Gewässerbeschreibung des Ruppiner Gewässer und Rhin

Letzte Änderung: 25. Februar 2008

Alter Rhin

Verbindung zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte und Berlin: mit dem Kanu auf dem Rhin

Diese Gewässerlandschaft besticht durch ihre Ruhe und teilweise schon sehr überraschende Urwüchsigkeit, die man an sehr vielen Abschnitten im Kanu erleben kann. Sie ist von Kanuwanderen bisher relativ wenig genutzt, wohl weil sie zu unbekannt ist. Das möchten wir hiermit ändern. Wir haben auf allen genannten Gewässern eine sehr lebendige Natur, in der es keinesfalls ungewöhnlich ist, Eisvögel, Kraniche, Seeadler, Fischadler, Otter und Biber anzutreffen. Letztere beiden sind allerdings überwiegend dämmerungsaktiv, doch wer still und aufmerksam dahinpaddelt, wird auch mal das Glück haben, sie bei Tage zu Gesicht zu bekommen. "Beobachten" wie es in diversen Prospekten angepriesen wird, lassen sie sich jedoch kaum, dazu sind sie die Nähe des Menschen nicht genug gewöhnt. Oft hört man ihre Nagegeräusche, und die jungen Biber hört man mitunter leise fiepen oder ihre Schmuselaute von sich geben. Die Fischotter machen sehr vielfältige Geräusche, man muß es lernen, sie zu erkennen, und man muß sehr offen, aufmerksam und leise sein. Wir wünschen allen, die auf diesen außergewöhnlichen Gewässern mit ihrem Kanu unterwegs sind, viel Ruhe und Freude.

Rhin mit Hindernissen

Zippelsförde / Rhin Kanu - Einsetzstelle

Vom Rheinsberger Rhin kommend, gleich, ob selbst erpaddelt oder transportiert worden, setzen wir unser Kanu in Zippelsförde direkt unterhalb der Fischaufzuchtstation wieder in den Rhin ein. Anfangs werden wir oft treideln müssen, denn die Forellen bekommen das meiste Wasser des Rhin. Bald fließt das Fischzuchtwasser mit dem Fluss aber wieder zusammen und wir haben fast überall genug Wasser unter unserem Kanu, um vorwärts zu kommen und die Ruhe der Natur zu genießen. Knapp 1,5 Kilometer später trifft der Rhin mit dem Kanal zusammen, der vom Gudelacksee / Möllensee kommt (Lindow, hier auch Campingplatz). Jetzt ist mit Motorbooten zu rechnen, wenn gleich nur sehr wenig Motorbootsverkehr zu erwarten ist. Das Wasser steht, und wir paddeln mitten durch eine sumpfige Traumlandschaft. Die Pfähle der Uferbefestigungen stehen etwa 8 m auseinander und sind mit schwimmenden Rundhölzern verbunden, so daß die Fahrrinne vom Sumpf ein wenig abgetrennt ist. Jenseits der Stämme wächst im Sommer das, was wachsen will, und Wasserbewohner aller Arten sitzen gerne auf diesen Stämmen. Im Hintergrund steht beidseitig des Ufers hoher Wald.

Rhin vor Zermützelsee

Zermützelsee

Die beschriebene Art der Uferbefestigungen mit den erwähnten Vorzügen für die Tier- und Pflanzenwelt ist noch bis zum Zermützelsee zu sehen, dann wird sie von herkömmlichen Pfählen und natürlichen Ufern abgelöst. Der Zermützelsee ist von wenigen Wochenendhäusern umstanden, dafür gibt es viel Waldufer und am Ende die Orte Zermützel und Stendenitz. Zwei Campingplätze liegen am Nord-Westufer und laden zum Übernachten und Verweilen ein. Die Umgebung wirkt ziemlich menschenleer, die Seeufer sind von hohen Bäumen umstanden. Gegenüber dem Ort Zermützel zweigt das Rottstielfließ ab, das unser Kanu nach gut 1 Kilometer durch Sumpf- und Waldlandschaft zum kleinen, sehr klaren Tornowsee trägt. Auch dieser sehr einsam gelegene See ist vollständig von altem Waldbestand umrahmt, kleine Badestellen laden zum Schwimmen ein. Der Tornowsee ist bei Tauchern aus ganz Deutschlands wegen seiner Klarheit sehr beliebt. Am Ende des Rottstielfließes liegt der sehr moderne Campingplatz "Am Rottstielfließ" des Vereins CUR e.V., hier gibt es auch eine anspruchsvolle Gastronomie und einen Kiosk. Es lohnt sich immer, die Kanu-Tour hier für eine Nacht zu unterbrechen. Paddeln wir dem Ende des Tornowsees entgegen, kommen wir zur Boltenmühle, einem Ausflugslokal, das zum Essen und Kaffeetrinken einlädt. Ein Ausflugsmotorschiff hat sich in diesem ansonsten motorbootfreien Gewässer das Recht ertrotzt, weiterhin dieses Lokal anlaufen zu dürfen. Die Boltenmühle liegt am Ende des Binenbaches, der vom Kalksee kommt und früher die Schneide- und Mahlmühle antrieb. Das Haus selbst ist ein wunderschönes Fachwerkhaus, das von längst vergangenen Zeiten erzählt, obwohl es eigentlich ein Neubau ist, da das Original 1992 vollständig abbrannte. Übernachten kann man hier auch, es ist ebenfalls ein modernes Hotel. Es lohnt sich immer, den dahinter liegenden Wald mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erkunden.

vor dem Molchowsee

Tetzensee, Molchowsee

Der Tetzensee, durch eine Enge mit dem Zermützelsee verbunden, ist ebenfalls mit hohem Wald umstanden, die Ostseite ist jedoch fast vollständig von Wochenendanwesen besiedelt und mit Bootsstegen zugebaut. Durch ein kurzes Stück Rhin ist der Molchowsee angeschlossen, dessen Ufer davon zeugen, daß wir uns nahe Neuruppin befinden und damit in einer wohlhabenden Gegend, in der wohl fast jeder ein Seegrundstück haben zu müssen glaubt. Einsam fühlt man sich hier als Paddler jedenfalls nicht. Gegenüber dem Ort Molchow liegt ein kleiner Hafen, hier können nicht nur Motorboote anlegen, sondern auch Kanuwanderer ihr Zelt für eine Nacht aufbauen und sich in den modernen Sanitäranlagen verwöhnen. Am Ende des Molchowsees taucht die Schleuse von Alt Ruppin auf (Tel.: 03391-7114, Schleusenzeiten siehe Übersicht). Dahinter kann man sowohl den Altarm des Rhins rechts als auch den verbreiterten Kanal paddeln. Fast am Ende von Alt Ruppin liegt rechts ein Anleger, wo man aussetzen und eine Pause einlegen kann. Über die Brücke des Hauptstraße in Richtung Osten liegt nach ein paar Metern ein großer Supermarkt. Ein Dixiklo steht ebenfalls an der Anlegestelle. Für eine Pause, zum Übernachten oder für den Tourenstart eignet sich auch sehr gut der Wasserwanderrastplatz der neuen Kanustation Rhinpaddel der Familie Glaser, der zur Kanu Connection Berlin gehört. Er liegt im Altarm, also rechts hinter der Schleuse und dort links auf der Insel. Parkmöglichkeiten, WC und Duschen gibt es dort ebenfalls.

Ruppiner See

Ruppiner See

Bald kommt der Wasserwanderer in den Ruppiner See, einen 14 Kilometer langen und zwischen 700 und 1000 Meter breiten See, der bis zu 14 Meter tief sein soll. Ein Eisenbahndamm trennt den See in 2 Teile: es gibt 2 Durchfahrtsmöglichkeiten in den südlicheren Teil des Sees, bei Neuruppin muß der Motorbootfahrer immer die rechte Durchfahrt nehmen, wo die beiden "Tunnel" doch immerhin ca. 500 Meter auseinander liegen. Kanufahrer müssen sich bewußt sein, daß plötzlich Gegenverkehr auftauchen kann, es ist sehr eng. In Neuruppin können wir unsere Vorräte auffrischen, an einer der vielen Badestellen pausieren oder uns bauliche Zeugen der Geschichte anschauen. Es gibt jedenfalls sehr viel zu sehen. Viele Restaurants laden zum Essen ein, und wer ein Dach über seinem Haupte haben möchte, findet leicht ein Hotel oder eine Pension. Zum Zelten lädt der dortige Kanu-Verein auf seinem Vereinsgelände etwas unterhalb von km 40 ein. Im weiteren Verlaufe des Sees wechseln sich Bebauung und Natur ab, ab Treskow, einem Vorort von Neuruppin, ist das westliche Ufer sogar ziemlich natürlich, teilweise sumpfig und weitgehend unbebaut. Das zieht sich zum Glück bis Wustrau so hin, so daß man auf seiner Paddeltour eine ganze Zeit lang seinen Träumen nachhängen kann, bis man in Wustrau angekommen ist.

Ruppiner See

Wustrau

Das Ende des knapp 15 km langen Ruppiner Sees ist nahe. Wer jetzt übernachten möchte, findet entweder eine Pension, kann auf dem sehr komfortablen Campingplatz der Frau Schulz zelten (Kanu aussetzen an der Badestelle, Bootswagen für den etwa 200 Meter langen Landweg erforderlich) oder in einem der 2 Hotels übernachten. Eine Weiterfahrt ist sowohl in Richtung Fehrbellin auf dem sehr schmalen Wustrauer Rhin möglich als auch über die Schleuse Altfriesack über den Bützsee. Zum Wustrauer Rhin muß man am Mühlenwehr hinter dem Schloss etwa 160 Meter umtragen. Über den Rhin ist eine sehr romantische und interessante Rundtour möglich, die ca 27 Kilometer lang ist. Wustrau selbst ist ein geschichtsträchtiger Ort aus der Preussenzeit, das Museum hat darüber allerhand zu erzählen. Der halbe Ort ist sogar ein Museum, wenngleich ein sehr lebendiges. In einem Landmarkt und bei einem Bäcker können wir uns versorgen, außer den 2 Hotels gibt es mehrere Pensionen, Cafes und Restaurants.

Alter Rhin

Wustrauer Rhin Rundtour

Wer sich für diese 28 kilometer lange Rundtour entscheidet, hat sicher eine gute Wahl getroffen. Sie führt den Wasserwanderer über eine sportlich - lange Tagesstrecke oder, mit dem Abstecher nach Linum (weitere 6 Kilomter), über 2 ruhige Tage durch fast menschenleere Natur, wo eine sehr reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt ihr Zuhause hat. Entsprechend sollten wir uns verhalten, und es gibt immer sehr viel zu beobachten. Beschreiben kann man das nicht, umsomehr ist der Paddler überrascht, wie es hier wirklich ist, man glaubt es kaum. Die Niederung, die umflossen wird, war in früheren Zeiten ein See, und es gab in dem schon erwähnten Linum eine Torfgewinnung, die eine recht große Teichlandschaft hinterlassen hat, die der Fischwirtschaft und Natur heute zu gute kommt. In Linum selbst kann man beim Teichwirt herrlich Essen gehen, aber auch für eine Nacht zelten. Sanitär teilt man sich mit den Angestellten der Teichwirtschaft. Wer ein festes Dach vorzieht, für den gibt es die Pension "Adebar" der Familie Stahl im Ort; das Kanu kann währenddessen unter Aufsicht des Hafenwartes der Teichwirtschaft hinter der Einzäunung liegen bleiben. Der schläft sommers auch dort in seinem Wohnwagen. Die Weiterfahrt auf dem Alten Rhin führt uns erneut durch wirklich urwüchsig anmutende Natur, wenngleich hier auch Motorboote angetroffen werden können. In der Schleuse Hakenberg, die wir schon vor Linum passierten, wird selten geschleust, weil einfach sehr wenig Verkehr auf dem Waser ist. Dort in der Nähe entschied übrigens Friedrich Wilhelm der 1. die Schlacht gegen die Schweden mit einem eigentlich unterlegenen Reiterheer (Schlacht bei Fehrbellin), was ihm den Beinamen "Der Große" eintrug, im Gegensatz zu seiner eher geringen Körperlänge. Bis zum Zusammentreffen mit dem Bützrhin reicht unsere Beschreibung, die weiteren Verläufe sind unter dem nächsten Titel zu lesen. Auch weiter bis zum Bützrhin liegen nur sehr wenige Gebäude in der Nähe des Gewässers, was einen besonderen Reiz und bestimmt auch eine besondere Flora und Fauna ausmachen. Der kleine Ort Linumhorst liegt etwas abseits, ist vom Rhin aus nicht zu sehen.

Schleuse Altfriesack

Altfriesack

Wenn wir nicht in Wustrau in den Wustrauer Rhin umgesetz haben, paddeln wir noch zwei Kilometer bis zum Ende des Ruppiner Sees nach Altfriesack. Dort müssen wir uns herunter schleusen lassen, eine Klappbrücke öffnet sich dabei, um ausreichend Höhe für die "Schiffe" zu gewährleisten (Tel.: 033925-70312 Schleusenzeiten siehe Übersicht). Rechts neben der Schleuse auf der anderen Straßenseite liegt das Fischrestaurant der Familie Torsten Schmidt, hier kann man auch Kanus mieten (tel 033925 70604). Unterhalb der Schleuse können wir rechts am Kanucamp Alfriesack anlegen. Dort gibt es einen kleinen sehr einfachen Wasserwanderrastplatz nur für Kanus (zelten ohne Sanitär) und in der Nähe eine kleine Holzhüttensiedlung (mit WC und Duschen) zum Übernachten. An der Schleuse vorbei fließt der Rhin-Altarm, der streckenweise sehr romantisch ist. Wenn man dieses Gewässer fährt, anstatt zu schleusen, muß man das Kanu am Mühlenwehr umsetzen, was mit leerem Boot noch zu bewerkstelligen ist (Keine offizielle Umsetzstelle, privates Gelände). Nach kurzem Rhin kommt der Bützsee. Im Gegensatz zu all den anderen Seen vorher, die teilweise bis knapp 60 Meter tief sind, ist der Bützsee so flach, daß eine Tonnenreihe die Fahrrinne für die Motorboote markieren muß. Die Anwohner sagen, daß man im Bützsee fast überall stehen kann. Eine große Insel darf nicht betreten werden, sie steht seit langem unter Naturschutz. Nach dem ca. 3 Kilometer langen See setzen wir unsere Paddeltour wieder in einem kanalisierten Fluss fort, dem Bützrhin.

Kremmener Rhin

Der Bützrhin

4 Kilometer lang ist der Bützrhin, und auch er führt uns nicht durch Dörfer, sondern durch unbewohnte Gegend mit vielgestaltiger Pflanzenwelt. Auch hier liegt der Rhin streckenweise oberhalb des sogenannten "Luchs", wie man in Brandenburg Niederungen und Sümpfe zu nennen pflegt. Das heißt, ein Damm hält das Wasser im Fluss. Wehe, wenn die Biber ein zu tiefes Loch graben...  Der Bützrhin unterquert die Wallbrücke, der Ort Wall liegt jedoch 1,5 Kilometer entfernt. Ein Golfplatz ist hier die Attraktion des Dorfes. Neben der Wallbrücke mündet ein Entwässerungsgraben (das Wasser wird gepumpt), hier kann man pausieren oder das Kanu einsetzen. Etwa 1 Kilometer hinter der Wallbrücke zweigt der Alte Rhin in Richtung Fehrbellin ab (siehe "Wustrauer Rhin - Rundtour"), hier liegt ein Haus fast direkt am Fluss. Ab hier befinden wir uns im "Kremmener Rhin".

Kremmener Rhin

Kremmener Rhin

Der Kremmener Rhin führt uns zur Stadt Kremmen, die immerhin 7500 Einwohner hat. Die ersten zwei Kilometer paddeln wir durch einen Kanal mit wenig bewachsenen Uferbereichen, wer aussteigt, kann seinen Blick über die hier noch relativ trockene, weil entwässerte Landwirtschaftsfläche schweifen lassen. Wir paddeln auf das Naturschutzgebiet "Kremmener Luch" zu, ein ehemaliges Niedermoorgebiet, dessen Schutz auf eine Initiative von 1924 zurückgeht, wo die ersten Teile schon unter Naturschutzgebiet gestellt wurden, ein absolutes Novum in Deutschland damals. Bis heute wurde es auf 1200 Hektar erweitert. Es ist ein Brutgebiet für viele Singvogelarten, ferner ein Rückzugsgebiet für Biber und Fischotter sowie ein Rastgebiet für viele tausend Kraniche und Gänse auf der Durchreise von und nach Norden. Einige von ihnen brüten auch hier. Ab und zu werden Großtrappen nachgewiesen. Bei km18,5 liegt direkt neben der Wasserstraße der "Beetzer Ecken" als Teil des Kremmener See, der nicht befahren werden darf. Ein Blick dort hinein offenbart eine Wunderwelt aus Schwimmpflanzen und Wasservögeln, die wir wirklich nicht stören sollten. Die ganze Strecke bis Kremmen strotzt nur so vor Vitalität, eine große Vielfalt und Üppigkeit an Wasserpflanzen und typischen Sumpf - Ufergehölzen erfreuen das Auge und die Seele. Das Kanu verlassen und ans Ufer darf man aus Naturschutzgründen nur an sehr wenigen Stellen. Wir sollten das wirklich beachten und der üppigen Natur hier unseren Respekt zollen. Bei gutem Wetter wird man durch einen sehr würzigen Duft verschiedener Wildkräuter überrascht, und sehr viele Fische springen durch die Wasseroberfläche. Pausenmöglichkeiten hier im Sumpf gibt es kurz vor km17 und dann erst wieder an der Badestelle Kremmen, wo wir auch ein Hotel, ein Ferienhaus sowie eine preiswerte Übernachtungsmöglichkeit für Gruppen (Matratzenlager) finden. Im Restaurant können wir uns bekochen lassen.

Ruppiner Kanal

Ruppiner Kanal

Ab Kremmen heißt unser Wasserweg "Ruppiner Kanal". Das erste Stück unterhalb der Eisenbahnbrücke und Straßenbrücke macht wenig Mut zur Weiterfahrt, da es schmal, gerade und scheinbar nur mit Reetufer bestanden ist. Ist man aber erstmal drin, ist es doch abwechslungsreicher als gedacht, und schon nach wenigen Kilometern (rechts von uns liegt das Dorf "Verlorenort") erhebt sich das Gelände rechts und links, bald sind die Ufer bewaldet und besitzen sandige Steilhänge, die idealen Brutvoraussetzungen für die vielen Eisvögel, die wir hier antreffen können. Ab und zu ist ein Hang ins Wasser gerutscht, weil das Reh- oder Schwarzwild den Kanal überqueren mußte, dort können wir mit dem Kanu anlanden und pausieren wie an einem kleinen Strand. Nach km10 unterqueren wir noch eine Brücke, sie verbindet Döringsbrück mit Johannisthal. Ab hier sind wir richtig im Wald unterwegs. Bei km 7 erscheint die Schleuse Hohenbruch, ein freundlicher Schleusenwärter läßt uns ein paar Meter hinunter. Weitere 5km trennen uns noch von der Tiergartenschleuse.

Unsere Fahrt geht nun bald wieder überwiegend durch Wiesen und sumpfige Niederungen mit Erlen und Birken an den Ufern. Rechts von uns liegt der kleine Ort Behrensbrück, eine Straßenbrücke verbindet ein paar kleine Orte nördlich von Berlin miteinander. Ab km3 häufen sich die von Land aus besuchten Stellen am Ufer, man merkt, daß hier wieder mehr Menschen wohnen. Oranienburg ist nahe, teilweise gibt es Fahrradwege am Kanal. Wir passieren die Schleuse Tiergarten, danach die Brücke der neuen Umgehungsstraße, die Oranienburg vom Durchgangsverkehr entlastet und für eine ziemlich ruhige Stadt sorgt. Bald erreichen wir das Ende des Ruppiner Kanals und damit der Ruppiner Gewässer. Ein ganz kurzes Stück kreuzt dieser Kanal noch den Oranienburger Kanal, links ist eigentlich schon die Havel, als Stück von Friedrichsthal bis Sachsenhausen, das in Sachsenhausen unterbrochen wurde, als die Schleuse zerbombt wurde. Wir können jetzt rechts paddeln und würden zur Schleuse Pinnow gelangen, von wo aus wir bald in die Havel-Oder-Wasserstraße kommen würden. Die gesamten Berliner und Havelländischen Gewässer stehen uns damit offen.

Wenn wir nach Nord-Osten in Richtung Oder oder Obere Havel möchten, nehmen wir besser den kurzen Weg: wir paddeln geradeaus über die Kreuzung und tragen einfach am Ende des Ruppiner Kanals bei der alten, zugeschütteten Schleuse in den Havelarm um, der in der Innenstadt von Oranienburg liegt und bald in den Lehnitzsee führt, der ein Verbindungsglied der Havel-Oder-Wasserstraße ist. In diesem Altarm liegt der WSC- Möwe mit seinem kleinen Hafen. Hier können wir zelten und uns an der Gastfreundschaft der WSC - Leute und einer warmen Dusche erfreuen. Alle Versorgungseinrichtungen und der Bahnhof liegen direkt im Umfeld, das Gelände ist gut gesichert, so daß wir unsere Ausrüstung für einen Stadtbummel gut beim Verein lassen können. Besonders hinweisen möchten wir auf den Waschsalon inkl. Cafe "Wäschezauber", Havelstraße 31.- Bis zur Oberen Havel bei Liebenwalde hätten wir noch eine Kanutour von einem kurzen Tag, Umtragen an der Lehnitz-Schleuse ist fast garantiert, da Sportboote / Kanus wegen häufiger Wasserknappheit nur mit Berufsschiffen mitgeschleust werden sollen, und das geht oft nicht, weil diese schon zu groß sind. Die Havel-Oder-Wasserstraße ist überraschend natürlich bewachsen, aber man sollte stets auf der Hut sein bei Schubverbänden, die plötzlich ausscheren müssen und bei Sportbooten, deren Lenker mitunter vergessen, daß Paddler auch Menschen sind und die es mit den 9km/h nicht so ganz genau nehmen.