mühle Kläden

Dobbertin bis Kläden nach oben

Eine 8 - 10 Meter schmale Mildenitz schlängelt sich mit teils munterer, teils verhaltener Strömung durch eine Landschaft aus Wiesen und Feldern, von der man im Sommer wenig sieht, da das Ufer der Mildenitz meist mit Weiden, Erlen und Pappeln bewachsen ist. Dazu kommt zeitweise ein sehr üppiger Bewuchs im Fluss selbst. Etliche Sohlschwellen und Baumhindernisse würzen diesen Abschnitt, und bei manchen Wasserständen ist es fast trocken, so daß "Wandern" angesagt ist. Vor Kläden beginnt dann eine sonderbare Wiesen- und Sumpflandschaft, die dadurch entstanden ist, daß man einen See (Dobbiner See) gegen Ende das 18.Jahrhunderts trockengelegt hat. Die Menschen hatten schon immer sehr merkwürdige Einfälle, was gewaltsame Eingriffe in die Natur anbetrifft. Die restlichen paddelbaren 1300 Meter kommen wir schon durch einen Wald, der sich langsam vom Sumpfwald zu einem Nadelwald wandelt. Hier gibt es sehr viele Eisvögel, die in den relativ steilen Uferhängen ideale Brutmöglichkeiten finden. Wir haben auch hier mit vielen umgestürzten Bäumen zu tun, die Mildenitz ist hier etwas breiter als vorher. Dann erscheint links nach einer alten kleinen Stahlbrücke die Alte Mühle Kläden, in der heute Ferienwohnungen vermietet werden. Rechts dahinter sollten wir aussetzen, geradeaus müßten wir uns durch die "Klädener Plage" quälen, was bei hohen Wasserständen mit unbeladenen Kanus gerade noch möglich ist, aber bei niedrigen Wasserständen auch damit nicht mehr, ohne sich selbst, die Ufer und die Boote zu vergewaltigen. Wir sind hier in einem außergewöhnlichen Naturschutzgebiet, und die bisher etwa 50 Baumhindernisse auf einer Strecke von etwa 1.5km werden nicht beseitigt. Es ist das "Mildenitz Durchbruchstal", gekennzeichnet durch sehr hohe Hänge und sandigen Boden.

Mildenitz Durchbruchstal

Mildenitz - Durchbruchstal nach oben

Ein sehr schön am Waldrand gelegener überdachter Pausenplatz ermöglicht eine ruhiges trockenes Picknick. Hier beginnt die "Klädener Plage", das Mildenitz - Durchbruchstal. Wir sollten unser Boot auf den Bootswagen umladen und die nächsten 1,5 Kilometer den herrlichen, festen Waldweg nutzen: es liegen nämlich ab hier etwa 50 umgestürzte Bäume in der Mildenitz. Paddeln kann man hier nicht wirklich, das Umtragen der Bäume gestaltet sich oftmals sehr schwierig, da es durch Wasserwirbel an den Hindernissen tiefe Stellen davor und dahinter gibt, und Ufer meist nicht für das Umtragen geeignet sind. Nur bei wirklich sehr hohen Wasserständen ist es etwas besser, aber mit beladenen Kanus solte man auch dann hier nicht paddeln, da man immer auf die Bäume klettern muß, um die Kanus rüber zu heben. Also schieben wir bis zur nächsten Holzbrücke, danach wird das Paddeln wieder möglich. Landschaftlich gehört diese hügelige, sandige Waldlandschaft zu dem Schönsten, was Mecklenburg zu bieten hat. Auch der Artenreichtum ist enorm, z.B. kann man hier Zwergschnäpper abwechselnd fiepen und tüten hören, auch Schwarzspechte und Haubenmeisen geben sich hier die Ehre. Der Beginn dieser "Klädener Plage" kann mit Fahrzeugen angefahren werden, Zufahrt über die B192, Abfahrt "Neuhof" durch den Wald auf recht "interessantem" Weg. (Die Pfützen sind nicht endlos tief!!) Zum Ende des Umtrageweges, also zur Holzbrücke vor dem Schwarzen See, kommt man nicht mit Fahrzeugen, ein Einsetzen hier ist also nur mit 1,5 Kilometer Bootswagentour möglich. Ansonsten kann man bei mittleren Wasserständen die Mildenitz von Borkow bis zum Schwarzer See aufwärts paddeln, was eine schöne Tagestour inkl. Rückweg von 11,5 Kilometern wäre und bei Eingeweihten sehr beliebt ist.

Schwarzer See

Schwarzer See nach oben

Nach wenigen hundert Metern erreichen wir den "Schwarzen See", einen versteckt in der Landschaft liegenden Kleinsee, den man von Land aus kaum findet. Im Sommer kann man durch das hohe Schilf kaum den Ausfluss der Mildenitz finden: er befindet sich gleich rechts nach nur 200m "Seeweg". Ab hier bis Borkow oder Kleinpritz kann man leicht in beiden Richtungen paddeln, da die Strömung recht schwach bis nahe null ist, nur wenn sehr wenig Wasser anfällt, schafft man es nicht ganz aufwärts bis zum See. Der Mischwald rechts und links erfreut die Sinne, das Mückendeo sollte man hier schon mal auspacken. Bald fließt von rechts die Bresenitz hinzu, ein 3-4 Meter schmales Fließ, das von den Seen nördlich der B192 kommt: Woseriner See, Holzsee sowie Garder See. Bei guten Wasserständen kann man diesen Zufluss nutzen, um von Woserin oder Garden die Mildenitz zu erreichen. Aufwärts paddeln ist hier nicht möglich. Die genannten Seen liegen in ausgesprochen reizvoller Landschaft, die sehr wenig erschlossen ist. Auch für mecklenburgische Verhältnisse sei gesagt: hier ist es noch sehr viel uriger, einsamer und wilder als gewohnt. Ein voll ausgestatteter Campingplatz existiert in Garden (nahe Lohmen), die Kanustation von Sven Muskulus "Wanderer Kanu Rad & Reisen" liegt gleich daneben.

fleißig gesägt! (zw. Neu Woserin u. Borkower See)

Schwarzer See bis Borkower See nach oben

Direkt hinter einer Holzbrücke über einem Waldweg, der von der B192 gegenüber der Straße nach Woserin abzweigt, bei "Neuwoserin", ausgeschildert nach Dinies, liegt eine Einsetzstelle und ein Pausenplatz, Parkmöglichkeit ist vorhanden. Ab hier läßt die Strömung immer mehr nach, bis sie ganz aufhört und wir uns die letzten knapp 3 Kilometer in einer Zauberwelt aus Sümpfen und Bruchwald wiederfinden. Es ist eine nicht zu beschreibende Umgebung, der man den nötigen Respekt entgegen bringen sollte, indem man sich immer still verhällt und auch nicht zu lange an einer Stelle verweilt: hier wohnen Biber und Fischotter, Eisvögelniströhren sind in die sandigen Hänge gebaut, Schwarzspechte lassen ihr klagendes Lied erschallen und sehr viele verschiedene Libellen versuchen andere Insekten zu erjagen, bevor die selbst zu einer Mahlzeit für Fische werden. Es ist ein Paradies , einer der aufregendsten Flussabschnitte Norddeutschlands, wenn man sich auf Naturbeobachtungen einläßt ebenso als wenn man alles einfach auf sich einwirken läßt. Wir sahen ein bewohntes Zaunkönignest auf einem der alten Holzpfähle, die hier teilweise frei im Wasser stehen und mit einer Mütze von Gras oder Farn bewachsen sind. Die Ufer sind so sumpfig, daß man das Gewässer auch als "Uferlos" bezeichnen könnte. Eine wirklich zauberhafte Gegend, für die man sich viel Zeit nehmen sollte.

Borkower See

Borkower See mit Abstecher zum Kleinpritzer See nach oben

Auch wenn wir noch so langsam paddeln, sind wir irgendwann im Borkower See, der im Sommer oft zu einem sehr großen Teil mit Seerosen bedeckt ist. Empfohlener Abstecher: Aus diesem See zweigt links der kleine Stichkanal ab, der uns durch den Ort Schlowe zum Kleinpritzer See führen würde. Hier müßte man eine niedrige Brücke und ein Wehr umtragen, was einfach ist. Der Kanal ist ebenfalls sehr schön, danach werden wir von dem klaren und wohlduftenden Kleinpritzer See empfangen, an dem wir auf den beiden Campingplätzen Kukuk und Klein Pritz gut übernachten können. Der Stichkanal bei Schlowe ist immer in beiden Richtungen zu paddeln. In Schlowe kann man auch gut einsetzen. (Abstecher Ende). Am Ende des Borkower Sees fließt die Mildenitz durch die alte Borkower Wassermühle, und wir müssen eine Staustufe umtragen. Hier befindet sich ein neuer Wasserwanderrastplatz mit Sanitär, der Betreiber ist Firma "Wanderer Kanu Rad & Reisen" Sven Erik Muskulus, tel. 0170-5543553, Anmeldung von Gruppen unbedingt erforderlich.

Baumhindernis

Borkow über Rothener See bis Zülow nach oben

Die nun folgende Strecke der Mildenitz ist häufig flach bei starker Strömung. Eine enge und kurvenreiche Mildenitz fordert unsere volle Aufmerksamkeit, viel Gebüsch, Schilf, Baumwerk und viele Steine müssen geschickt um- und durchfahren werden. Bei niedrigen Wasserständen, also meist im Sommer, hat man hier oft Grundberührungen und muß sogar austeigen und treideln. Nach etwa 1 Stunde kommt dann der Rothener See in Sicht, wir halten uns links, um den Ausfluss zu finden. Eine Badestelle mit hohem Steg weist uns den Weg. Von hier ab hat die Mildenitz einen völlig anderen Charakter: bis zum Trentsee ist sie vollständig kanalisiert, und die hohen, steilen Ufer sind als schräge Schotterschüttungen ausgebildet. Aber an Bäumen mangelt es nicht, allerdings liegen sie hier nicht im Gewässer, und wenn, werden schnellstmöglichst entfernt. Rechts zweigt über ein Wehr die eigentliche Mildenitz ab ("Alte Mildenitz"). Sie wird nicht gepflegt, wächst stark zu und ist ziemlich schnell, wenn viel Wasser anfällt. Das Hauptwasser aber wird durch den Kanal zum Kraftwerk Zülow geleitet, das in den 30er Jahren errichtet wurde. Kurz hinter der Straßenbrücke Rothenmühle ist der Kanal plötzlich zuende, das Wasser fließt unterirdisch durch ein "Rohr" die nächsten 300m weiter dem Kraftwerk entgegen. Wir müssen über die steinige, sehr steile Böschung unser Kanu aussetzen und 300m umtragen. Der Weg ist eine Spur über ein Feld, nicht immer leicht zu schieben. Das Einsetzen geschieht ebenfalls wieder über eine sehr steile Böschung, unten findet man nur Beton und Steine. Aber irgendwie geht es ja immer. Bis zum Kraftwerk haben wir noch 3km zu paddeln, es gibt kaum Strömung, so daß man den Rothener See auch aufwärts erreichen kann, wenn auch mit Umtragen. Vor dem Kraftwerk liegen noch ein paar Sumpfabschnitte, und ein kleiner Stausee bildet die Wasserreserve für das Kraftwerk, das immerhin 500 Haushalte nachhaltig mit elektrischer Energie versorgt. Die Fallhöhe beträgt 22m, so daß das wenige Wasser gut ausgenutzt wird. Wir können über eine steile, harte Treppe mit Querrohren aus Stahl aussetzen und finden einen Pausenplatz mit überdachter Tisch-Bank-Kombination vor. Wer weiter paddeln möchte, was sehr zu empfehlen ist, muß hier mal wieder den Bootswagen nutzen, die 300 Meter Umtragestrecke beim Kraftwerk Zülow sind aber dank Teerstraße gut zu meistern, trotzt des Höhenunterschiedes von 22m, den man kaum spürt. In der Nähe liegt das Gutshaus Zülow, das Zimmer, Ferienwohnungen und eine sehr nette Umgebung bietet. Hier trifft man auch wieder auf die Alte Mildenitz.

unterhalb Zülow

Zülow bis Trentsee nach oben

Die untere Umtragestelle Zülow kann mit dem Fahrzeug angefahren werden, wenn man sie als Einsetzstelle nutzen möchte. Die Zufahrt erfolgt entweder über Witzin, wo man direkt vor dem Ortsausgang auf der B144 Richtung Sternberg in einen Wirtschaftsweg einbiegen kann, der am Gutshaus Zülow vorbei durch sehr schöne Landschaft direkt zum Kraftwerk Zülow führt. Die andere Möglichkeit ist, von Sternberg in Richtung Güstrow zu fahren, nach Pastin abzubiegen und dann auf einer Anhöhe vor Gägelow links nach Zülow abzubiegen. Obwohl der folgende Mildenitzkanal künstlich angelegt wurde, ist er sehr reizvoll, meist eingewachsen, immer durch stille Natur und Heimat für Biber und Eisvögel, die den Uferhang für Wohnungsbau gerne nutzen. Die Strömung ist sehr schwach, zwischen 0.5 und 2 Kilometer, so daß man auch gut bis zum Kraftwerk Zülow hoch fahren könnte. Den Trentsee haben wir schon nach 2 Kilometern erreicht. Am Eingang des Kanals in den Trenntsee befindet sich ein Grillplatz, der scheinbar von der Bevölkerung stark frequentiert wird und mit Autos zu erreichen ist.

v. Trenntsee z. Binnensee

Trenntsee u. Großer Sternberger See nach oben

Der Trenntsee eignet sich auch für einen Tourenstart: eine sehr gute Einsetzstelle befindet sich in der Mündung der Alten Mildenitz. Sie ist etwa 500 Meter von der Mildenitzkanal-Einmündung entfernt am Ostufer des Trenntsees zu finden. Mit dem Auto kommt man am besten dahin, indem man von Sternberg kommend auf der B144 links abbiegt, wo es nach Loiz ausgeschildert ist. Direkt an der Brücke der Alten Mildenitz befindet sich ein Bootssteg. Parken ist hier für 2-3 Fahrzeuge möglich. Zum Übergang des Trenntsees zum Großen Sternberger Sees und des "Binnensees", an dem Groß Raden liegt, müssen wir der Linie folgen, die die beiden Inseln bilden. Hinter dem Trenntsee hat die Eiszeit einen kleinen Seeteil gebildet, der den Durchgang sowohl zum Großen Sternberger See (Mildenitz - Weiterfahrt) als auch zum Binnensee (Abstecher nach groß Raden) bildet. Dieser ist besonders romantisch, Farnufer, Erlenbruch und Rohrufer bilden die Kullisse für die Darbietungen von den dort lebenden Vögeln und Säugetieren. Es gibt mindestens eine Biberburg direkt an diesem 300 Meter langen Durchstich. Der Binnensee ist eher klein, meist von hohen Gehölzen umstanden. Der Ort Groß Raden ist bekannt für sein Oldtimer-Museum, besonders jedoch für sein Freilichtmuseum, das eine slawische Festung darstellen soll. Direkt anlegen darf man dort nicht, aber man kann neben dem Museum an der Badestelle Groß Raden anlegen und dann den nahen Haupteingang nutzen. Die Badestelle eignet sich auch zum Start einer Fast-Rundtour, wo man von hier aus bis Sternberger Burg nahe der Warnow hinunter paddelt und dann sein Fahrzeug über einen 2 Kilometer kurzen Fußweg holen kann. Zum Großen Sternberger See und damit zur Mildenitz geht es aus dem kleinen "Zwischensee", indem man vom Trenntsee kommend links paddelt. Die Mildenitz findet man wieder, wenn man sich im Großen Sternberger See immer rechts hält. Es sind etwa 3 Kilometer bis zum Ausgang der Mildenitz zu paddeln. Möchte man zum Wasserwanderrastplatz Sternberg, paddelt man links und läßt die größere Bucht aus. Dann kommt nach ebenfalls 3 Kilometer eine Badeanstalt, hier kann man zelten und die Stadt besuchen. Nutzt man diesen Wasserwanderrastplatz als Tourenstart, kann man seine Ausrüstung direkt dort abladen, das Fahrzeug vor dem nahen Seehotel parken.

oberhalb Sternberger Burg

Sternberger Burg / Mündung nach oben

Aus dem Großen Sternberger See fließt die Mildenitz über eine Fischtreppe und über ein Wehr heraus. Der Höhenunterschied ist eher klein, wenn man das Wehr nicht überfahren möchte, kann man den Zufluss zur Fischtreppe paddeln, bis man sein Kanu direkt an den Steinen überheben kann. Das Wehr direkt umtragen ist am linken Ufer möglich, einen Steg sucht man allerdings vergeblich. Das Wehr ist von der Straße über einen Wirtschaftsweg zu erreichen. Bis Sternberger Burg sind es leider nur noch 2 Kilometer schöne Mildenitz, ein paar Altarme zweigen links und rechts ab. (Die schwache Strömung erlaubt hier ein Aufwärtspaddeln ab Mildenitztreppe Sternberger Burg, so daß man die Seen auch aufwärts gut erreichen kann). Die Wiesen sind kaum höher als der Wasserspiegel, man hat einen sehr schönen Blick auf die eindrucksvolle Umgebung. Dann erscheint Sternberger Burg, wo es eine sehr gute Einsetzstelle mit großem Parkplatz gibt. Das Kanucamp Klein ist nahe, die Warnow ebenfalls nur noch einen Kilometer entfernt. Von der Straßenbrücke Sternberger Burg aus strömt die Mildenitz meist lebhaft ihrer Mündung entgegen. Dabei ist sie sehr flach, weshalb niemand hier gerne mit schwer beladenem Kanu von der Warnow bis Sternberger Burg aufwärts fährt. Dieses nur knapp 1km lange Stück ist sehr eingewachsen und hat eine richtig wilde Umgebung. Teilweise sind die Ufer sehr steil. Eisvögel fliegen hier gerne herum, und Rehe und Wildschweine gibt es hier ebenfalls. Beim Einfließen in die Warnow ist diese schmaler als die Mildenitz, so daß man erlebt, daß "eigentlich" die Warnow in die Mildenitz fließt. Da die Warnow selbst direkt hier einen scharfen Knick bildet, wird dieser Eindruck noch verstärkt. Man erlebt also konkret, daß von links die Warnow in die Mildenitz mündet, aber ab dann heißt es nun mal Warnow. Auf der Warnow geht es zwischen dichten Büschen dem Durchbruchstal entgegen. Wir erreichen es ab hier in etwa 10 - 15 Minuten. Mit leerem Kajak könnte man auch die Warnow ein gutes Stück aufwärts paddeln, etwa bis Gustävel / Wehr Nutteln.