Gewässerbeschreibung der Recknitz
Letzte Änderung: 11. August 2008
Mit dem Kanu auf der Recknitz nach oben
Der Beginn der Recknitz entsteht aus dem Zusammenfließen einiger Bäche zwischen Güstrow und Laage. Ab Laage ist sie mit einer Breite von etwa 6 bis 8 Meter je nach Wasserstand mit jedem Kanu-Typ immer befahrbar, im Sommer kann sie jedoch hier verkrautet sein. Das Einsetzen in Laage für Kanus ist beschwerlich, da es nur eine steile Uferböschung gibt. Die Einsetzstelle befindet sich am nordwestlichen Stadtrand an der B108 (Straßenbrücke). Direkte Anfahrmöglichkeit auch mit Trailer, Parken in unmitelbarer Nähe (viel Platz, kostenlos), von daher ist es also günstig, das Kanuwandern auf der Recknitz hier zu beginnen.
Recknitztal nach oben
Wir paddeln eine kanalisierte Recknitz ziemlich gerade durch intensiv genutzte Wiesen, an den relativ hohen Hängen des ziemlich breiten Recknitztales wachsen schöne alte Buchen- und Mischwälder. Von Lärm bleiben wir die nächsten Abschnitte verschont, bis Tessin umtragen wir 3 Wehre und unterqueren die A20.
Tessin nach oben
Die nächste Einsetzmöglichkeit ist am nun folgenden Wasserwanderrastplatz Tessin: Zufahrt über die "Innenstadt", hier "Gnoiener Str." In Tessin kann man nahe der Recknitz gut einkaufen oder auch essen gehen. Der Betreiber des Wasserwanderrastplatzes ist die Stadt.
Zarnewanz nach oben
Gleich nach dem Einsetzen / Übernachten umtragen wir das Wehr Tessin, 2 Schwimmpontons sind vorhanden. Wir paddeln immer noch durch Wiesen, aber das Tal wird schon schmaler, die Wälder und sandigen Abhänge rücken erfreulicherweise näher. Es folgt noch das Wehr Zarnewanz, (Aussetzen Schwimmponton, Einsetzen Betonstufen) Hier kann man gut pausieren, auch mit großen Gruppen.
Dudendorf / Liepen nach oben
Nach 5,5 Kilometern sind wir beim Wehr / Brücke Dudendorf / Recknitzberg angelangt, das man bei normalen Wasserständen durchpaddelt. Hier kann man auch sehr gut einsetzen oder rasten, und ab hier fängt die renaturierte Recknitz an: neuer, schmalerer Flußverlauf, die (breiteren) Altarme immer einseitig verschlossen, weshalb man aufpassen muß, nicht in einer Sackgasse zu landen. Die Wassertiefe variiert sehr stark und damit die Strömung. Man ist in Sumpfwildnis, die Ufer sind meist nicht betretbar.
Renaturierte Recknitz nach oben
In Schabow paddeln wir an einem alten alleinstehenden Haus vorbei, das zur Zeit leersteht. Am Ufer kann man pausieren, es ist dort öffentlich (Meßeinrichtung).
Bad Sülze nach oben
Bis zum Wehr Bad Sülze sind es noch etwa 7 Kilometer herrlichste Paddeltour, die man sehr genießen kann. Dann wird es zivilisierter, der Wasserwanderrastplatz Bad Sülze kommt in Sicht: die alte Mühle als "Gästehaus Mühlenstein", und das Veranstaltungshaus, das den WWR betreibt (JAM, www.jamweb.de, tel 038229-704-22). Hier kann man zelten, oder im Bettenhaus übernachten, duschen und sich z.B. preiswert zur Trebel (und an andere Orte) umsetzen lassen. Eine Kanuvermietung betreibt das JAM ebenfalls. Zum ca 600 Meter entfernten Supermarkt und Bäcker wandert man hinter der alten Mühle den Stadtpark an den Gärten entlang.
Saline 7 nach oben
Hinter dem Wehr Bad Sülze setzen wir bequem wieder ein und fahren mit etwas Strömung Richtung Marlow. Bald müssen wir den linken Arm wählen, der über eine Fischtreppe unter einer Straßenbrücke hindurch führt. Vorher liegt linkerhand der Anleger von Saline 7, Martina & Jens Carnein, eine Kanuvermietung der besonderen Art (www.kanu7.de, Tel. 038229 - 80997 od. 0176 - 755 46)
Brückenschwall Bad Sülze nach oben
Die Fischtreppe unter der Brücke sollten wir treideln, mit 2 Seilen am Boot, denn es herrscht starke Strömung. Dort, wo wir mit Schwung hindurchgleiten möchten, liegt ein großer Granitfelsen schräg im Wasser und macht diesen Plan unmöglich. Seitlich rechts befindet sich ein breiter Holzbalken, auf dem wir bequem gehen können. Kurz darauf setzen wir wieder ein und paddeln mit teilweise rasanter Fahrt (je nach Wasseranfall) die 200 Meter Gefällestrecke hinunter, bis wir wieder in tiefem, ruhigem Wasser angekommen sind. Die Strömung ist von jetzt an bis zur Mündung schwach.
Recknitz begradigt nach oben
Es folgen ca. 7 Kilometer begradigte, kanalartige Recknitz, die man einfach abreißen muß. Rechts und links ist nur Schilf: nur im Frühjahr ist das Ufer und die Umgebung zu sehen. Aber trotztdem kann man mit etwas Glück Eisvögel und Fischotter beobachten. Da man wahrscheinlich schnell fährt, ist man bald vor Marlow, wo es wieder natürlich wird: Sumpf und Bruchgelände, ein Altarm mit vielen Biberspuren bei Marlow, dann die Bootshäuser und zuletzt der neue Wasserwanderrastplatz Marlow. (WC, Duschen) Bis zur Stadt und damit den Einkaufsmöglichkeiten sind es ein paar hundert Meter bergauf.
Marlow nach oben
Das Einsetzen der Kanus in Marlow funktioniert gut über den WWR, aber wenn dieser geschlossen ist (bislang von Sept. bis Mai) nur neben der Straßenbrücke, eher schlecht. Parken ist dann auch nur sehr schlecht möglich. Man müßte sein Fahrzeug in den Ort fahren.
Bei Gruel, Langer Berg nach oben
Hinter Marlow erscheint die Recknitz noch in ihrem ursprünglichen Verlauf: endlich geht es nur noch durch sumpfige Bruchlandschaft, Wiesen sind die Ausnahme. Hier gibt es wieder viele Fischotter und Biber, manchmal sind Wildschweine direkt am Ufer oder man hört Rothirsche brüllen und Kraniche trompeten. Die vielen Mäander machen das Paddeln eher interessanter als eintönig, da man immer nur ein kurzes Stück Recknitz überblicken, sich darauf aber leichter konzentrieren kann als wenn der Fluß gerade wäre. Die Tiere sehen einen auch erst später, als wenn das Gewässer über eine längere Strecke nur gerade wäre.
Pantlitz, Daskow nach oben
Direkt am Fluß liegen seit Marlow keine Ortschaften mehr, dafür hat man eine sehr angenehme Stille. Nur Daskow reicht gerade ein wenig ans Ufer. Hier kann man gut rasten, zum Übernachten wäre eher der einfache WWR Pantlitz zu empfehlen. Hier wird man eher Ruhe haben, es führt kein Weg von Land zum WWR.
Ribnitz - Damgarten nach oben
Zwei Kilometer vor Ribnitz-Damgarten wird der Fluß offener, breiter und windanfälliger. Direkt vor Ribnitz unterfährt man eine Eisenbahn- und kurz darauf eine Straßenbrücke. Danach muß man sich entscheiden: entweder man paddelt rechts und kommt in den Hafen mit Wasserwanderrastplatz (zelten beim Ruderclub, tel 03821-4745 oder 01747-126388, und Duschen ein paar Meter weiter in Richtung Stadt beim Hafenmeisterpavillion), oder man paddelt sein Kanu in den Saaler Bodden, eine herrliche Wasserlandschaft mit wilden Ufern und dem Vorgeschmack auf die Ostsee. Allerdings muß hier klar gesagt werden, daß diese Art von Kanuwandern eine ordentliche Ausrüstung, Wetterkunde und Erfahrungen im Küstenpaddeln erfordert.