Gewässerbeschreibung der Sorge
Letzte Änderung: 9. Juni 2008
Mit dem Kanu auf der Sorge
Die Sorge entspringt aus dem Bistensee. Mit dem Kanu befahrbar ist sie generell ab Eisenbahnbrücke Alt Duvenstedt - Owschlag. An der Eisenbahnbrücke ist das Einsetzen bei niedrigem Wasserstand etwas schwierig, besser ginge es dann in Sorgbrück. Vorher könnte man bei gutem Wasserstand schon an der Straßenbrücke Owschlag - Steinsieken in den Zufluß "Mühlenbach" einsetzen, um die Kanutour zu beginnen, muß jedoch mit ernsten Schwierigkeiten in Form von verfallenen Brücken, Gebüsch und Brennesseln rechnen (außer den üblichen Hindernissen wie niedrige Brücken etc.).
Alt Duvenstedt, Sorgbrück bis Tetenhusen
An der oben genannten Einsetzstelle kann man parken (Fahrzeug ist allerdings ohne Aufsicht, keine Häuser in der Nähe). Die Kanufahrt geht ca 5 Kilometer durch Wiesen, bis wir den Wald bei Sorgbrück erreichen: hier kommt bald der Krautrechen nahe der B77, wo wir rechts umtragen müssen (mäßig schwierig, je nach Wasserstand). Die folgenden 4 Kilometer sind der einzige Waldabschnitt dieser Strecke. Es kommt der Ort Tetenhusen, Einsetzmöglichkeit ist am Ortsausgang Richtung Föhrden (Straßenbrücke). Auch hier setzt man schwierig ein, wenn wenig Wasser vorhanden ist. In Tetenhusen besteht die Möglichkeit, bei Familie Schütte in der Heuherberge zu übernachten oder zu zelten incl. Duschen und WC (gerne auch größere Gruppen und schulklassen).
Ein Anleger ist vorhanden, tel.04624-514; ebenfalls möglich ist eine Übernachtung im Schulwald, WC-Wagen vorhanden, tel. Herrn Hesch, 04624 - 612, www.siedlergemeinschaft-tetenhusen.de ACHTUNG AKTUELL Mai 2007: Beim Wehr Haberland ist das Durchfahren meist nicht mehr möglich, zum Anlegen wurden sowohl zum Aussteigen als auch zum Einsteigen rechts Pfähle eingeschlagen, auf denen Bohlen aufgenagelt wurden.
Unterhalb Tetenhusen
Die nächsten 5 Kilometer kurvt die Sorge durch moorige Wiesen, zwischendrin liegt das Wehr bei Haberland. Dabei stehen schon mal alte Pfähle im Wasser, mit denen man einst den Verlauf der Sorge festlegen wollte, was nicht dauerhaft funktioniert hat: der Fluss fließt einfach dort, wo er will. Haberland war früher eine Zollstelle, von der aus man Torf und Holz nach Holland und England verschiffte. Mit wenig Abwechselung paddeln wir nun durch eingezäunte Wiesen bis zur Abzweigung nach Meggerdorf, wo wir ein kurzes Stück rechts in die Bennebek hinein paddeln und an der Straßenbrücke aussetzen könnten. Links bis "Sandschleuse" sind es noch schnurgerade und eingedeichte drei Kilometer (Pausenplatz dort, wo die Pappelreihe beginnt). In Meggerdorf gibt es zwar keinen Wasserwanderrastplatz, aber wir können bei Edeka einkaufen und bei Schröder in der Heuherberge oder einer Blockhütte übernachten. (tel. 04339 - 98895, zelten ist auch möglich. www.stapelholmer-heuherberge.de, Abholung vom Fluss mit Planwagen möglich).
Meggerdorf
Die Sandschleuse umtragen wir rechts, etwa 120 Meter Strecke. Bis zur Einmündung in die Eider paddeln wir noch 5,5 Kilometer eingedeichte Sorge durch Wiesen mit etwas verbuschtem Sumpf in der Nähe, bis wir nahe Hohner Fähre bei Eider-Kilometer 37 in die Eider einfahren können. Jetzt können wir links nach 500 Meter bei "Hohner Fähre" unsere Kanutour beenden und übernachten (Restaurant, Campingplatz), uns abholen lassen oder bis Rendsburg die Eider hoch paddeln. Wir könnten aber auch nach Friedrichstadt paddeln, wo wir die Wahl haben, die Treene hochzufahren (möglich sind 50 Kilometer und mehr) oder zur Nordsee (Eidersperrwerk) weiter zu paddeln (ab Tönning Seekajak, Wattenmeerverhältnisse und bisweilen sehr gefährliche Strömungen, Anlandebeschränkungen wegen Naturschutz).
Länge einer Kanu-Tour auf der Sorge
Die gesamte Strecke erfordert zwei Tage. Je nach Tages- oder Wochenzeit kann es eine unglaublich stille Kanutour sein. An Tieren gibt es Rehe, Störche, Graureiher regelmäßig und gelegentlich Flußuferläufer und Eisvögel zu sehen. Der Bisam kommt hier recht häufig vor.
Der Ochsenweg
Einen Landausflug wert ist die alte Viehtreiberstrecke "Ochsenweg", ein beliebter Wander- und Fahrradweg, der durch ganz Norddeutschland nach Jütland / Dänemark führt. Bei Sorgwohld ist er besonders schön, da er auf einer Sanddüne liegt, die mit Kiefern und Eichen bewaldet ist. Man hat einen schönen Blick auf die Sorgeniederung.
Sandschleuse, Alte Sorge Schleife
Ab Sandschleuse könnte man die Alte Sorge Schleife fahren, doch benötigt man dafür eine Sondergenehmigung, Tel.-Nr. siehe "Befahrensregelungen". Sie führt durch ein 60.000 Hektar großes Naturschutzgebiet. Die Alte Sorge Schleife ist ein im 17. Jahrhundert abgetrenntes Stück Sorge, das nie eingedeicht war und daher sehr reizvoll ist.
Rundtour Eider - Sorge
Die Gesamtstrecke (knapp 70 Kilometer) von Alt Duvenstedt über die Eider zurück bis nach Rendsburg würde man je nach Wind und Laune ca. 3 bis 5 Tage paddeln. Der Landtransport von Rendsburg bis Altduvenstedt wäre etwa 7 Kilometer, mit dem Bus könnte man sein Fahrzeug in Alt Duvenstedt abholen (dort knapp 2 Kilometer von der Bushaltestelle bis Einsetzstelle).
Geschichtliches
Die Sorge war nicht immer der Fluss, der sie heute ist: im 17. Jahrhundert wurden sehr umfangreiche Veränderungen durchgeführt. Mündete sie damals in die Seengruppe Börmer See, Meggersee und Dacksee, aus dem sie als "Alte Sorge" wieder herausfloss, so wurden die Seen trockengelegt und die Sorge mit einem neuen Flussarm, der "Neuen Sorge", also dem Gewässerteil, der neben dem Umleitungsdeich fließt, an den Rest der Alten Sorge bei Sandschleuse wieder angeschlossen. Die Alte Sorge selbst entwässerte man nun über die "Große Schlote" bei Steinschleuse oberhalb Süderstapel in die Eider. Auch Wasserfahrzeuge konnten diese Schleuse passieren. So, wie die Reste heute aussehen, dürfte die Steinschleuse keine Kammerschleuse gewesen sein sondern eine Stauschleuse: bei geeignetem Wasserstand öffnete man das Tor und die Boote konnten hinaus fahren. Das muß je nach Strömung ziemlich knifflig und gefährlich gewesen sein. Die Rückstauprobleme der Sorge (Süßwasser staute sich zu großen Überschwemmungen) löste man Mitte des 20. Jahrhunderts durch den Bau des Entwässerungswerkes Sandschleuse mit ihren starken Pumpen. So kann heute das Sorgewasser auch bei durch Sturmflut bedingtem Eiderrückstau und damit Eiderhochwasser sicher abgepumpt und damit Überschwemmungen in den Sorgeniederungen vermieden werden. Überdies muß in Erwägung gezogen werden, daß die Sorge einen viel höheren Wasserstand gehabt haben muß, da man mit Torfschiffen von Tetenhusen bis in die Eider und weiter fuhr. Die umliegenden Moore dürften seit ihrer Trockenlegung im 18. Jahrhundert an Höhe abgenommen haben.