Gewässerbeschreibung Eider (Obere Eider)
Letzte Änderung: 16. August 2010
Mit dem Kanu auf der Oberen Eider nach oben
Diese Kanutour führt uns auf einem schmalen Kleinfluß (die nächsten 22 Kilometer bis zum Westensee) durch Wiesen in einem anfangs breiten Tal, an wenigen Ortschaften vorbei in Richtung Kiel, bis er nach Westen abbiegt, um das Viehburger Gehölz auf der Endmoräne "Hornheimer Riegel" bei Kiel zu umfließen.
Von Bissee nach Reesdorf nach oben
In Bissee ist die erste Einsetzmöglichkeit für unser Kanu, allerdings ist die Eider hier nur 2 Meter breit und meist sehr flach, es ist also nicht gerade empfehlenswert, höchstens in wasserreichen Sommern oder frühem Frühjahr.
Die Ufer sind zunächst noch hoch, man sieht fast nur Böschung. Bald unterfahren wir die Straßenbrücke der Straße Nettelsee - Nortorf. Hier könnte man sein Boot gut einsetzen, ein guter Parkplatz ist vorhanden. Die Eider ist hier schon meist 3 Meter breit. Wir paddeln durch Brügge (nur bei hohem Wasserstand möglich), an der Alten Wassermühle könnten wir ebenfalls einsetzen. Parkraum ist dort begrenzt, aber man ist im Ort, vielleicht steht das Auto dort sicherer, wenn man mehrere Tage unterwegs ist. Im Ort muß man bei niedrigen bis mittleren Wasserständen mit sehr vielen Steinen rechnen.
Hinter Brüggge wird die Eider tiefer, bis Reesdorf erreicht ist: hier sind wieder viele Steine im Fluss, und im Sommer muß man oft treideln. Reesdorf eignet sich aber bei ausreichendem Wasserstand gut für einen Start unserer Paddeltour: zwischen der alten Feldsteinbrücke und der Eisenbahnbrücke setzen wir ein, für das Fahrzeug ist genug Platz hinter der Eisenbahnbrücke am Straßenrand. (Sackgasse, nur wenige Häuser). Allerdings ist die Eider immer noch ziemlich schmal, und es ist mit Büschen und vielen Wasserpflanzen zu rechnen.
Schmalstede nach oben
Das folgende Eidertal reicht von Reesdorf / Bordesholm bis an Kiel heran und ist gekennzeichnet durch hohe Buchenbestände rechts und links mit extensiv genutzten Wiesen dazwischen. Von hier bis Techelsdorf weiden Urrinder (Heckrinder, rückgezüchtete Auerochsen ähnliche) und Koniks (Wildpferde aus Polen), eine reiche Tier- und Pflanzengemeinschaft belebt das Tal, was sich in einer sehr angenehmen Stimmung bemerkbar macht. Nur das Kieswerk stört ein wenig. In der Nähe des Kieswerks Schmalstede existieren 2 Brücken und ein Anleger: Diese Stelle sollte man als erste Einsetzmöglichkeit für sein Kanu nutzen ( Begründung siehe "Einsetzstellen") , der Wasserstand ist ab hier fast immer hochsommersicher.
Grevenkrug bis Flintbek nach oben
Weiter geht es durch eine urige Landschaft, einem breiten Tal mit hohen Hängen. Es dominieren sehr feuchte Wiesen, Sümpfe, bewachsen mit Weiden und Birken (oft abgestorben). Kleine Hochmoore liegen hin und wieder direkt unter den Buchenhängen der Talgrenzen, manche werden als Fischteiche genutzt. Die "Blaue Brücke" ist oft umzutragen, wenn das Wasser zu hoch steht. Ein paar 100 Meter vor Flintbek befindet sich im Spätsommer ein Krautbalken, umtragen kann sehr mühsam werden. Es folgt die erste Straßenbrücke in Flintbek beim Freibad. Gleich dahinter kann man sein Kanu sehr gut einsetzen und sein Fahrzeug parken.
Flintbek nach oben
Wir müssen (bei niedrigem Wasser) durch eine leichte Sohlgleite paddeln, was einfach ist, und danach unter der Brücke, wo früher die Flintbeker Mühle war, durch sehr flaches, steiniges Wasser der Eider paddeln (mitunter treideln). Insgesamt ist die Ortsdurchfahrt Flintbek sehr natürlich. Ab Krähenwald Flintbek durchfließt die Eider mooriges Gebiet in einem außergewöhnlichen, jetzt etwas schmaleren Tal mit relativ hohen Hängen. Vor Schulensee unterqueren wir die Landesstraße L 318, das Freilichtmuseum Molfsee (historische Bauernhäuser, Katen, Mühlen, Werkstätten, Gasthöfe) liegt in unmittelbarer Nähe, anlegen und aussteigen können wir dort leicht, um Pause zu machen, jedoch nicht, um das Freilichtmuseum zu besuchen (der Eingang ist weit entfernt). Ab Spätsommer behindert ein Krautbalken die Weiterfahrt, ist jedoch leicht zu umtragen (wenn sich nicht all zu viel Kraut angesammelt hat).
Schulensee nach oben
Wir erreichen den Schulensee, die Eider ist hier schon etwas breiter, aber im Sommer ziemlich von Büschen zugewuchert. Wir fahren durch ein Naturschutzgebiet, der rechte Seeteil ist gesperrt. Im See müssen wir gerade auf den Eiderkrug in der Mitte zu paddeln. Dort können wir anlegen und einkehren, es gibt einige Lücken im Gebüsch am Ufer rechts von der Eiderausfahrt, wo der Fluss den See verläßt.
Mielkendorf nach oben
Jetzt kommt ein Hindernis: eine Aalfangeinrichtung läßt nur Boote bis 85 cm Breite frei durch Stahlstäbe passieren, breitere müssen umsetzen, was mit Gepäck sehr mühsam ist. Das Wasser der Eider fließt weiter durch schöne Gärten des Kieler Stadtteiles Hammer bis zu einem Wehr, das immer umtragen werden muß. (Gegenwärtig, August 2010, wird es zu einer etwa 90 Meter langen Sohlgleite umgebaut).
Die 3 Kilometer bis zur nächsten Einsetzmöglichkeit Mielkendorf (hier auch gut parken) paddeln wir ziemlich gerade durch Wiesen. Kurz vor der Steinfurter Mühle unterqueren wir die Schönwohlder Straße. Hier kann im Spätsommer unsere Weiterfahrt durch eine Krautsperre behindert bzw. verhindert werden.
Hohenhude, Marutendorf nach oben
Bei der Steinfurter Mühle müssen wir umsetzen: dafür können wir uns, wenn Wochenende ist, mit einer Pause bei Kaffee und Kuchen oder einem leckeren Fischgericht im Restaurant der historischen Steinfurter Mühle belohnen. (Tel. 04340-499 312) Bei hohem Wasseraufkommen geht es nach dem Wehr, das hinter der Mühle in der Umtragestrecke liegt, mit recht flotter Strömung zur Sache, was Anfänger in einem Canadier schon mal etwas überfordern könnte. Aber mehr als Baumberührung kann kaum passieren. Das letzte Stück bis zur Einmündung in den Westensee (gut 2 km) paddeln wir durch ein sehr schönes breites Tal an Hohenhude und Gut Marutendorf vorbei, wobei es eine niedrige Brücke je nach Wasserstand und Bootshöhe entweder zu unterfahren oder zu umtragen gilt. Da wir uns hier an einem öffentlichen Wanderweg befinden, ist es möglich, das Umtragen auch zu einer Pause zu nutzen.
Naturcampingplatz Wrohe nach oben
Wer auf dem Campingplatz Wrohe übernachten möchte, was wir sehr empfehlen, meldet sich am besten telefonisch vorher an (Herr Behnke , tel.0151 50 10 79 05). Hier gibt es auch die Marken zur Befahrung des übrigen Westensees, pro Tag und Boot 5,- Eur möchten die Seeeigentümer haben. (Außerdem noch erhältlich bei Fischer Andreas Jörs in Westensee). Dieser Naturcampingplatz in idyllischer Lage bietet Übernachtung im Zelt, Mietwohnwagen oder kleiner Holzhütte an, außerdem kann man sich in der Gaststätte oder im Biergarten mit Eis, kalten und warmen Getränken und Speisen verwöhnen lassen. Naßgeregnete Wasserwanderer können den Wäschetrockner schätzen lernen sowie das geheizte Sanitärgebäude!
Der Westensee nach oben
Der wunderschön mit Kiefern- und Mischwald umstandene Westensee ist Privatbesitz, wir dürfen ihn nur zur Durchfahrt beim Kanuwandern nutzen. Dabei sollen wir am rechten Ufer mit mindestens 50 Meter Abstand vorbei fahren, der Wald dort steht unter Naturschutz und ist wegen eines Seeadlerhorstes auch für Wanderer gesperrt, also nicht anlegen und Pause machen. Wenn wir uns relativ rechts halten, sehen wir in der Ferne Fischnetze, dort ist der Ausfluss der Eider aus dem Westensee. Zum noch weiter rechts gelegenen Ahrendsee dürfen wir nicht hinüber fahren. Am Ausgang der Eider können wir rasten, sie ist hier etwa 12 m breit. Links kommt der Ort Brandsbek / Felde, rechts ein freundlicher Wald auf Sandboden, davor eine schmale Wiese, auf der fast immer Wildgänse grasen und rasten. Ab und zu fliegt ein Seeadler über uns oder versucht, mit seinen gewaltigen Fängen Beute zu greifen.
Eider bei Klein Nordsee nach oben
Mit etwas Strömung paddeln wir nun an Brandsbek (guter Pausenplatz) vorbei (Bahnhof 200 Meter, gut parken, Einsetzen mit Bootswagen, Eiscafe nahe Bahnhof), unter einer Eisenbahnbrücke hindurch auf das Gut Klein Nordsee zu. Vorbei an dem Gut, auf dem die Kieler Stadtmission geistig Behinderte betreut, paddeln wir nach Achterwehr, wo der Fluss die Bundesstr. 202 kreuzt. Es kommt der Kanuverleiher im kleinen Reetdachhaus und bald darauf der ehemalige Kornhafen von Achterwehr, wo der Eider-Ring-Kanal beginnt. Kleine Schiffe mit Korn konnten hier früher beim Speicher Achterwehr (der heute noch steht und in dem der 2. Kanuverleih untergebracht ist) das Getreide entladen, das sie von den um den Westensee liegenden Gütern Marutendorf, Westensee, Wulfsfelde sowie Deutsch-Nienhof geladen hatten. Von hier aus konnten dann etwas größere Schiffe mit bis zu 2 Meter Tiefgang bis zur Schleuse Strohbrück fahren und von dort aus weiter durch den Eider-Kanal (später durch den Nord-Ostseekanal) nach Kiel.
Speicher Achterwehr am Eider-Ring-Kanal nach oben
Hier befindet sich eine sehr gut ausgestattete offizielle Kanu-Einsetzstelle mit großem kostenlosen Parkplatz. Ein Chemieklo ist vorhanden, es wurde in Eigeninitiative des Kanuvermieters Röder aufgestellt und wird auch von der Familie Röder gepflegt.
Der folgende Kanal ist windgeschützt, sehr romantisch und für Tagestouren sehr beliebt. Leider ist er nur 3 Kilometer lang, dann ist man schon bei der Alten Schleuse Strohbrück angelangt. Seit etlichen Jahren werden hier keine Sportboote mehr die 7 Meter tiefer zum Nord-Ostsee-Kanal geschleust, was Ruhe auf dem Eider-Ring-Kanal gebracht hat, da es fast keinen Motorbootsverkehr mehr gibt, von ein paar Anglern abgesehen. Das hat jedoch zu schlechtem Wasseraustausch, Schlamm - und Pflanzenproblemen geführt, und auch die Fische kommen nicht mehr Gewässeraufwärts zu ihren Laichplätzen. Daher erwägt man gegenwärtig, die Sschleuse wieder zu aktivieren.
Alte Schleuse Strohbrück nach oben
Bei der alten Schleuse Strohbrück könnten wir in den Flemhuder See umsetzen, wenn wir von dort aus den NOK befahren möchten. Aber ansonsten ist der See gesperrt, da er gelegentlich für Baggerarbeiten zwecks Ausräumung des NOK's genutzt wird. Dann liegen hier Spülbagger, die aus riesigen Schuten Baggergut herausspülen, das aus dem Kanal stammt. Das Baggergut, meist Kies, wird dann auf umliegende Spülfelder gepumpt und lagert sich dort ab. Da das lange nicht mehr passiert ist, gibt es hier eine interesante Tierwelt zu beobachten, aber nur zu Fuß. Überhaupt ist dieser Landschaftsteil sehr interessant, da man hier noch nachvollziehen kann, wie der Höhenunterschied zwischen NOK und Eider ausfällt. Es gibt eine regelrechte Insel zwischen Eider-Ring-Kanal und dem Flemhuder See, die Gewässer weisen einen Höhenunterschied von 7 Meter auf. Die Insel ist zudem beim Bau des Eider-Ring-Kanals zu einem Hügel aufgeschüttet worden, was den Reiz, zusammen mit der üppigen Bewaldung, noch erhöht.
Zwischen Eider-Ring-Kanal und Flemhuder See nach oben
Hier kann man nach ausgiebigem Kanuwandern sehr gut faulenzen, auf irgendwelchen Rasen- oder Wiesenflächen herumliegen oder sich die Beine vertreten. Manchmal ist es schon etwas überlaufen, wenn man Pech hat. Da in der Nähe ein offizieller Parkplatz ist, kann man hier auch gut einsetzen und seine Kanutour von hier aus starten. (Vom Grundstück der ehemaligen Schleuse ca. 100 Meter bis zum Einsetzen, das Auto auf dem weitere 100 Meter entfernten Parkplatz abstellen). Von Land aus erreicht man diese Einsetzstelle, indem man von Landwehr / Fähre aus parallel in Westrichtung den Kanal entlang fährt. Die Straße im Ort, die zur Alten Schleuse führt, heißt "Holm".
Nord-Ostsee-Kanal nach oben
Wer weiterfahren möchte, ist auf den Nord-Ostsee-Kanal angewiesen. Bis Rendsburg sind es etwa 20 Kilometer, wobei man nach 14 Kilometern auf der nördlichen Seite bereits wieder natürliches Ufer hat - man ist in den Eiderseen (Schirnauer See, Borgstedter See, Audorfer See und Obereidersee). So paddelt man auch rechts der Rader Insel entlang, die durch den Durchstich des NOK im Zuge der ersten Erweiterung 1907 entstanden ist. Die Befahrung des NOK kostet zur Zeit 6,- Euro, die nur an den Schleusen entrichtet werden könnnen.

