Gewässerbeschreibung der Trave
Letzte Änderung: 18. März 2008
Mit dem Kanu auf der Trave nach oben
Die Trave entspringt auf einer Höhe von ca. 70 Meter über dem Meeresspiegel in Ostholstein in dem 160 Einwohnerdorf Gießelrade, Gemeinde Ahrensbök. Das liegt etwas südöstlich der Holsteinischen Seenplatte. Von dort aus schlängelt sie sich, obwohl schon so nahe der späteren Mündung (24 Kilometer bis Lübeck), zielstrebig in Richtung Westen durch Siblin, Sarau, Gut Travenhorst und Travenort, bis sie nahe dem Gut Wensin in den Wardersee fließt. Bei der Brücke Krems II hat sie diesen privaten See verlassen und hier befindet sich die erste Einsetzmöglichkeit. Die Trave ist ein munteres Gewässer, das oft über Stock und Stein springt und an drei Orten verbaut ist, bevor sie Oldesloe erreicht und damit ihren Charakter vollständig ändert. Ab jetzt ist sie eher ruhig und langsam, bis sie sich vor der Hansestadt Lübeck mit dem Elbe-Lübeck-Kanal (akzeptabler Weg zur Elbe) zur Kanal-Trave vereinigt. Diese wird im Stadthafen von Lübeck von der Untertrave abgelöst. Die Lübecker Innenstadt wird dabei vollständig von Wasser umflossen, so daß man dort mit dem Kanu viele Stadtteile erreicht. Eine Weiterfahrt ist auf der Untertrave bis zur Ostsee und auf der Wakenitz bis zum Schaalsee möglich.
Krems II bis Groß Rönnau nach oben
Wer hier an der gut gestalteten Einsetzstelle mit Holzanleger für verschiedene Wasserstände einsetzen möchte, sieht sich mit einer großen Informationstafel konfrontiert, die den Möchtegern-Kanu-Einsetzer zunächst erst einmal ausbremst: keine Ruderboote, kein Floß, keine Schlauchboote dürfen diesen Abschnitt (bis Bad Oldesloe) der Trave befahren, und Kanus auch nur dann, wenn der sehr solide gebaute Pegel "grün" anzeigt. Das ist im Sommer nicht oft der Fall, weshalb man diesen Abschnitt eher im Frühjahr paddeln sollte oder eben nach ergiebigen Regenfällen. Die Trave selbst ist hier also relativ flach, und das ändert sich auch nicht grundsätzlich die nächsten 35 Kilometer. An diesem oberen Abschnitt zwischen Krems II und Groß Rönnau ist die Trave relativ tief in das Gelände eingeschnitten, so daß man oft nur hohe Hänge erblickt und nichts von der Umgebung. Ab und zu gibt es Viehweiden, die Landwirtschaft reicht meist bis an den Fluss heran. Der Grund ist sandig und im Sommer oft sehr gut zu sehen, ebenfalls die vielen Fische. In Groß Rönnau treffen wir die Brücke Segeberger Straße / Plöner Straße und eine Fußgängerbrücke. Unter der dortigen ist es möglich auszusetzen. Der Hang ist allerdings recht steil, wobei eine Treppe an der einen Brückenseite hinaufführt. Ein bis zwei Autos können hier am Wald neben dem Wanderweg geparkt werden.
Groß Rönnau bis Hamdorf nach oben
Es folgt eine weitere Brücke, es ist ein Überbleibsel aus der Kleinbahn-Zeit. Bis 1954 fuhr hier noch eine Personenbahn nach Kiel, die Güterbahn noch bis 1961. Dann wurde diese Einrichtung still gelegt und die Trasse ein kombinierter Fuß- und Radweg, teilweise auch Wirtschafts- und Reitweg. Dieser sehr reizvolle Fahrradweg führt durch schöne Natur und ist bei Fahrradfahrern überregional ein Geheimtipp. Hinter der Brücke liegt ein Baumstamm im Fluss, der so richtig gut mit der Motorsäge zwischen den beiden Böschungen eingepaßt ist. Sehr Kanu-freundlich scheint man in dieser Gemeinde bis jetzt noch nicht zu sein: an der folgenden Badestelle ist das Einsetzen und Pausieren für Kanufahrer verboten, ob das wohl rechtens ist, sei dahin gestellt... einen guten Eindruck bekommt man von dieser Gemeinde jedenfalls nicht, und auch die Grundstücke der meisten Anwohner der Trave sehen direkt am Fluss alles andere als "unser Dorf soll schöner werden" aus. Wie verschieden die Orte doch sind! Hier sehen wir noch viel Entwicklungspotenzial für kommende Generationen.
Hamdorf bis Schackendorf nach oben
Das Dorf klingt aus mit Wiesen, die Trave mäandert munter einer landschaftlichen Veränderung zu: links taucht bald hinter der Fußgängerbrücke des Wanderweges von der Schulstraße in Hamdorf zum nahen Wald ein Gelände auf, das plötzlich einen ganz anderen Charakter hat: Nadelwald auf Sandboden, davor oft Farnwiesen und an der Trave breiten sich grüne Rasenflächen aus, die aussehen, als wären sie von Schafen kurz gehalten worden. Eine Ruhe strahlt diese Landschaft aus, das es eine reine Wohltat ist. Als wir so nach Schackendorf kommen, reicht der Wald auf beiden Seiten bis ans Ufer, große Eichen und Buchen ergänzen den Nadelwald hier am Fluss, und im Sommer kommt kaum Sonne durch dieses dichte Blätterdach. Wir treffen eine Holzbrücke und wissen, wir haben Schackendorf erreicht. Von Krems II sind wir 13 Kilometer gepaddelt. Ein Holzsteg hilft uns, gut aus dem Kanu zu kommen und der Parkplatz beim Sportplatz Schackendorf ist ca. 200 Meter entfernt und mit dem Bootswagen leicht zu bewältigen. Bis zum Friedhofsparkplatz auf der östlichen Seite nahe dem Ihlsee wären es fast 500 Meter, wenn man nicht eigenhändig die Schranken öffnen und den Feldweg fahren möchte.
Schackendorf bis Bad Segeberg B206 Brücke nach oben
Wir erleben weiterhin eine sehr natürliche, trotzt der Stadtnähe ruhige Umgebung. Sanfte Strömung, ein relativ breiter Fluss mit zunächst hoch ansteigenden Böschungen, die jedoch weit genug vom Ufer entfernt sind, um nicht eng zu wirken. Dann wird es offener, links kommt sogar etwas Stadt in Sicht, und man hört den Straßenlärm. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Straßenbrücke B206, und die Strömung nimmt zu. Ab und zu liegen Steine unterhalb der Wasseroberfläche, und unter der Brücke geht es erst richtig los, sowohl mit Steinen als auch mit Strömung. Sowohl die Sohlenkante Straßenbrücke (welche hier als Betongewölbe ausgeführt ist) als auch die Sohlenkante der folgenden 300 Meter entfernten Eisenbahnbrücke, eine sehr schönes Mehrfach-Mauergewölbe, läßt die Trave ein wenig abstürzen, so daß für Abwechslung gesorgt ist. Die Steine im Fluss halten unsere Aufmerksamkeit wach, und die Umgebung ist ein sehr natürlicher Sumpfwald. Der Verkehrslärm läßt nach und verstummt ganz, man wähnt sich inmitten abgeschiedenster Natur.
Bad Segeberg bis Högersdorf nach oben
Nach einer Weile hört man wieder einige Verkehrsgeräusche, die Hamburger Straße ist nahe. Sie führt über eine sehr hohe Brücke über die Trave hinweg. Wer denkt, hier ein- und aussetzen zu können, der irrt: zwar gibt es einen ordentlichen Parkplatz an der Chaussee, aber man kommt weder vom Fluss hinauf noch von der Straße hinunter. Naja, bis zur nächsten Einsetzstelle Högersdorf ist es nicht mehr weit, und wer pausenbedürftig ist, kann oft am Ufer aussteigen. Vom Verkehr hört man bald nichts mehr und die Umgebung ist wunderschön. Dann kommt die kleine Holzbrücke von Högersdorf in Sicht, die Trave rauscht unter ihr hindurch. Links vor der Brücke kann man gut aussteigen, und wer den Brückenschwall umtragen will, der kann dies mit einem bequemen Weg von etwa 70 Metern tun. Bis zum Dorfplatz sind es hier etwa 200 Meter, wer hier einsetzen will, sollte sein Fahrzeug am Dorfplatzeingang abstellen (5 bis 6 Autos).
Högersdorf bis Schwissel / Herrenmühle nach oben
Saftige Wiesen, mit Gehölzen bestandene Hänge und eine Trave, die immer noch recht flotte Strömung aufweist - wir werden von den Gegebenheiten mehr als verwöhnt. Das folgende Klärwerk ist nur nett anzuschauen, das Grundstück sieht sehr aufgeräumt aus und das Wasser, das in die Trave strömt, riecht nicht. Links liegt ein bewaldeter Hang, rechts Wiesen mit Erlen an den Ufern. Ab und zu Steine, der Grund sandig. Nach ein paar Kilometern fließt von rechts die Mözener Au hinzu, sie verbindet die Trave (biologisch, nicht Kanu-technisch) mit dem Mözener See und dem Neversdorfer See. Ein paar Minuten später hören wir schon das Rauschen, das uns den Absturz der Trave an der Herrenmühle ankündigt, den wir umtragen müssen. Im Gegensatz zu bisherigen Beschreibungen setzt man hier links aus, schiebt über die Straßenbrücke nach rechts und fährt gleich darauf einen kleinen Weg zur Wiedereinsetzstelle hinunter. Die Gesamtlänge beträgt etwa 250 Meter und ist bei mittleren Wasserständen leicht zu bewältigen. Bei hohen sollte man die Trave sowieso nur dann fahren, wenn man die Strecke und Umstände genau kennt und sein Kanu sicher beherrscht, um auf Gefahren schnell und richtig reagieren zu können. Eine Verbesserung der Aussetzstelle an der Herrenmühle ist in Vorbereitung. Wer wie bisher rechts aussetzen möchte, findet sich vor einem soliden Stahltor und hohen Maschendrahtzaun wieder, hier ist ein Betriebshof der Gewässerunterhaltung.
Herrenmühle bis Kupfermühle Zettler nach oben
Am Steg können wir komfortabel einsetzen, sollten wir Herrenmühle als Startpunkt gewählt haben, können wir mit unserem Auto nahe der Einsetzstelle parken. Die Zufahrt von den A21 kommend: Abfahrt Schwissel wählen, dann immer geradeaus bis direkt vor der Brücke Herrenmühle. Von Bad Segeberg kommend, B206 Richtung Lübeck, Abfahrt Klein Gladebrügge, dort hinter Ortsausgang rechts. Von Bad Oldesloe über die Segeberger Straße kommend, in Traventhal links abbiegen, dann immer bergabwärts. Unterhalb der Herrenmühle strömt die Trave zunächst recht schnell und geht dann in eine gemächliche Gangart über. Das Tal der Trave ist 500 Meter breit, links liegt der Ort Traventhal. Die Trave ist hier auf einer größeren Länge begradigt, bei Wind kann es tatsächlich einmal etwas ungemütlich werden. Die Landwirtschaft hat hier die Wiesen fest im Griff. Nach etwa 2 Kilometer kündigt sich durch dichter werdendes Ufergehölz die nahe Umtragestelle "Mühle Zettler" an. Rechts und links säumen Ufergehölze den Fluss, ab und zu leuchtet eine grüne Wiese durch die Büsche und Bäume. Das Gelände ist hügeliger, das breite Tal zuende. Die Trave hat hier einen Höhenzug durchbrochen, rechts steigt das bewaldete Gelände deutlich an. Man spürt, daß keine Ortschaft in der Nähe ist, die Landschaft strahlt diese typische Ruhe aus, die sich nur in abgelegeneren Gegenden ausmachen läßt. Die Autobahn A21 ist Luftlinie ca. 2 Kilometer entfernt und hier nicht zu hören. Das Gefälle der Trave nimmt wieder zu, man ahnt schon die nahe Umtragestelle. Dann tauchen die ersten Schilder auf, die auf das verfallene Wehr hinweisen. Ein Rohr spannt sich über den Fluss, bei mittlerem Wasserstand läßt es sich noch überpaddeln. Direkt hinter der folgenden Rechtskurve sehen wir weitere Schilder, die etwas Verwirrung stiften, da es noch ein Wehr mehr gibt und man das Hauptwehr nicht sehen kann. Der Instinkt muß uns nun sagen, wo es am besten auszusteigen ist: die auf den Schildern angekündigte Ausstiegstelle existiert nicht, stattdessen müssen wir rechts das hohe Ufer nutzen. Im Sommer ist es von Brennnesseln ziemlich zugewachsen. Im Kajak müssen wir womöglich erstmal direkt ins Wasser, was etwas mühsam ist. Vom Canadier aus können wir, wenn auch durchaus mühsam, das Ufer erklimmen. (Unbedingt Fotogalerie anschauen...)
Umtragen Mühle Zettler nach oben
Dieser Ort hat etwas Magisches, das Wasser rauscht über das Hauptwehr, plätschert über das Nebenwehr und beide Wasser fließen dahinter wieder zusammen. Drumherum ist links wildes, brachliegendes Gelände mit sehr vielen Brennnesseln, rechts ein hügeliger Zielpunkt eines verschwiegenen Wander- und Wirtschaftwegs. Ein dichtes Gehölz aus vielen alten Eichen und Buchen, durchmischt mit Weiden- und Erlenbeständen, sorgt für Schatten und spendet den hier lebenden Singvögeln reichlich Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten. Eine Bank lädt zum Rasten ein.
Mühle Zettler wieder einsetzen nach oben
Bei sommerlichen Wasserständen ist die Wassertiefe gering, und wir müssen nach dem sehr kurzen Umtrageweg in flaches Wasser einsetzen und meist den Nebenarm durchtreideln (siehe Fotogalerie). Was danach kommt, läßt sich am besten so beschreiben: auf dem Landweg sollte man sich die nächsten 100 Flussmeter anschauen, sodaß man weiß, wie man am besten steuern muß, um den zahlreichen Granitsteinen und Büschen sowie in den Fluss hineinragenden Ufergehölzteilen auszuweichen hat, wobei der Fluss fleißig kurvt. Die Strömung ist mehr als mächtig, wobei nur wenig Wassertiefe zum effektiven Steuern vorhanden ist. Ist sehr wenig Wasser vorhanden, läßt sich das Kanu am besten durch die Hindernisse treideln, aber keinesfalls barfuss und es geht nicht vom Ufer aus. Diese schnelle Fahrt geht noch ein paar hundert Meter, aber hinter der ersten Kurve immerhin ziemlich geradeaus bis an der Zettlermühle vorbei.
Alternativer Umtrageweg möglich und sicherer nach oben
Wenn man es von Seiten der Behörden einrichten würde, könnte ganz bequem links etwa 30 Meter vor dem Wehr ausgesetzt werden, ein Weg von etwa 100 Metern müßte angelegt werden (notfalls nur 3 bis 4 mal pro Jahr mähen), dann könnte man direkt hinter der Kurve im Spülsand wieder einsetzen. Damit vermeidet man die gefährliche Kurve mit den Steinen und Büschen. Die danach folgende Strecke meistert jeder, der schon mal ein Paddel in der Hand gehabt hat und an sich glaubt. Diese Strecke des Umtragens würde ich auch unbedingt dann empfehlen, wenn im Frühjahr oder nach heftigen Regenfällen die Trave sehr viel Wasser führt. Dann gibt es nur diesen Weg durch die Brennnesseln und über evtl. sumpfiges Gelände. Rechts ist alles durch Stacheldraht verbaut, da kann man nicht weiter, nur die gewöhnliche Umtragestrecke.
Niemals das Wehr paddeln! nach oben
Wer nun meint, diesen albernen Wasserfall könne er/sie doch mit dem tollen PE- oder sonstwas -Kajak durchfahren, wird unweigerlich dem Härtetest ausgesetzt: das Wehr liegt voller Trümmer aus scharfkantigem Beton einer sehr haltbaren Qualität, mit der man es nicht aufnehmen möchte. Ob danach der Hals noch da ist, wo er hingehört, ist sehr die Frage.
Kupfermühle Zettler bis Donnerbrücke Nütschau nach oben
Ein wenig bedauert man hinter diesem Abschnitt, daß die Strömung schon nachläßt, auf die Steine verzichtet man aber gerne. Nach knapp 2 Kilometern rauscht es wieder, das Treppenwehr kommt in Sicht. Rechts wurde ein Steg angelegt, das folgende Ufer ist mit Holzbohlen verbaut, auf denen man beim folgenden Treideln (an 2 Seilen das Kanu halten!) gut gehen kann. (Bei Hochwasser sieht es schlecht aus). Auch zum wieder Einsteigen kann man den Holzverbau am Ufer nutzen. Links von uns liegen die Orte Dreggers und Lohsack. Rechts kommen wir an einem Altarm der Trave vorbei, der übrigblieb, als man hier ein mehrere Kilometer langes Stück Fluss begradigte. Das Tal ist wieder sehr breit, und es kann deutlich windig werden. Verkehrsrauschen erinnert uns daran, daß die A21 nahe ist, hier nur wenige hundert Meter entfernt. Stückweise kann man sie sogar sehen. Nahe Sühlen passieren wir eine Fußgängerbrücke. Bald sehen wir rechts einen Anleger mit einer Bank, man gönnt uns einen befestigten Rastplatz. Was nun folgt, ist einer der schönsten Abschnitte der Trave: links liebliche Weiden, sanfte Hügel mit wenigen Einzelgehölzen. Rechts beginnt ein Laubwald am sanft ansteigenden Ufer. Es ist die Umgebung des Klosters Nütschau, das hier ganz in der Nähe gelegen ist. Obwohl die Trave hier gerade verläuft, übt die Umgebung einen besonderen Reiz aus. Dann hört man einen Donner, Autos fahren über die nahe Brücke, dessen Fahrbahnbelag aus schräg angeordneten Holzbohlen besteht. Wir wissen, Nütschau ist erreicht und damit ein Pausenplatz, der auch eine beliebte Einsetzstelle darstellt. Parken kann man hier direkt an der Straße. Die Zufahrt von der Segeberger Chaussee ist einfach zu finden, einfach hinter Alt Fresenburg links abbiegen.
Bad Oldesloe nach oben
Bald taucht eine grüne Stahlbrücke auf, Wolkenwehe (Stadtteil von Bad Oldesloe) ist nah. Rechts und links liegt das Brennermoor, hier wurde in früheren Zeiten der hohe Salzgehalt des Wassers zur Salzgewinnung und zu Heilzwecken genutzt, das hier aus der Erde quillt. Wir erreichen Bad Oldesloe, die Umgebung ist aber immer noch sehr natürlich, bis wir nach ein paar Brücken direkt in der Stadt ankommen. Rechts liegt das Alte Flussbad, wo jetzt ein Cafe und eine Kanustation untergebracht ist. Links hat das Travestadion seinen Standort, davor am Holzsteg könnten wir aussetzen und zelten, wenn wir uns vorher bei der Jugendherberge anmelden, Tel. 04531 - 5945. Hier befindet sich auch eine Mietstation des Kanucenter Krebs, tel. 04501-412. Wir paddeln am Absturz der Fischtreppe des Trave-Hauptarms vorbei und halten uns rechts. Dieser "Stadtarm", wie er hier genannt wird, bietet uns hinter der 2. Fußgängerbrücke rechts einen Ausstieg, der Bürgerpark eine Parkmöglichkeit, falls man sich hier abholen lassen hier möchte. Wer weiter will fährt den Stadtarm bis zum Ende. Dort tragen wir ca. 250 Meter durch die Innenstadt um in die Beste-Mündung, paddeln dann rechts weiter auf dem Hauptarm. Ein kurzes Stück danach liegt links der Anlegesteg der Einsetzstelle beim Parkplatz der Polizei /des Finanzamtes und der Stadtwerke. Das Parken hier ist offiziell nur an Wochenenden erlaubt.
Bad Oldesloe - Sehmsdorf nach oben
Wer hier einsetzen möchte, kann bequem heranfahren, auch mit Trailern. Die Zufahrt besteht über die B75 Lübecker Straße nahe der Abzweigung Berliner Ring. Abwärts die Trave kommen wir bald unter der Eisenbahnbrücke hindurch, kurz dahinter hören wir es verdächtig rauschen: ein Schild weist uns auf die neue Sohlgleite hin, die im November 2007 eingeweiht wurde. Links davor kann man gut aussetzen, der Umtrageweg beträgt etwa 90 Meter. Das Einsetzen ist jetzt einfacher als bisher: es gibt eine Art "Treppe" mit einem festen Uferverbau. Eine Möglichkeit, das Kanu festzubinden während man es belädt, hat man vergessen. Wir werden die verantwortlichen Stellen noch darauf hinweisen und um Abhilfe bitten. Die Trave ist ab hier an den Ufern verbaut, teilweise mit Pfählen, meist mit Steinen. Rechts läßt das Klärwerk sein Wasser dazu, und wir lassen Bad Oldesloe bald hinter uns. Nach ein paar Kilometer liegt rechts der Ort Sehmsdorf, es gibt einen Anlegesteg links, der bei niedrigem Wasserstand direkt in einem Schwall steht. NACHTRAG: lt. Meldung der Lübecker Nachrichten v. 5.11.2007 ist hier jetzt eine neue Fischtreppe gebaut worden, umtragen wird jedoch wohl weiterhin nötig sein, wie das LN-Foto zeigt. Wir werden demnächst die aktuelle Situation vor Ort ergründen .
Sehmsdorf bis Reinfeld nach oben
Von weitem ist diese Stelle bereits an der "weißen" Fußgängerbrücke zu erkennen. Ab hier finden wir immer wieder Altarme der Trave, die ein sehr wichtiges Refugium für Tiere und Pflanzen darstellen und die wir daher ihrer Ruhe überlassen sollten. Die Verbaue am Ufer zeugen davon, daß die Anwohner einen ständigen Kampf mit der Veränderung des Verlaufes der Trave kämpfen: mal sind es Pfähle, mal Steine, und es scheint, als ob der Fluss immer gewinnt, wenn er im Winter oder Frühfahr die riesigen Wassermassen abzuführen hat. Im Sommer dagegen ist es eigentlich immer flach, man kann sagen, die Trave ist eigentlich bis Wesenberg ein flaches Gewässer, das ab und zu auch ein paar tiefere Stellen hat. Rechts erscheint noch das Dorf Benstaben, dann hören wir bald die Autobahn 1 rauschen: wir sind nahe Reinfeld. Links kurz vor der A1 - Brücke mündet die Heilsau ein, direkt in der Mündung haben freundliche Mitmenschen einen offiziellen Pausenplatz mit Steganlage und Info-Schild errichten lassen. In der Nähe kann man ein Restaurant besuchen oder auch in Reinfeld einkaufen oder essen gehen. Reinfeld ist bekannt für seine viele Jahrhunderte alte Tradition der Karpfenzucht, und so werden diese Fische hier ab Herbst überall angeboten. Die Entfernung zur Stadtmitte beträgt hier etwa 2 Kilometer.
Reinfeld bis Hamberge nach oben
Die Weiterfahrt ist je nach Windrichtung zunächst noch mit reichlich Lärm verbunden, bis die hohen Hänge des Travetals ihn schlucken oder der Wind ihn in eine Andere Richtung bläst. Der Abschnitt unterhalb der Autobahn gehört zu den schönsten, der Blick schweift hier über eine sehr hügelige, abwechslungsreiche Landschaft. Wir paddeln an den Dörfern Barnitz und Lokfeld vorbei. Dann sehen wir rechts eine Ufergestaltung, die an einen kleinen Hafenkai erinnert: ein großer Parkplatz am Ufer und relativ gute Anlegemöglichkeit lassen diese Stelle zu einer guten Einsetzstelle oder einem Ziel werden, zumal ein Bus uns wieder zu unserem Fahrzeug bringen kann. Ab hier (Straßenbrücke Klein Wesenberg - Groß Wesenberg) fahren ab und zu Motorboote, eine Rennstrecke ist es jedoch nicht. Wenn wir nach weiteren 2 Kilometern wieder Straßenlärm hören, sind wir fast in Hamberge: an einem Altarm liegt links die Strommeisterei, kurz dahinter der Kanuverein Hamberge. Hier könnte man zelten, aber will man das direkt unter der Autobahn? Das ist wohl nur etwas für Schwerhörige. Nach einem weiteren Kilometer kommt die Brücke in Sicht, die Hamberge mit dem Lübecker Stadtteil Reecke verbindet. Auch hier sind wieder schöne Altarme. Wir können am Holzverbau des Ufers direkt unterhalb der Straßenbrücke anlegen und wenn wir wollen, unser Kanu über eine Treppe zur Straße hochtragen. Dieser Ort ist eine beliebte Einsetzstelle bzw. ein beliebter Zielort für Kanuwanderer. In der Nähe gibt es Hotel mit Restaurant (keine 100 Meter an der B75).
Hamberge bis Lübeck Stadthafen nach oben
Wenige Minuten unterhalb Hamberge paddeln wir schon unter der Brücke der A20 hindurch, kurz davor kann man rechts im Stadtteil Niendorf die Straße Legan hinunterfahren und trifft hier eine gute Einsetzmöglichkeit. Die weitere Umgebung ist jetzt eher flach und sumpfig, an den Ufern stehen oft Sumpfwaldgehölze. Altarme bereichern die Landschaft. Hinter der Autobahnbrücke können wir rechts aussetzen und pausieren, ein guter Pausenplatz lädt uns ein, uns zu stärken und uns auf dem freundlichen sandigen Gelände die Beine wieder einzurenken. Rechts von uns liegt jetzt der Stadtteil Moisling, geradeaus sehen wir die stummen Zeugen einer architektonischen Verirrung der 60iger Jahre, gemeint sind die Hochhäuser. Jetzt erreicht auch die Trave die Stadtgrenze zu Lübeck, links liegt die Gaststätte Hohenstiege, wir können anlegen und essen gehen (30 Meter). Es folgen ein paar "Millionärsgrundstücke" links, dann wieder wilde Natur in Form von Sumpf. Wenn dann eine filigrane Fußgängerbrücke aus Stahl erscheint, wissen wir, hier ist der Zusammenfluss der Trave mit dem Elbe-Lübeck-Kanal zur "Kanaltrave". Hier ist also das "offizielle Ende" der Trave, die erst in der Innenstadt als Untertrave wieder genannt wird. Die Natur hier wird gerne von Erholungssuchenden genutzt. Die Brücke, die wir über den Kanal gespannt sehen, trägt die Geniner Dorfstraße. Wir unterqueren eine Eisenbahnbrücke, dahinter zweigt links der Arm "Lachswehr" ab und gleich danach der Staugraben und die Stadttrave, die jeweils als einer von drei Armen die Innenstadt umrunden und an der Untertrave als Seehafen wieder zusammengeführt werden. Wir halten uns rechts, paddeln an verschiedenen Rudervereinen und einem Kanuclub vorbei, einer Einsetzstelle an der Gasanstalt und unter diversen Brücken hindurch. Die Stadtinsel ist ein sehr grüner Park, dem man vom Wasser aus nicht zutraut, daß er Nachbar einer kompletten großen Innenstadt ist. Alles ist grün, voller Bäume und Sträucher. Wir sind nur gut 500 Meter von der Wakenitz entfernt, die rechts von uns verläuft und durch die man über Ratzeburger See, Schalseekanal durch Piepersee und Salemer See bis hin zum Schaalsee paddeln kann. Daher beschreiben wir auch dieses Stück "Trave": der folgende Stadthafen (Heimat u.a. des Theaterschiffes) verfügt am Falkendamm rechts über eine Steganlage, die uns ermöglicht, über die Falkenstraße hinüber in das Ende der hier 150 Meter entfernten Wakenitz zu tragen. Wir können hier unsere Tour auch gut beenden und mit Bus und Bahn unser Fahrzeug nachholen. Ein großer kostenfreier Parkplatz ist vorhanden.