Gewässerbeschreibung der Müritz-Elde-Wasserstrasse
Letzte Änderung: 30. April 2008
Mit dem Kanu von der Müritz bzw. der Mecklenburgischen Seenplatte bis zur Elbe oder umgekehrt
Um die Müritz-Elde-Wasserstraße paddeln zu wollen, gibt es mehrere Gründe: die einen möchten einfach einen schönen Abschnitt für mehr oder weniger kurze Kanu-Touren nutzen, die anderen vielleicht eine Verbindung von der Müritz zur Elbe oder nach Schwerin haben. Die ganz Ausdauernden können sogar eine große Rundtour von z.B. Berlin über die Elbe, dann über Dömitz diese Strecke hoch zur Müritz und dann wieder von der Müritz nach Berlin realisieren, entweder über die Havel oder den Rhin. Wer hier zum ersten Mal paddelt, wird erstaunt sein, wie natürlich dieser Kanal eigentlich ist. Wir können diesen bedeutendsten Abschnitt der Müritz-Elde-Wasserstraße als ein erholsames, ruhiges Kanu-Gewässer uneingeschränkt empfehlen!
Plau bis Barkow
Wenn wir über den Plauer See kommen, finden wir den Plauer Hafen leicht, da der Kirchturm der Stadt von weitem zu sehen ist. Der richtige Weg ist nicht zu verfehlen, und gleich links befindet sich der erste Hafen, wo auch ein Wasserwanderrastplatz mit einer stillen Zeltwiese betrieben wird. Am Ende des 2. Hafens gleich hinter der historischen Hubbrücke kommen wir zur Schleuse. Für Fußgänger gibt es hier eine lustige Hoch - Brücke, die sogenannte Hühnerleiter. Theoretisch wird in den Sommermonaten in allen Schleusen von 9:00h bis 19:30h geschleust, wobei die letzte Einfahrt in die Schleuse bis 19:30h zu erfolgen hat, auch bei solchen mit Bedienung. Der Kanal hat zunächst nur Schotterufer mit Baumreihen als Bewuchs, aber bald wird es immer natürlicher. Sogar Biberfraßstellen sind zu sehen. Schnell hat man vergessen, daß man sich auf einem künstlichen Gewässer befindet. Manches Gewässer, das sich "Fluss" nennt, ist da schon eher ein Kanal. Am Ortsende von Plau sehen wir links einen Bootssteg: hier befindet sich die Kanuvermietung von Stefan Bull (siehe "Kanuvermieter"). Nach gut 5 Kilometern kommen wir zur Schleuse Barkow.
Barkow bis Kuppentin
Durch schöne, einsame Landschaft paddeln wir die nächsten 5 Kilometer bis Kuppentin. Hier treffen wir den ersten Wasserwanderrastplatz. Es gibt einen Schwimmsteg in geeigneter Höhe für Kanuwanderer. Um uns herum ist nur Wald, die Alte Elde fließt in einigem Abstand zum Kanal, ist jedoch hier nicht befahrbar. Auf diesem urigen Campingplatz gibt es warme Duschen, WC und einen Kiosk, wo man sich auch an warmen Snacks stärken kann. Er eignet sich auch für einen Tourenstart, das Auto steht dann beaufsichtigt.
Kuppentin bis Bobzin
Weitere 5 Kilometer trennen uns von der Schleuse Bobzin, wo wir 6,90 Meter von einer netten Schleusenwärterin herunter geschleust werden.
Bobzin bis Lübz
Bis Lübz paddeln wir noch 5 kurzweilige Kilometer, die wir uns an natürlicher Umgebung erfreuen können. Hohe Bäume säumen die Wasserstraße, und als Lübz auftaucht, sehen wir als erstes den hohen Wasserturm mit der sehr spitzen Dachkonstruktion. Gleich rechts hinter der Straßenbrücke könnten wir aussetzen, um eine Pause einzulegen. Möchten wir aber einkaufen oder übernachten, empfiehlt sich ein Besuch des Stadthafens links am Ortsausgang. Die Innenstadt ist nahe, hier gibt es alle Versorgungsmöglichkeiten und auch einen Bahnhof (etwas abseits) und einen Bushahnhof (zentral nahe dem Wasserturm gelegen.) Viele kleine Restaurants und einige Biergärten locken zum Verweilen. Biertrinker schätzen das sanfte Lübzer Pils.
Lübz bis Burow
Unterhalb Lübz paddeln wir wieder durch Wiesen, der Ort Gischow liegt bei km96 und macht sich durch einen sehr kleinen Bootsanleger sowie eine Badestelle sichtbar. Ab und zu schimmert ein Garten durch die Ufervegetation. Waldufer haben wir hier gerade nicht, die Elde verläuft hier ab und zu auf einer Dammstrecke, das bedeutet, daß auf einer oder beiden Seiten das umgebende Gelände tiefer liegt als der Fluss. Es wird wieder sumpfiger, eine gebogene Fachwerkbrücke kommt in Sicht: es ist die Fußgängerbrücke bei Burow, die den Wanderweg von Burow nach Kreien und zum Blanken See über die Elde führt. Nördlich dieses Weges liegt eine sandige, mit einzelnen Eichen und weiteren Gehölzen in Gruppen bestandene Trockenrasenfläche, die weitgehend den Pflanzen und Tieren überlassen bleibt. Hinter der Brücke paddeln wir rechts in einen Altarm, dort finden wir eine Steganlage, eine Zeltwiese, einen Unterstand zum Kochen etc. und ein Sanitärhaus mit Duschen und WC. (50-Cent-Stücke bereithalten für die Eingangstür und die Duschen). Im kleinen Ort Burow, der zur Gemeinde Gischow gehört, gibt es einen Bäcker. Einsetzen kann man in Burow ebenfalls sehr gut, man kann mit dem Fahrzeug an den Hafen heranfahren, parken ist in der Nähe möglich. Dieser kleine WWR wird von der Gemeinde Gischow betrieben.
Burow bis Neuburg
Die Weiterfahrt bis zur Schleuse Neuburg führt uns immer noch durch Niederungen, die hier unbefahrbare Alte Elde verläuft nahe der Wasserstraße. Es folgt die Straßenbrücke Burow - Groß Pankow, vor der Schleuse Neuburg paddeln wir ein ziemlich gerades Stück Wasserstraße, dessen Ufer aber von sehr hohen Bäumen bewachsen sind. Die Selbstbedienungsschleuse lassen wir schnell hinter uns, die Bedienung ist kein Problem. Knapp 2km später sehen wir links den privaten Wasserwanderrastplatz Neuburg mit Gaststätte.
Neuburg bis Parchim
Wir können ihn für eine Pause oder eine Übernachtung nutzen. Die Straßenbrücke Parchim - Siggelkow wird passiert, bald geht unsere Fahrt wieder durch Waldgebiet, das Gelände steigt an und wird wieder sandig. Die Ufer selbst sind hier manchmal sogar seeartig. Die ehemalige Pausenstelle bei km78 ist weitgehend dem Vandalismus einiger junger Ureinwohner zum Opfer gefallen. In Slate treffen wir auf eine Personenfähre, der Platz daneben mit Überdachungen eignet sich auch als Pausenplatz. Kurz dahinter liegt eine Bootstankstelle mit Kanuvermietung. Wir bewegen uns auf Parchim zu, die Ufer sind hier teilweise neu befestigt und daher noch kahler Steinwurf. (Unterhalb der Wasserlinie begrenzen aber immer Pfähle den Steinwurf). Links hinter km75 gibt es ein Restaurant mit Biergarten am Ufer, hier kann man Kanus mieten und zelten. Allerdings verläuft die Bundesstraße 321 hinter der Häuserzeile, so daß es nicht leiser sein wird als in Parchim. Bei km73,5 spannt sich eine Pylonen - Brückenkonstruktion über den Fluss, 500m weiter biegen wir rechts in einen Seitenarm der Elde ein, um den Stadthafen von Parchim zu erreichen. Dort müssen wir uns immer rechts halten und fast bis zum Ende paddeln, wo ein kleiner Hafen nur für Wasserwanderer angelegt wurde. Ein großes Sanitärgebäude steht direkt daneben, Frischwasser zum Kochen muß man im Haus des Hafenmeisters zapfen.
Parchim bis Garvitz
Parchim bietet seinen eigenen Reiz durch eine Altstadt, die in weiten Teilen wiederhergestellt wurde, an der aber auch noch fleißig weiter gearbeitet wurde. Die Elde fließt als Altarm um den halben Innenstadtkern herum. Es gibt alle Versorgungsmöglichkeiten in der Nähe, der nächste Bäcker hat für uns frühmorgens in ca. 300 Meter Entfernung Brötchen bereit. Im Zinnhaus kann man ein Heimatmuseum besuchen, Parchim war früher eine Hochburg in der Tuchherstellung, Leinweberei und dem Hopfenanbau. Wenn wir Parchim wieder verlassen, können wir sowohl vor der Schleuse noch einen kleinen Abstecher in einen hübschen Seitenarm machen als auch dahinter, dort gibt es sogar eine Anlegemöglichkeit, wenn man nicht im Hafen war und trotztdem noch etwas in Parchim erledigen möchte. Die Schleuse selbst ist ebenfalls eine Selbstbedienungsschleuse. Unterhalb Parchim paddeln wir sofort wieder durch Wald. Nach ca. 3 Kilometer erscheint rechts eine kleine Badestelle mit Schutzhütte, hier liegt der Biwakplatz der Gemeinde Möderitz. Es geht an den Orten Malchow und Damm vorbei, letzterer heißt wohl deshalb so, weil hier die Elde wieder an einer abfallenden Landschaft liegt und daher das linke Ufer wieder mal durch einen Damm gebildet wird. Links fließt auch der Altarm. Eine längere Strecke paddeln wir schnurgeradeaus, rechts und links stehen hohe Bäume am Ufer. Bei km62,8 liegt links der Wasserwanderrastplatz "Lewitz - Camp", hier gibt es WCs und eine Kanuvermietung, der Platz hat echte Abenteuerqualitäten zu bieten. Die folgende Selbstbedienungsschleuse hat sich verengende Mauern, da dürfen nur Motorboote nebeneinander liegen, die nicht breiter als 3m sind. Gleich dahinter links liegt der Wasserwanderrastplatz Matzlow - Garwitz, der von Hans Ahrend betrieben wird und voll ausgestattet ist. Auch als Einsetzstelle kann man ihn nutzen, Parkplätze auf abgeschlossenem Gelände sind vorhanden. Ein Kiosk versorgt uns mit Getränken, überdachte Sitzplätze sind vorhanden.
Garvitz bis Neustadt-Glewe
Von Garwitz an bis kurz unterhalb Neustadt-Glewe sind wir in einer ganz anderen Landschaft als vorher: wir durchpaddeln die Lewitzer Teichlandschaft. Es handelt sich hierbei um eine riesige Niederung, in der Teiche für die Fischzucht angelegt wurden. Das gesamte Gebiet dient vielen wasserliebenden Tieren als Heimat und ist ein sehr wichtiges und bekanntes Rastgebiet für Zugvögel auf der "Durchreise". Die Elde ist hier zwar ein sehr gerader Kanal, aber die Ufer sind trotztdem interessant wegen der reichhaltigen Pflanzenwelt mit vielen Kleinlebewesen, und man sieht häufig Seeadler und Fischadler. Bei km 56 liegt das "Elde-Dreieck", wo rechts der Störkanal zum Schweriner See abzweigt (ca. 20km). Diese Insel können wir als Rastmöglichkeit nutzen. 3,5 Kilometer weiter steht am linken Ufer ein hölzerner Aussichtsturm, ihn sollten wir nutzen, um einen Blick über die Teichlandschaft zu genießen. Das Anlegen vor der Brücke ist einigermaßen bequem. Viele Möglichkeiten zum Aussteigen gibt es auf diesem Abschnitt nicht gerade. Die Lewitzschleuse bei km50,5 ist wieder so eine besondere Konstruktion, soll jedoch auch modernisiert und damit leider auch automatisiert werden. 3 Kilometer später unterqueren wir die Autobahn A24 Hamburg - Berlin, je nach Windrichtung ist mit einem gewissen Lärmschleier zu rechnen. Dann zeigen sich die ersten Gebäude von Neustadt-Glewe, der Altarm rechts würde uns zum Wasserwanderrastplatz bringen, aber an dessen Ende = Wehr kann man nicht aussteigen. So lassen wir uns mit der Selbstbedienungsschleuse herunterschleusen und paddeln gleich rechts hinter der Schleuse auf die Burg zu in den Hafen und werden Gäste beim dortigen Wassersportverein (WC, warme Duschen, Küche, Waschmaschine, Trockner...) Wir befinden uns in der Innenstadt und können alle Besorgungen vornehmen. Direkt neben dem Hafen steht die teilrestaurierte Burg und das alte Wasserkraftwerk, auf der gegenüberliegende Straßenseite das Schloß, in dem ein Hotel untergebracht ist.
Neustadt-Glewe bis Grabow
Verlassen wir Neustadt - Glewe, paddeln wir links an einer Industriebrache vorbei. Dann sind wir wieder für lange Zeit in purer Landschaft, links ein Wald und rechts ein sandiger Streifen vor einer fast unzugänglichen Wiesenlandschaft, hinter der ebenfalls Wald steht. Das zieht sich einige Kilometer bis zur Hechtsforthschleuse hin. Auch hier steht ein altes Wasserkraftwerk. Gleich dahinter liegt der Wasserwanderrastplatz, ein Campingplatz mit kleinem Hafen direkt am Wald. Hier kann man sich im Biergarten oder einfachen Restaurant verwöhnen lassen oder auch die Nacht im Zelt verbringen. Nach ein paar Kilometern lassen wir uns weiter herunterschleusen, wir sind in Grabow. Hier ist die Elde vollständig eingesperrt, und die Planer haben die Spundwände komplett mit Beton mit aufgeklebten Granitfliesen versehen. Am Ende der Stadt kann man links in die Alte Elde paddeln, die mitten in Grabow verläuft und dorf für viel Athmosphäre sorgt. In Grabow ist es möglich, für Besorgungen oder Restaurantbesuch am Ende der Hafenanlage links an einem Schwimmsteg anzulegen. Von hier aus fährt auch ein Ausflugsschiff für eine schöne Kanalfahrt.
Fresenbrügge bis Schleuse Malliß
Kurz unterhalb von Grabow erreichen wir Fresenbrügge, rechts liegt die DKV-Kanustation Wasserwanderrastplatz Eldekrug, wo Frau Rathloff auch ein beliebtes Restaurant und einen Kanuverleih betreibt. Hier sind wir ganz nahe am Altarm der Elde, mit 20 Meter Übersetzen können wir bei genügendem Wasserstand die Alte Elde bis unterhalb der Schleuse paddeln, sie fließt mit gutem Gefälle in unzähligen Mäandern durch viel Wald und einige Wiesen. Die Alte Elde hat sandigen Grund und klares Wasser. Auch zum Einsetzen eignet sich Fresenbrügge gut, Parkmöglichkeit ist ausreichend vorhanden. Gut 4,5 Kilometer weiter sind wir an der Schleuse Güritz angekommen, wo es noch einen netten Schleusenwärter gibt. Das Wehr neben der Schleuse wurde 2004 erneuert. Der gegenwärtige Abschnitt ist mehr von Wiesen als von Wald geprägt, aber kahl ist es nicht. Nach weiteren 5 Kilometern schleusen wir in Eldena herunter, gleich rechts hinter der Schleuse können wir in den Hafen einpaddeln, er wird hier zusammen mit dem Campingplatz von der Familie Witte betrieben. Liebevoll selbstgebaute und gepflegte Holzhäuser und Gartenmöbel schaffen ein außergewöhnliches Flair. Auch an Kaffee und Kuchen kann man sich hier gütlich tun. Wasserwanderer sind hier gerne gesehen, auch zum Pausieren, und erhalten so manchen Tipp. Unterhalb Eldena paddeln wir wieder durch sandigen Kiefernwald, es duftet herrlich nach Harz und mancher Specht überfliegt die Elde. Vor Neu Göhren liegt links ein kleiner Hafen, der auch über einen Campingplatz verfügt. Auch hier gibt es ein kleines Restaurant, wo man sich stärken kann. Bis zur Schleuse Malliß sind es noch knapp 2 Kilometer, rechts davor zweigt der Ziegeleikanal ab, an dem der moderne Campingplatz "Wiesengrund" liegt.
Malliß bis Dömitz
Der Ort Malliß ist Kern einer historischen Untertage-Abbaustätte von Kali, Alaunton, Ton und Braunkohle. Ton wird immer noch abgebaut, jetzt im Tagebau, eine moderne Ziegelei ist entstanden. Nur gut 3,5 Kilometer weiter haben wir schon die Schleuse "Findenwirunshier" erreicht und auch die nächste, Neu - Kaliß, ist bald in Sicht. Bis Dömitz kommt jetzt wieder ein Abschnitt aus teilweise Wiesenlandschaft, teilweise Sumpf mit üppiger Vegation. Rechts und links der Elde sind unbetretbare Sumpfniederungen, Altarme und solche, die man versucht hat zuzuschütten liegen neben der Wasserstraße. Die ersten Gebäude von Dömitz sind Wochenendhäuser, links zwischen zwei solchen liegt die Einfahrt in einen Altarm, an dessen Ende der Dömitzer Kanuverein (www.kanu-doemitz.de) beheimatet ist. (hier auch preiswert Kanuverleih: tel. 0152 02187028). Etwas weiter rechts können wir in den Hafen paddeln, hier liegen schon ein paar Motorboote, mit denen wir zusammen in verschiedenen Schleusen waren (sie dürfen ja auch nur 6 km/h fahren). Am Ende des Hafens können wir an der Slipanlage aussetzen und unsere Zelte aufbauen. Wenn der Platz hier nicht reicht, können wir den Wohnmobilhafen um die Ecke dazu nehmen. Ein Sanitärcontainer mit warmen Duschen und WCs schafft den nötigen Reisekomfort. Von hier aus können wir auf kurzen Wegen alle wichtigen Einkäufe und Besorgungen erledigen. Einen Bahnanschluß gibt es nicht mehr, aber natürlich Busanschlüsse in allen Richtungen. In Dömitz können wir uns zur Elbe herunter schleusen lassen, damit ist eine Weiterfahrt nach Hamburg, Lauenburg, Lübeck oder Bad Oldesloe z.B. möglich. Auch Mölln oder Ratzeburg sind leicht zu erreichen. Die Elbe aufwärts zu paddeln ist nicht zu empfehlen, da mit Strömung in der Größenordnung von 5 km/h zu rechnen ist.