Gewässerbeschreibung der Osterau - Bramau
Letzte Änderung: 3. Mai 2008
Mit dem Kanu auf der Osterau - Bramau
Die Osterau durchfließt ziemlich schnell als kleiner, stark mäandrierender Fluss zunächst sandige Waldgebiete, wird auch vorübergehend ein Wiesenfluss, der sich nach 12 Kilometern in der Innenstadt von Bad Bramstedt mit der Hudau zur Bramau vereinigt. Die sehr kurze Hudau ist ein Zusammenfluss von Ohlau und Schmalfelder Au. Als Bramau fließt dieses Gewässer aus der Stadt mit viel Gefälle heraus, wird zum reinen Wiesenfluss mit ganz kleinen Waldabschnitten, der hinter Wrist eingedeicht ist und durch Moor und marschähnliche Landschaft nach weiteren 14 Kilometern in die Stör fließt. In Kellinghusen ist es möglich, sich ein Kanu zu mieten.
Weide-Bass
Wir finden die Einsetzstelle in Weide-Bass an der Brücke, über die der Weg von Hof Weide über Bass nach Großenaspe führt. Hier, unterhalb vom Wildpark Eekholt, gibt es keine Beschränkungen mehr, aber man kommt besser über die vielen Steine, Bäume und alten Wehrteile, wenn genügend Wasser vorhanden ist. Die beste Zeit wäre also bis Ende Mai oder nach verregneten Sommerabschnitten. An der Einsetzstelle können einige Fahrzeuge abgestellt werden, das Einsetzen erfolgt über eine flache, sandige Uferpartie. Es folgt gleich unter der Brücke eine steinige Schwallstrecke. Da flotte Strömung herrscht, bleibt nicht viel Zeit, die schöne Waldumgebung zu genießen.
Natürlicher Fluss
Die Osterau zeigt sich hier für die nächsten Kilometer als unbegradigter Fluss in stark gegliederte Landschaft, in der viele Bäume dominieren und Wiesen eher als kleine Auflockerungen wirken. Es ist fast überall schattig. Erlen säumen die Uferbereiche, vor allem in den zahlreichen Kurven. Ihre angefahrenen Wurzeln zeugen von unvollendeten Fahrkünsten verschiedener Wasserwanderer. Wenn wir im Sommer unterwegs sind, haben wir es oft mit Baumhindernissen, Sand- und Kiesbänken, Steinen und verfallenen Wehren zu tun. Das Wasser ist meist so flach, daß man bequem darin wandern könnte. Bisweilen ist Treideln angesagt. Es blühen wahre Teppiche vom "Flutenden Wasserhahnenfuß", der Tannenwedel - artige Grundstrukturen besitzt, aber auch richtige Blätter, die weiß-gelbe Blüten tragen. Sehr viele Prachtlibellen sowie Gebirgsstelzen sind unterwegs.
Vor Bimöhlen
Ein paar Kilometer vor Bimöhlen wird die Osterau erst einmal wieder zum Wiesenfluss, aber meist mit schattigen Ufern. Mehr oder weniger stark verkrautet, ab und zu Sandbänke, Büsche, Steine und auch Baumhindernisse: es gibt immer gut zu tun, wenn man die Osterau paddelt. Die erste Brücke vor Bimöhlen läßt einen Wirtschaftsweg queren, hier könnte man gut pausieren. Es kommt eine neue Fußgängerbrücke, ein paar 100 Meter weiter schon die Straßenbrücke im Ortskern von Bimöhlen. Hier befindet sich eine Holztreppenbrücke, man kann sehr gut einsetzen oder pausieren. Parkplätze gibt es an der Dorfstraße.
Bimöhlen bis Bollbrücke
Vom Ortskern abwärts paddeln wir in Richtung Autobahnbrücke an Privatgrundstücken vorbei. Eine Art Fischtreppe ist zu überwinden, entweder mutig durchfahren oder treideln. Schnell ist die niedrige A7-Unterquerung erreicht, bei niedrigem Wasser ist hier mit Kiesbänken zu rechnen. Hinter der Autobahn ist wieder schönster Wald, teilweise sogar mit etwas Steilhang. Die Osterau kurvt fleißig im wahrsten Sinne über Stock und Stein, leider trübt der Lärm der Autobahn etwas zu sehr die Stimmung. Aber das Auge wird wirklich durch schönste Landschaft verwöhnt. Hindernisse sind allgegenwärtig, aber die größten Bäume wurden aus dem Weg gesägt, sonst wäre bald kein Paddeln mehr möglich. Etwa 5 Kilometer unterhalb Bimöhlen erscheint ein Wald, hier befindet sich das alte Waldbad von Bad Bramstedt, heute ein Grillplatz und man kann hinter der "Bollbrücke" gut pausieren.
Bad Bramstedt
Einen knappen Kilometer abwärts geht es in sehr natürliche Umgebung, man denkt nicht, in Stadtnähe zu sein. Es erscheinen ein paar Brücken, unter der Eisenbahn- und Straßenbrücke müssen wir einen Schwall nehmen, es ist sehr flach. Bald dahinter kommt rechts das Freibad von Bad Bramstedt, hier ist ein treppenartiger Holzsteg, wir können sehr bequem aussetzen, um unsere Fahrt zu unterbrechen. Der Bahnhof der AKN-Bahn (Vorortbahn von Hamburg) ist ganz in der Nähe. Wenn man hier einsetzen würde, wären hier genügend Parkplätze vorhanden. Fahren wir weiter, kommen wir nach etwa 400 Meter an eine Fischtreppe, hier heißt es umsetzen. Bequeme Holztreppen stehen zur Verfügung, wir befinden uns direkt in der Innenstadt, Bäcker, Imbiß, Restaurant und Supermarkt sind in der Nähe. Die letzten Meter Osterau beginnen mit einer Schwallstrecke, sie sieht schlimmer aus, als sie ist. Bei höheren Wasserständen dürfte es sehr viel Freude bereiten, hinunter zu "raften". Es folgen mehrere Schwälle, zwischendrin fließt von links die Hudau hinzu, wir sind also jetzt auf der Bramau. Und noch immer geht es vehement bergab, erst dann wird es allmählich langsamer mit der Strömung. Einen Kilometer später liegt links die Kläranlage, der ebenfalls dort liegende Kompostplatz stinkt. Wir verlassen Bad Bramstedt.
Hitzhusen - Föhrden Barl
Mit abwechslungsreichen Ufern paddeln wir die Bramau hinunter, die Strömung hat deutlich nachgelasen, die Flussbreite zugenommen. Rechts erscheinen Storchennester, im Sommer sind einige durchaus bewohnt. Die Ufer sind hoch, anlegen und pausieren ist nur schwer möglich. Ein verfallenes Wehr sollte nur ganz rechts durchfahren werden, wenigstens bei Niedrigwasser. Wir kommen bei Kilometer 2.1 nach Hitzhusen, eine Steintreppe mit Holzverblendung lädt zum Ein- und Aussetzen ein, Parkplätze sind in der Nähe. Durch Wiesen, aber immer noch vorwiegend mit Gebüschufern fließt die Bramau mit etwa 2km/h (im Hochsommer) dem Örtchen Föhrden entgegen, vorher ist noch ein altes zerstörtes Wehr zu durchfahren, es geht links von der Mitte. Vorsicht! Rein mittig stehen Metallteile im Fluss!!
Föhrden-Barl bis Wrist
Die "Einsetzstelle" erweist sich als eine sehr notdürftige Möglichkeit, unter der Straßenbrücke am steilen Ufer sein Kanu in die Bramau einzusetzen. Parken können wir an der Straße, sie ist breit genug und keine Schnellstraße. Im Ort gibt es einen Imbiß. Föhrden-Barl lassen wir bald hinter uns, paddeln durch Wiesen, etwas Gehölz steht etwas weiter ab vom Fluss, ernsthafte Hindernisse gibt es von nun an nicht mehr. Nach gut 2,5 Kilometern erscheinen plötzlich kleinere Deiche, wir verlassen nun die Geestlandschaft und wechseln in moor- und marschähnliche Gegenden über. Wrist kommt näher, es gibt gemähte Ufer an Privatgrundstücken. Vor einem Deich links können wir aussetzen, hier ist die Einsetzstelle mit einem großen Parkplatz im Hintergrund. Der Bahnhof der Bahnstrecke Hamburg - Kiel bietet in der Nähe eine Gastwirtschaft, und direkt an der Einsetzstelle können wir uns in einem Supermarkt ebenfalls stärken oder unsere Vorräte auffrischen.
Wrist bis zur Mündung in die Stör
Noch eine Bahnbrücke unterquert, dann sind wir wieder ganz in der Natur, auf der einen Uferseite Gebüsch, auf der anderen ein Deich. Der Wind nimmt zu, die Strömung kann durch den Tideneinfluss beeinflusst werden. 2 Kilometer nach Wrist kommt noch eine eingenartige Fußgängerbrücke, sie ist mit 2 sehr hohen Massiveichebalken als Träger konstruiert. Das Schöpfwerk links bei Kilometer 14.6 bietet sich als Pausenplatz an. Hier können wir noch einmal aussetzen, ein Holzsteg ist eine große Hilfe. Bis zur Einmündung der Bramau in die Stör paddeln wir noch ca. 800 Meter. Dann heißt es links abbiegen, die Stahlbrücke bei Wittenbergen unterqueren und dahinter links in den Hafen paddeln, um die Fahrt zu beenden. Wenn wir möchten, läßt sich die Reise noch bis zur Elbe und weiter fortsetzen, fast grenzenlos, wenn wir mit Küstenwandern vertraut sind und die entsprechende Ausrüstung zur Verfügung haben.