Gewässerbeschreibung der Schwentine

Letzte Änderung: 29. Juni 2008

Mühlensee vor dem Kleinen Plöner See

Mit dem Kanu auf der Schwentine durch die Holsteinische Schweiz

Wir wissen nicht, wieviele "Schweizen" es in Deutschland gibt: jedenfalls ist die Holsteinische Schweiz touristisch schon ziemlich stark nachgefragt und sehr beliebt, da man dort den verschiedensten Freizeitaktivitäten nachgehen kann. Durchgehend mit dem Kanu paddeln kann man jedenfalls eine Reihe von Seen, die von der Schwentine durchflossen werden: Großer Eutiner See; Kellersee; Dieksee; Langen See; Behler See mit Höftsee; Edebergsee; Großer Plöner See mit dem Nebensee Vierersee ; Kleiner Plöner See mit Anschluß an den Stadtsee; Mühlensee; Große Breite; Kronsee; Fuhlensee, Lanker See und Rosensee. Die anderen Seen sind nicht durch kanugängige Wasserläufe vernetzt, teilweise auch für Kanus gesperrt. Auf jeden Fall ist es eindrucksvoll, auf einem der Aussichtstürme zu stehen, z.B. Parnassturm in Plön-Schiffstal oder dem Holzbergturm in Bad Malente und auf die vielen Seen herunter zu schauen. Ganz besonders sticht aus all den architektonischen Werken das Schloß Plön hervor, das neuerdings die Fielmann-Akademie beheimatet und dafür mit sehr großem Aufwand restauriert worden ist.

Östliches Ende des Großen Eutiner Sees

Großer Eutiner See Redderkrug

Wer den gesamten Wasserwanderweg Schwentine paddeln möchte, setzt schon am östlichen Ende des Großen Eutiner Sees ein. Die Einsetzstelle Redderkrug bzw. "Alte Schäferei" ist von der Landstraße L57 aus zu finden: man fährt von Eutin in Richtung Schönwalde/Bungsberg, wenige Kilometer später sieht man links das Hotel / Restaurant "Redderkrug", und nach weiteren 250 Metern biegt man links in einen sehr schmalen Waldweg ein. Nach 150 Metern liegt rechts ein schöner Waldparkplatz. Von dort bis zur Einsetzstelle sind es noch einmal 150 Meter Bootswagentour über den Wanderweg.

Der Große Eutiner See liegt ruhig, umgeben von Wald und Baumreihen, in hügeliger Landschaft. Das Ausflugsschiff  verkehrt 3 mal täglich zwischen Redderkrug und der Eutiner Innenstadt, ein paar Segelboote beleben den ansonsten eher ruhigen See. Er ist beliebt bei Flußseeschwalben, Trauerseeschwalben und auch Seeadlern, die hier manch elegantes Schauspiel abliefern. Ab und zu erscheint eine Lücke im dichten Uferbewuchs, es gibt ein paar romantische Rastplätze auf dieser Paddelstrecke. Wir paddeln unser Kanu an einigen kleinen Inseln vorbei, und hinter der letzten, der "Fasaneninsel", liegt links die Innenstadt von Eutin mit ihrem kleinen Segelhafen. Dort quert auch ein Wanderweg auf einer hübschen Holzbrücke den Großen Eutiner See, der Bahnhof ist hier am nächsten, etwa 1,2 Kilometer.

Haben wir die Brücke hinter uns gelassen, erscheint rechts das Freibad Eutin, links sehen wir den Eutiner Ruderclub. Paddler können hier jedoch nicht einsetzen oder parken. Noch ein kleines Stück weiter, dann erkennen wir links den Anleger der Großen Eutiner Seerundfahrt. Wir sind an der nächsten Einsetzstelle angekommen, die Schwimmhalle ist nahe und ein kleiner Park.

Einsetzstelle bei der Schwimmhalle Eutin

Schwentine ab Eutin

Diese Einsetzstelle ist ein sehr beliebter Startpunkt für Kanutouren. Sie befindet sich in der unmittelbaren Nähe zur Schwimmhalle, ein kostenfreier Dauerparkplatz ist vorhanden. Ein paar hundert Meter See, dann kommt "richtige" Schwentine durch Eutin; dort, wo links die Schwentine als etwa 10m breiter Fluss aus dem Großen Eutiner See fließt, strömt gegenüber aus dem Sibbersdorfer See kommend ein halb so breiter Flusslauf hinzu. Hier ist die Schwentine so gut wie unbefahrbar, im Sommer wegen Naturschutzauflagen gesperrt und ohnehin sehr schmal und meist flach. Anwohner mögen sie  gelegentlich benutzen, im zeitigen Frühjahr oder im Herbst, falls genug Wasser vorhanden ist.

Von der Stadt Eutin (Stadtteil Fissaubrück) bemerkt man jedoch kaum etwas. Es ist nur Natur um uns herum, bis wir bei der Mühle Fissau angekommen sind. Dort tragen wir unser Kanu um, und neuerdings gibt es hier auch eine Einsetzmöglichkeit mit Parkplatz, Zufahrt über Sielbeker Landstraße. Die folgende Strecke bis in den Kellersee ist vor einiger Zeit vertieft worden. Hier ist auch die Kanuvermietung "Boote Keusen" angesiedelt. Herr Keusen setzt sich sehr für den Erhalt und die Verbesserung dieses schönen Flusswanderweges ein.

Einsetzstelle Eutin-Fissau

Fissauer Fährhaus

Beim Restaurant"Fissauer Fährhaus" erreichen wir den Kellersee, rechts von uns ist im April 2007 ein neuer Steg mit Pausenplatz gebaut worden. Paddeln wir am linken Ufer entlang im Kellersee, kommt bald der Wasserwanderrastplatz "Naturcampingplatz Prinzenholz". Hier wirtschaftet man weitgehend nach ökologischen Prinzipien. Sodann umrunden wir eine sehr schöne Halbinsel auf halbem Wege, auf dem sich ein guter Pausenplatz befindet. Damit ergibt sich eine sehr gut zugängliche Einsetzstelle mit Parkmöglichkeit. Nach ca. einem Kilometer paddeln wir links in die Schwentine bei Malente. Würden wir den See etwa mittig paddeln, fänden wir rechts von der Halbinsel, auf der sich die Jugendherberge befindet, das Cafe " Seehütte" des örtlichen Fischers.

Eisenbahnbrücke in Malente

Bad Malente-Gremsmühlen

Nach ca. 0,5 Kilometern, teils durch Natur, teils durch Gärten, erreichen wir den Wasserwanderrastplatz "Camping an der Schwentine". Weiter geht es ca. 1,5 Kilometer bis zur Gremsmühle, wo wir unser Kanu umsetzen müssen. Dafür steht eine Rollenbahn bereit (nur Boote bis ca. 1,0 Meter Breite), taugt nicht für Ruderboote, die Strecke dahinter bis zum Dieksee ist eine Gefällestrecke, die oft zu wenig Wasser aber viel Strömung aufweist. Daher im Sommer sehr vorsichtig um Steine herumfahren, aufwärts im Sommer treideln und in den kühleren Jahreszeiten den öffentlichen Anleger beim Restaurant "Bootshaus" zum Umtragen nutzen, siehe Rubrik "Einsetzstellen". (Es soll hier aber demnächst Abhilfe geschaffen werden). Hier in der alten Gremsmühle befindet sich ein schönes Restaurant, wo wir stilvoll unseren Magen füllen können. Das Kanu einsetzen und das Paddeln beginnen könnte man ebenfalls in Malente, indem man beim "Bootshaus" in Stadtmitte neben dem Hochhaus des Hotels "Intermar" einsetzt (Bootswagen erforderlich). Parken ist im nahen Parkhaus oder etwas entfernt auf dem Parkplatz Sebastian-Kneipp-Straße (Am Krützen) möglich. Hier befindet sich auch eine Entsorgungsstation für Reisemobile.

Schwentine-Ranger

Das Schwentine-Ranger - Projekt

Dieses Kapitel veröffentlichen wir im Namen von Frau Silke Uplegger: "Seit Mai 2006 sind die Schwentine-/Naturpark-Ranger an und auf der Schwentine vom Grossen Eutiner See bis zum Kleinen Plöner See im Einsatz. Grüne Canadier sind die Dienstfahrzeuge der auffällig rot gekleideten Ranger. Als Ansprechpartner für Wasserwanderer informieren sie über die touristischen und landschaftlichen Besonderheiten der Schwentine und des Naturparks Holsteinische Schweiz und klären über - oft unbeabsichtigtes - Fehlverhalten auf. Neben ihrer Aufgabe als Helfer für Wasserwanderer pflegen und verbessern die Ranger die kanu-touristische Infrastruktur - also die Einsatzstellen und Rastplätze. Aufklärung und Information durch die Ranger sollen dazu beitragen, dass zum einen die Natur bewahrt und geschützt wird und zum anderen der Tourismus in der Holsteinischen Schweiz gefördert wird. Sollten Ihnen Beschädigungen, z.B. von Infotafeln oder Rastplätzen auffallen, dann informieren Sie bitte die Projektleitung telefonisch unter 0 45 21 / 808 592 oder per E-Mail unter ranger@egoh.de. Gern nehmen wir dort auch Anregungen zur Verbesserung des Wasserwanderweges Schwentine entgegen. Dieses Projekt wird gefördert durch die Europäische Union (LEADER+), das Land Schleswig-Holstein (Landwirtschafts- und Sozialministerium), der Bingo!-Projektförderung und den drei Argen Ostholstein, Plön und Segeberg." Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie bei: Silke Uplegger, Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH, Röntgenstrasse 1, 23701 Eutin. Tel.: 0 45 21 / 808 592, Email: ranger@egoh.de

Timmdorf, Ende des Dieksees

Timmdorf

Weiter geht unsere Kanutour den Dieksee entlang. Es ist hier recht ruhig, keine Bundesstraße behindert unseren Naturgenuß.Wir kommen nach Timmdorf, wo wir durch eine sehr schmale Durchfahrt in den Langensee und dann in den Behler See paddeln. Sie liegt im rechten Drittel des Sees. Paddeln wir gleich hinter dem Durchfluss rechts, kommen wir zum "Landgasthof Kasch", 04523-3383, bekannt für gutes Essen und Zimmervermietung. Er liegt an einem kleinen Stichkanal, dort befindet sich auch die offizielle Einsetzstelle Timmdorf. Für eine Nacht dürfen wir hier sogar ganz offiziell unser Zelt aufschlagen. Würden wir uns vorher im Dieksee ganz links halten, kämen wir zum Fährhaus Niederkleveez, das ist ein Hotel, Restaurant und Cafe direkt am Wasser. (tel. 04523-995929). Neuerdings kann man hier auch offiziell einsetzen.

Schwentine Ölmühle, Rollenbahn

Ölmühle

Am Ende das Behler See's hält man sich links, durchfährt den Höftsee, paddelt nun ganz rechts, um die Übersetzstelle "Ölmühle" zu finden. Dort setzt man das Kanu ganz bequem knapp 50 Meter über eine Rollenbahn in die Schwentine über, ohne eine zweite Person zu benötigen, und das auch mit vollbepacktem Boot. Es ist eine wahre Freude, hier umzusetzen! Würde man vorher links in den kleinen Edebergsee paddeln, käme man zum Hotel, Restaurant und Cafe "Fegetasche" mit eigenem Anleger, tel. 04522-9051.

Großer Plöner See, Insel Olsborg

Der Große Plöner See

Leider gibt es hier nur einen Kilometer schöne Schwentine, dann kommt der Große Plöner See. Ein paar hundert Meter rechts hinter dem Freibad können wir gut einsetzen, um die Paddeltour zu starten, sehr gute Parkmöglichkeiten sind vorhanden. Bei ruhigem Wetter kann man Kanutouren auf dem See unternehmen, zum Beispiel links nach Bosau, am Vierersee vorbei, den man auch durchfahren kann. Wasserwanderrastplätze gibt es in Sandkaten (Ruhleben), etwa 1,5 Kilometer, am Vierersee Augstfelde 3 Kilometer, dann in Bosau weitere 4 Kilometer, dann Pehmerhörn weitere 3 Kilometer, Godau weitere 4 Kilometer, Dersau weitere 7 Kilometer und Ascheberg noch einmal 5 Kilometer.

Plön Stadtschwentine

Plön - Innenstadt

Bei Ostwind sollte man lieber in Ufernähe paddeln, man kann dann in Plön auch gut anlegen und in einem nahe dem Wasser gelegenen Supermarkt einkaufen oder in einem der guten Restaurants essen gehen. Im neuen Bootshafen kann man sehr gut an Schwimmstegen anlegen. Bei Westwind >3-4 ist's Essig, da benötigt man schon Mut und Können, um die Wellen parieren zu können, die jetzt von der Seite kommen, SW wäre besser. Zum Anlegen in der Innenstadt von Plön steuert man sein Kanu direkt auf die Kirche zu, findet dann am Ufer ein kleines Restaurant, das in den See hinein gebaut wurde (!); rechts daneben führt ein kleiner Stichkanal unter den Eisenbahnschienen und dem Uferwanderweg hindurch zum Bootshafen von Plön. Genau hier könnte man in der Stadtbücherei ins Internet oder einfach einkaufen gehen. Von hier aus kann man die "Stadtschwentine" paddeln, der Wasserstand wird neuerdings durch eine Sohlgleite in Bürstenkonstruktion geregelt, die Steine mittig sind inzwischen entfernt worden. Eine Rollenbahn zum Umsetzen hatte man vor Jahren schon gebaut. Tatsächlich fehlt jetzt das Wasser auf den folgenden 300 Metern nicht mehr wie noch vor ein paar Monaten. Danke an alle Verantwortlichen! Jetzt kann man bei mehr Wind auf dem Großen Plöner See ufernah paddeln und kommt auf diesem Weg in den Kleinen Plöner See. Es bietet sich nun auch ein interessanter Rundkurs an, der 6 bis 9 Kilometer lang ist, je nach dem, ob man um die Prinzeninsel ganz herum paddelt oder den Durchstich benutzt. Die Badestelle der Prinzeninsel (Halbinsel) bietet eine gute Pausenmöglichkeit mit WC und kleinem Imbiß.

Blick vom Plöner Schloß auf den Großen Plöner See

Blick vom Plöner Schloß

Statt die Abkürzung durch die Stadtschwentine zu nutzen, kann man aber auch direkt in westlicher Richtung paddeln (links die Insel Olsborg) und die Halbinsel "Prinzeninsel" in einem kleinen Stichkanal durchfahren (rechts, wo der sehr hohe Buchenwald zu Ende ist, links vom Bootshaus des Plöner Gymnasiums aus betrachtet) und trifft dann Spitzenort, wo ein sehr moderner und doch relativ ruhiger Zeltplatz schöne Übernachtungsmöglichkeit bietet. Wenn man sich statt dessen entscheidet die Prinzeninsel ganz zu umfahren, findet man gleich rechts am Freibad einen Steg mit Rastplatz incl. WC und Imbiß.

Einsetzen Ascheberger Parkplatz

Kleiner Plöner See

Am nächsten Morgen, nach der Übernachtung auf dem Campingplatz Spitzenort, setzt man sein Kanu an einem Holzsteg ein und findet nach wenigen Metern eine Lore, die man unter sein Boot rollt, um es unter der B434 hindurch in den Kleinen Plöner See zu ziehen. Das geht nicht leicht, eine zweite Person ist da von Vorteil. Auch dieses Wehr soll künftig umgestaltet werden, um es für Fische durchgängiger zu machen, dann wird wohl auch hier nach Auskunft durch die Plöner Behörden eine Rollenbahn gebaut werden. Weiter paddeln wir durch den sehr kleinen Mühlenee (hier Pausenplatz an der Kanuvermietung Segelschule Plön mit kleinem Imbiß) mit vielen Wasservögeln und einem kleinen Stichkanal in den Kleinen Plöner See (hier auch Einsetzstelle, "Ascheberger Parkplatz" mit sehr guten Parkmöglichkeiten, gutes Essen im Imbiß), wo man sich links hält, an der Insel rechts vorbei fährt, eine größere Halbinsel zur Pause nutzen kann und weiter Richtung Nord-Westen auf den Ausgang, das Gut Wittmoldt zu fährt. Die Wellen auf diesem See können zwar auch hoch werden, aber sie sind nicht so gemein wie auf dem Großen Plöner See, da dort ein paar Ausflugsschiffe das Wasser noch zusätzlich aufwühlen und so aggressiver (energiereicher) machen. Hat man beim Kanucenter Plön sein Kanu gemietet, kommt man vom Appelwarder, also von Osten in den Kleinen Plöner See und unterquert dabei die Brücke der B76. Am Appelwarder befindet sich auch eine öffentliche Einsetzstelle, mit Trailer kann man gut heranfahren, Parken ist direkt dort möglich.

Große Breite

Große Breite / Gut Wittmoldt

Verläßt man den Kleinen Plöner See, kommt man am Gut Wittmoldt vorbei (das rechts sehr romantisch auf einer grossen Halbinsel liegt) in die "Große Breite", womit man die Schwentine meint, die hier ein breiter Fluß ist oder ein sehr schmaler, langgezogener See von etwa 3,5 Kilometer Länge. Diesen Abschnitt kann man locker bis Windstärke 4 befahren. Anlanden ist hier bis kurz vor dem Ende des Gewässers nicht möglich, da alle Grundstücke von privat bewohnt sind. An der Badestelle von Wittmoldt - Dorf gibt es einen kleinen Rastplatz, die Badegäste bitte nicht stören. Einsetzen kann man hier neuerdings auch vom Dorf aus, in der Praxis ist jedoch das Tor immer geschlossen. Die Gemeinde hat zwar gerne Fördermittel in anspruch genommen, mißachtet jedoch das Prinzip des Gemeinwohls, das damit verknüpft ist. Das könnte noch Konsequenzen haben bis hin zur Zurückzahlung von Fördermitteln.

Am Ende der Großen Breite gibt es links einen Platz zum Rasten an einer Wiese und auch rechts einen am Hang, man sollte sich jedoch im klaren sein, daß diese Plätze den örtlichen Landwirten gehören  und die Besitzer genervt sind, wenn Müll liegen bleibt und Exkremente in der Gegend herumliegen.

Zelten sollte man auf diesem Abschnitt auf keinen Fall, es kommt vor, daß die Polizei mit Kanus Kontrollen durchführt. Pfingsten 08 führte das zu 32 Anzeigen...

Schwentine vor dem Kronsee

Kronsee

Jetzt kommt einer der schönsten Abschnitte dieser Kanutour, das Stück bis zum Kronsee. Klares Wasser, sandiger Grund, schnelle Strömung (aufwärts oftmals nur mit Mühe, vor allem mit Canadiern). Eisvögel, Falken, ab und zu ein Seeadler, viele Fische in allen Größen. Aber es ist nur einen Kilometer lang, dann ist man im Kronsee. Ihn durchfährt man geradeaus, also Nordwest, wo Schilf und Bäume sich treffen, ist der Ausgang. Es folgt ein sehr schönes, leider ebenfalls kurzes Stück Schwentine (knapp 500 Meter) bis in den Fuhlensee.

Schwentine vor dem Lanker See

Fuhlensee

Nach halber Strecke des Fuhlensees kommt die Einsetzstelle mit sehr gutem Imbiß / Seeterrassencafe "Fischer Bock". Wer hier nicht Pause macht, versäumt die schönste Pausenmöglichkeit (Einsetzen gebührenpflichtig, parken gut). Es folgen ein paar 100 Meter Schwentine durch das Gelände des Gutes Wahlstorf (hier brütet auch ein Eisvogelpärchen), unter der Brücke schön mittig fahren, um den Pfahlresten auszuweichen. Die Fahrt am Gut Wahlstorf vorbei ist eindrucksvoll, das Gut besteht aus riesigen Reetdachscheunen und einem sehr imposanten Herrenhaus. Jetzt ist man schon im "Lanker See". Drei Kilometer herrlichste Seenlandschaft liegen vor uns, linkes Ufer sowie alle Inseln gesperrt. An der Badestelle von Wahlstorf (rechts zum Wald hin, 200 Meter) kann man Pause machen, zelten würde ich dort nicht, das sieht die Besitzerin nicht gerne.

Lanker See

Lanker See

Auf dem Lanker See umrunden wir die Sonneninsel links oder rechts, paddeln dann stramm rechts am Schilfufer vorbei und halten auf die linke Halbinsel zu, die man jedoch wegen flacher Stellen in einigem Abstand umfährt. Die weiteren Inseln, von denen einem in der Brutzeit sehr lautes Möwengeschrei und Seeschwalbenalarm entgegenschallt, bleiben rechts, und man fährt auf den kleinen Segelhafen und die Badestelle zu, bis man sie links liegen läßt und in die Enge einfährt, ein schmaler Seeteil, aber mit interssanter Fauna, z.B. Rohrdommel, Zwergtaucher, Ohrentaucher. Wenn man übernachten möchte kann man vor den Möweninseln rechts ans Ende der großen Bucht paddeln, um auf dem Wasserwanderrastplatz des freundlichen und modernen Campingplatzes "Gläserkoppel" zu zelten (Tel. 04342-81513, Herr Obitz).

Schwentine, Innenstadt Preetz

Preetz

Man erreicht die Brücke, die zum Kirchsee in der Preetzer Innenstadt führt, an dem auch die Einsetzstelle (Brunnenweg, Parkmöglichkeiten begrenzt) liegt. Rechts kurz davor liegt der Wasserwanderrastplatz und Kanuverleih des Kanucenter Plön, Familie Laas, tel. 04342-309549. Hier kann man auch essen gehen oder z.B. in einem voll eingerichteten Mannschaftszelt übernachten. Knapp einen Kilometer weiter, unter 2 Brücken hindurch - und man ist in einem anderen Teil der Schwentine, (ich behaupte, hier fängt die Schwentine eigentlich erst an). Ordentliche Strömung nimmt uns mit, man muß nur steuern. So führt uns unsere Paddeltour einige Kilometer durch die Stadt an Gärten vorbei, schönen Grundstücken, vielen Reihern, Bläßhühnern, manchmal Gänsesägern, Schildkröte (wenn man sehr viel Glück hat, sieht man sie auf einem Ast über dem Wasser sich sonnen), Eisvögeln, Wildgänsen und Stockenten. Auch die Kührener Au als wichtigster Zufluß mündet hier. Ist Preetz durchfahren, die neue B76-Brücke unterquert, folgen 8 Kilometer sehr romantischer Fluß, es kommt manchmal sogar so etwas wie "Wildnisgefühl" auf! Es geht durch Wiesen, an Sümpfen vorbei, an Waldstücken, und dann noch durch das wunderschöne Stück bei Gut Rastorf, wo die Schwentine durch richtigen Auenwald mit einem steil ansteigenden Gelände im Hintergrund fließt. Das ist das erholsamste Stück Schwentine überhaupt.

Schwentine, Sumpf vor Pausenplatz Weinberg

Gut Rastorf

Wir lassen Gut Rastorf hinter uns und paddeln zur Halbinsel "Am Weinberg", bei allen Paddlern als Rastplatz sehr beliebt. Man ist im Wald, um einen herum gluckst die Schwentine in großem Bogen, Wasservögel sind reichlich vorhanden (im Frühjahr brütet manchmal eine Graugans dort, Eisvogelbrutröhren in der Nähe). Aber Leute, baden würde ich dort auf keinen Fall, denn das Wasser ist an manchen Stellen voll von Scherben und Schrott, leider. Das sah man, als der Rosensee abgelassen wurde um das Wasserkraftwerk instandsetzen zu können. Hinter der Halbinsel paddeln wir durch Schilfwildnis zum Rosensee, (rechts flache Stellen, besonders in der Kurve), oft an 50 bis 100 Wildgänsen vorbei. Nach einem Kilometer kommt die Straßenbrücke der B202, eine gute (wenn auch nicht sehr bequeme) Einsetzstelle als Startmöglichkeit für eine Kanutour. Leider gibt es hier sehr viel Straßenlärm schon ab 4h morgens, außer Sonntags. Hier kann man sehr gut parken, auch mit Kanu-Trailern.

Rosensee bei Raisdorf

Schwentinental Ortsteil Raisdorf

Noch weitere 1,5 Kilometer Rosensee, dann setzen wir an der linken Seite kurz vorm Kraftwerk, am Bootssteg des Raisdorfer Kanuvereins aus (lassen uns abholen, holen unser Auto vom Parkplatz Freibad, fahren mit der nahen Bahn nach Plön, Malente oder Eutin) oder wir setzen mit unserem Bootswagen die 1,5 Kilometer um, bis wir die Oppendorfer Mühle erreichen. Das Flußtal zwischen den beiden Kraftwerken in Raisdorf gehört zu den schönsten Landschaften, die Schleswig - Holstein zu bieten hat, und das Gleiche gilt für die ersten 500 Meter nach Wiedereinsetzen bei der Oppendorfer Mühle (Einsetzen, gutes Parken, Essen). Die Schwentine hat sich hier sehr tief in das Gelände gefressen und eine interessante Bodenformation hinterlassen. Der Altarm ist Heimat für viele seltene Tier- und Pflanzenarten geworden. Bisweilen kann man hier auch mal eine Wasseramsel zu Gesicht bekommen. Eisvögel brüten hier viele. Die restlichen Kilometer bis Klausdorf sind ruhig, sehr schön anzusehen, aber in der Saison auch stark frequentiert, es sei denn, man fährt dort frühmorgens oder spät am Abend.

Schwentine vor Klausdorf

Schwentinental Ortsteil Klausdorf

Das Gleiche gilt für das Stück von Klausdorf nach Kiel, das landschaftlich ebenfalls überraschend schön ist, jedoch ebenfalls zu normalen Tageszeiten bisweilen etwas überlaufen ist. Besonders störend finden wir die "Rennpaddler" der verschiedenen Kanuclubs, aber die müssen ja schließlich auch irgendwo üben. In Klausdorf neben dem Kanuclub an der Badestelle kann man gut einsetzen, um eine Paddeltour zu beginnen: Parkmöglichkeit ist vorhanden, wenn sie dort nicht ausreicht, weicht man einfach auf den Dorfplatz aus.

Wehr zur Schwentinemündung

Kiel

So ist man bald in Kiel-Wellingdorf angelangt, wo man die Kanutour beenden oder über die Förde fortsetzen kann, sofern man sein Kanu unter der Alten Schwentinebrücke hindurch durch den neuen Borstenfischpaß mit Bootsgasse umsetzen möchte. (Wasserrutsche, leicht, aber Kopf einziehen, falls man treidelt!). Hier befindet sich auch die Ausflugslinie "Schwentinetalfahrt" von Hendrik Kühl, der hier auch ortsgebunden Kanus und Ruderboote vermietet. Der "Schwentinedampfer" fährt die knapp 5,5 Kilometer bis kurz vor der Oppendorfer Mühle hinauf. In die Kieler Förde kann er nicht, da es keine Schleuse gibt.

Nach ca. 150m liegt links der Hafen des Am Segelhafen Hotel, eine Ausstiegshilfe führt zum Hafengelände. Wer eine erholsame Schwentinetour hinter sich hat, kann sich hier in diesem paddlerfreundlichen Hotel noch eine Weile ausspannen, die kommende Nacht verbringen und sich nach opulentem Frühstück die Stadt Kiel ansehen, während die Kanus sicher und verschlossen untergebracht sind.

Im Bereich der Schwentinemündung hat sich die Initiative "Schwentinetal erleben" von Anliegern und Interressenten gegründet, die auf freiwilliger Basis zusammenarbeiten, um zur Weiterentwicklung dieses Bereiches und Bekanntmachung der Angebote beizutragen.

Kieler Förde

Kieler Förde paddeln

Es ist etwas ganz besonderes, bei Kiel in der Förde weiter zu fahren, z.B. nach Mönkeberg oder Laboe. Da ist man schon mal 50 Meter neben der riesigen Norwegen-Fähre "Color Fantasy", kann die Weite der Ostsee schon spüren. Aber es gibt auch ausgeprägte Wellen und oft erheblichen Wind. Vorsicht vor den Kapitänen der Fördedampfer (Linienpassagierschiffe in der Kieler Förde), die Jungs sind sehr forsch und missachten oft die Regeln. Dafür machen sie gerne mal viel Lärm mit ihren Tröten, während sie "Gas" geben. Und man bedenke: diese Schiffe können ebensogut seitwärts wie geradeaus fahren, wovon sie regen Gebrauch machen.

Gut Rastorf, Fussgängerbrücke

Fazit

Für die gesamte Paddeltour kann man 4 Tage gebrauchen, wenn man sich angemessen Zeit läßt und auch mal den einen oder anderen Abstecher unternimmt. Man kann es aber auch in 2 Tagen abreißen, jeder wie er mag. Durch Seenrundfahrten kann man die Tour beliebig in die Länge ziehen oder einen ganzen Urlaub daraus machen.

Schwentine, Schildkröte nahe Klausdorf

Schildkröten und Seeadler

Überall lohnt es sich, Augen und Ohren offen zu halten, um das eine oder andere Naturschauspiel mit zu erleben, z.B. wenn ein Seeadler Beute macht, ein Fischadler kopfüber ins Wasser schießt oder eine Ringelnatter den Fluß überquert. Wir haben auch schon beim "Landgang" erlebt, wie eine Schildkröte sich halb eingegraben hat, um Eier ablegen zu können. Schildkröten kann man am gesamten Fluß von Kiel bis Plön antreffen, vor allem bei sonnigem Wetter. Sie sitzen gerne auf umgestürzten Bäumen oder Resten von Bäumen.

Schildkröte

Flussauf mit dem Kanu?

Auch von Kiel nach oben läßt sich die Schwentine befahren, allerdings muß man bei Gepäckfahrten das letzte Stück (ca. 200 Meter) vor der Oppendorfer Mühle oft treideln (Kiesuntergrund) und nach längeren Regenperioden vom Rosensee bis Preetz (vor allem direkt vor dem Kirchsee in Preetz!)  sowie bei Wahlstorf und dem Abschnitt zwischen Kronsee und Großer Breite mit etwas stärkerer bis hin zu starker Strömung (auf kurzen Abschnitten) rechnen. Aber es ist machbar, mit leerem Kajak allerdings eher als allein mit vollbepacktem Canadier. Und überall, wo es wirklich flach ist, dafür jedoch stark strömt, ist der Boden so fest, daß man gut aussteigen treideln kann.