Gewässerbeschreibung Trebel

Letzte Änderung: 28. Februar 2015

Mit dem Kanu auf der Trebel nach oben

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Die Trebel entspringt östlich von Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Frühjahr oder nach der Krautung im Sommer ist die Trebel ab Kirchbaggendorf mit dem Kanu befahrbar, und immer ab Tribsees.

Als Kleinfluss windet sich die Trebel in unglaublich engen Mäandern am Wald hinter Zarrentin vorbei bis hinter Siemersdorf (Straßenbrücke der L22 Siemersdorf - Rekentin). Hier können wir sehr provisorisch auch unser Kanu einsetzen oder pausieren. Am Wald hinter Zarrentin muß gelegentlich mit durch Biber umgenagten Bäumen gerechnet werden. Wir sind in einer verlassenen, sehr einsamen Gegend unterwegs. Umso mehr können wir hier die Schönheit der Natur genießen.

In ihrem weiteren Verlauf schlängelt sich die Trebel noch 3 Kilometer durch Wiesen, bevor sie durch Zufluß der Blinden Trebel breiter wird. Diese fließt direkt aus Richtung Norden von Drechow kommend in die Trebel. Ab Einmündung der Blinden Trebel wurde der Fluss ein wenig begradigt und fließt langsam und in größeren Kurven bis Tribsees durch die Wiesen. Die Strecke von Kirchbaggendorf bis Tribsees hat eine Länge von 13 Kilometern, was wegen der vielen teils engen Mäander fast eine Tagestour bedeutet, für Genießer allemal.

In Tribsees nach oben

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In Tribsees treffen wir links auf den Wasserwanderrastplatz. Es gibt WC und Duschen, eine Badestelle sowie eine kleine Kanuvermietung. Die nächsten Supermärkte sind nah, so dass wir uns bequem bevorraten können. Nutzten wir Tribsees als Einsetzstelle für den Start unserer Paddeltour, kann das Auto am Stadttor geparkt werden, in der Nähe des Wasserwanderrastplatzes.

Tribsees hat eine bewegte Geschichte als ehemalige Grenzstadt am Grenztalmoor, der Wasserscheide zwischen Recknitz und Trebel. Lesen Sie bitte mehr über die Entstehung und die Besitzverhältnisse sowie die alten Gemäuer und Sehenswürdigkeiten von Tribsees in unserem Stadtporträt.

In der im 13./15.Jahrhundert im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbauten St. Thomas-Kirche können Sie sich die außergewöhnlichen Buchholz-Orgel sowie den einmaligen Mühlenaltar aus dem 15. Jahrhundert betrachten.

Ganz in der Nähe liegt das Grenztalmoor, eine der alten Barrieren zwischen Pommern und Mecklenburg - und damit zu den schwedisch besetzten Gebieten. Es ist bereits 1967 zum Naturschutzgebiet erklärt worden. 

Bei Langsdorf nach oben

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Wir paddeln vom Wasserwanderrastplatz Tribsees aus bald unter der Straßenbrücke der L192 hindurch. Das Wehr wurde im Zuge des Neubaus dieser Brücke entfernt. Durch die Renaturierung der Alten Trebel und der damit verbundenen Wasserstandsanhebung im Trebelmoor / Trebeltal wurde auch der Wasserstand der Trebel insgesamt angehoben.

Wir paddeln unter der neuen A 20 Brücke hindurch, es erscheint das Wehr Langsdorf. Sehr bequem kann man hier sein Kanu über 2 Holzstege umsetzen. Bei wenig Wasseranfall ist es auch möglich, das Kanu über die Wehrkante zu heben, da wir einen relativ festen Stand auf dem gemauerten Bauwerk haben.

100 Meter vor dem Wehr hätten wir rechts in einem sehr schmalen Graben unter einer Holzbrücke hindurch in die Alte Trebel paddeln können. Diese ist allerdings oft unglaublich mit Schwimmpflanzen zugewachsen. Sie fließt jetzt wieder bis Bassendorf. Wenn wir hier paddeln, erleben wir teils die Weite des Trebeltals und teils verirren wir uns fast in einer Schilfwüste. Die Alte Trebel ist mal ganz schmal, dann wieder sehr breit. Es gibt einseitig verschlossene Flussarme, so dass wir gut aufpassen müssen, nicht in die falsche Richtung zu paddeln. Hier sieht man schon mal einen leibhaftigen Kranich am Ufer spazieren, Rotmilane lieben diese Moorlandschaft besonders.

Wer zur Recknitz übersetzen möchte, findet in Langsdorf den richtigen Ausgangspunkt, sowohl für evtl. Kanushuttle als auch für Landtransport. Es sind etwas weniger als  7 km, man muss jedoch leider die ersten 2 km  direkt auf  der Straße schieben, da es nicht die gesamte Strecke einen  Fahrradweg bzw. Nebenweg gibt. (Die in verschiedenen Publikationen angegebenen 5 km sind nicht korrekt).

Wer einmal eine martialische, fast gruselige Einrichtung besuchen möchte: am Rand des Trebeltals liegt tief in der Erde der 1988 fertig gestellte Bunker Eichenthal. Hier wird auf nicht authentische Weise eine Art "Militärtheater" mit viel Krach und ein paar Lichteffekten aufgeführt. 

Der Trebelkanal. nach oben

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Ab Langsdorf paddeln wir im relativ geraden Trebelkanal. Dieser wirkt aber sehr urig und hat eine ausgesprochen natürliche Umgebung. Am westlichen Ufer stehen hohe Erlen und Pappeln. Hier leben Seeadler, Fischadler, Schreiadler und Pirol sowie Eisvögel, Biber und Fischotter. Mit etwas Glück, Ausdauer und Ruhe überraschen sie den Paddler. Ein Seeadlerpärchen horstet sogar direkt am Fluss auf einer alten Kiefer.

Bei Kilometer 27 könnten wir in die Alte Trebel übersetzen, es sind nur 30 Meter bis zu einem Seitenarm des renaturierten Flusses, der, wie weiter oben bereits erwähnt, jedoch wegen Verkrautung nicht das ganze Jahr über zu befahren ist und einige Ansprüche an unseren Orientierungssinn stellt. Abschnittsweise könnte man sie auch als "Schilfwüste" bezeichnen, allerdings eine sehr interessante. Weiter auf dem Trebelkanal, paddeln wir ab hier etwa 2,5 Kilometer durch einen Wald.

Bis Bassendorf haben wir danach nur noch etwa 1,5 Kilometer zu paddeln. Auch dieser Abschnitt ist sehr natürlich und bietet so manche Möglichkeit, interessante Pflanzen- und Tierwelt zu erleben. Besonders Eisvögel, aber (je nach Tageszeit) auch Biber sind hier keine Seltenheit. 

 

In Bassendorf nach oben

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An der gesamten Trebel finden wir nur wenige Möglichkeiten, das Ufer für eine kleine Pause zu betreten. Da kommt uns Bassendorf gerade recht: hier befindet sich eine befestigte Uferstelle, Bollwerk genannt. In früheren Zeiten wurden hier Getreide und Zuckerrüben verladen. Es gibt eine Tisch-Bank-Kombination und die Möglichkeit, auf befestigtem Boden Feuer zu machen. Anlanden können wir an einer seichten Uferstelle, die als provisorische kleine Slipstelle für Angelboote eingerichtet wurde.

Hier fließen die Alte Trebel sowie die Warbel mit dem Trebelkanal zusammen. Die Warbel ist im Frühjahr bis Gnoien hoch paddelbar (umsetzen beim Wehr in Wasdow). Sie ist ein reizvoller Kleinfluss mit streckenweiser enormer Strömung. 

In Bassendorf endet der Trebelkanal, und wir erleben von nun an eine leicht begradigte, meistens nur schwach mäandernde, etwa 40 bis 50 Meter breite Trebel, deren Wasser sich sehr langsam in Richtung ihrer Mündung in die Peene bei Demmin wälzt. 

Bassendorf bis Nehringen nach oben

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Von Bassendorf bis Nehringen paddeln wir unser Kanu noch 5 Kilometer, von denen wir uns etwa 4 Kilometer durch das sehr urwüchsige "Naturschutzgebiet Mittleres Trebeltal" bewegen. Bald sehen wir das Wahrzeichen von Nehringen, die Holzklappbrücke aus Eichenholz. Diese wurde 1911 erbaut, inzwischen mehrfach restauriert und ist voll funktionsfähig.

Es folgt der kleine "Hafen", hier können wir gut ein- und aussetzen und sind 200 Meter weiter (mit dem Bootswagen) im Ort Nehringen beim Wasserwanderrastplatz und dem Jugendgästehaus "Graureiher", einem kleinen aber sehr gepflegten Schullandheim / Gruppenhaus. Hier können wir zelten, in Blockhäusern auf dem Holzfußboden übernachten oder die Nacht in einem bequemen Bett im "Graureiher" verbringen. Auch ein schönes Frühstück kann hier gebucht und am nächsten Morgen im Speiseraum eingenommen werden.

Für die Weiterfahrt nach Demmin und damit zur Peene gibt es keine Übernachtungsalternative zu Nehringen. Also sollte man hier unbedingt auf die eine oder andere Weise übernachten. 

Es empfiehlt sich für Naturliebhaber, in Nehringen eine weitere Nacht zu verbringen und von hier aus auch die umliegenden Biotope zu erkunden. Besonders zur Vogelzugzeit ist hier eine große Schar an Kranichen, Bläss- und Nonnengänsen sowie Krickenten und Große Brachvögel anzutreffen. Für die Vögel stehen riesige Flachwassergebiete zur Verfügung, und es ist ein ergreifendes Erlebnis, den Kranichen beim morgenlichen Start zu ihren Futterplätzen zuzuschauen. Auch die Seeadler sind dann zur Stelle und wir können sie gut bei ihrer Jagd beobachten.

Trebel und Nebengewässer nach oben

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Ab hier fließt die Trebel weniger durch Bruchlandschaft als durch Sümpfe, Wiesen und Moore, weshalb es durchaus etwas windig werden kann. Abseits liegen oftmals verwilderte Torfstiche und sehr viele Entwässerungsgräben. Wir sind hier in absoluter Wildnis und in einem Paradies für Fischadler, Otter und Biber. Kraniche nutzen diese Naturlandschaft nicht nur auf dem Durchzug, sondern ein Teil brütet hier auch auf den Moorinseln. 

An den Trebelufern sehen wir meistens Schilf. Wenn wir sehr aufmerksam sind, können wir hier Bartmeisen beobachten, die das Reet als Wohn - und Nahrungsmöglichkeit schätzen. Sie sind regelmäßig in Trupps unterwegs. Auch Beutelmeisen sind hier zuhause, an manchen Stellen kann man ihr kunstvoll gewebtes Nest an Zweigen über dem Wasser herab hängen sehen. Auf kahlen Ästen oder Pfählen sind regelmäßig die Neuntöter zu beobachten.

Roter Brückengraben nach oben

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Den Roten Brückengraben nahe Nehringen können wir einige Kilometer aufwärts paddeln. Es ist sehr einsam dort in den Wiesen und am Waldrand, wo auch Eisvögel, Biber und Rothirsche leben und extrem viele Wildschweine. Ähnliches gilt für den Neuen Burggraben. Jener bietet sogar einen Zugang zum großen Renaturierungsgebiet mit seinen großen Wasserflächen und wilden Wiesengebieten. Wir paddeln einfach aufwärts, bis wir an einer niedrigen Wegebrücke aussetzen müssen. Bewegen wir uns zu Fuß nur ein kleines Stück nach Nord-Westen, erreichen wir das genannte Biotop, wo wir unseren Beobachtungsposten einnehmen können.

Annenhof und Volksdorf nach oben

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Unterhalb des Burggrabens liegt links das winzige Dorf Annenhof. Zu erreichen ist es von der Trebel aus nur über einen sehr nassen Feldweg, der in Trebelnähe meist unter Wasser steht. Man findet ihn direkt an einer halb verfallenen Anlegebrücke. Direkt gegenüber, also am rechten Ufer, können wir rechts anlanden. Es gibt einen Anglerplatz, der sich zum Pausieren eignet. Von diesem führt ein schmaler Pfad nach Brudersdorf. Es ist aber kein befestigter Weg! Wir benötigen Gummistiefel und bei Feuchtigkeit würden wir von hohem Pflanzenbewuchs nass werden, zumindest in der fortgeschrittenen Vegetationszeit. Erst die zweite Hälfte dieser Strecke ist als Feldweg ausgebaut.

Im Notfall ist auch der nächste Ort am link Ufer, Volksdorf, vom Ufer aus recht gut erreichbar, und das Anlegen ist bei mittleren Wasserständen recht gut möglich. Nach etwa 350 Metern kämen wir zum Dorf, wo wir uns im Falle eines Falles von jemandem abholen lassen könnten. Selbstverständlich können wir hier auch einfach nur für eine Pause anladen.

Nossendorf und Wotenick nach oben

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Auch im folgenden Nossendorf, das ebenfalls am linken Trebelufer liegt, gibt es eine kleine Anlandemöglichkeit. Diese ist allerdings ohne Gewässerkarte oder Luftbild kaum zu finden... Die Wegstrecke ins Dorf selbst ist etwa 400 Meter lang.

Bis Wotenick mäandert die Trebel dann in etwas größeren Schleifen durch Schilf- und Wiesengebiete. es gibt bereits hier einige befahrbare Nebengewässer. Auch bei Wotenick liegt ein guter Pausenplatz, es gibt sogar einen Holzsteg. Es scheint sich hierbei um die örtliche Badestelle zu handeln. Bis zum Dorf Wotenick geht man von hier aus etwa 550 Meter, das erste Stück führt uns über einen unbefestigten Wiesenweg. 

An einem kleinen Wäldchen bei Wotenick gibt es einige kleine Anglerplätze, diese sind aber wirklich winzig. Rechts von uns beginnen die ausgedehnten Nebengewässer, und in manche können wir sogar hinein paddeln. Jeder, der das macht, sollte größtmöglichen Respekt vor der Natur walten lassen. DAzu gehört auch, bis zum Ende der Brutzeit (also etwa Mitte Juli) auf eine Befahrung zu verzichten. Einige dieser Nebengewässer sind alte Trebelschleifen, die bei der Begradigung übrig blieben. 

Kurz vor Wotenick-Ausbau ereichen wir das nächste Naturschutzgebiet, "Naturschutzgebiet Peenetal Salem bis Jarmen". Es reicht bis etwa 200 Meter nordwestlich der Trebelbrücke, die wir demnächst passieren. Von dort an dürfen wir die Trebelufer nicht mehr betreten und kein Nebengewässer befahren.

Wotenick - Ausbau bis Demmin nach oben

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3 Kilometer vor Demmin gelangen wir an die einzige Brücke zwischen Nehringen und Demmin: bei Wotenick-Ausbau befindet sich ein offizieller Rastplatz. Hier könnten wir unser Kanu auch gut einsetzen und das Fahrzeug parken, z.B. für eine 1-tägige Kanutour bis Demmin und zurück.

Obwohl wir so nahe an Demmin sind, herrscht hier eine sehr wilde Umgebung vor: ehemaliges Moor mit sehr vielen übriggebliebenen Wasserflächen und Inseln, die Lebensraum für sehr viele Tiere bilden. Dieser Platz eignet sich sehr gut, um für einen Tagesausflug von hier aus die Trebel zu erkunden und die schöne Natur zu genießen. 

Mündung in die Peene in Demmin nach oben

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Auch wenn wir kurz vor der Einmündung in die Peene sind, erinnert uns höchstens der Straßenlärm daran, dass wir uns in der Zivilisation befinden. Auch an der Peene selbst ist nur selten etwas Städtisches anzutreffen, Gebäude liegen meist weiter zurück auf vor Hochwasser geschütztem Hügel. Rechts paddeln wir etwa 1,3 km zum Wasserwanderrastplatz in der Innenstadt, links in Richtung Loitz. Die nächste öffentliche Zeltmöglichkeit peeneabwärts befindet sich in Pensin vor Loitz in etwa 5 km Entfernung. Ein privater Platz liegt noch dazwischen. Einen offiziellen Rastplatz gibt es auch in Zeitlow, knapp 4 km unterhalb Pensins.

Wasserwanderrastplatz am Segelhafen Demmin nach oben

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Fährt man rechts Richtung Kummerower See, kann man bald hinter der Klappbrücke rechts in den Altarm der Peene hinein paddeln, der den Demminer Segelclub mit dem offiziellen Wasserwanderrastplatz beheimatet. Hier kann man gut zelten, duschen und einkaufen. Zum Einsetzen für den Start einer Kanutour eignet sich der Platz ideal, weil das Auto gegen Gebühr unter Verschluß abgestellt werden kann. Will man nur einkaufen, kann man dies bei Netto tun, der am Ende des Altarmes beim Museumsspeicher liegt (hier direkt anlegen und einkaufen, auch Döner essen, Pizzeria).

Tourerweiterung Tollense nach oben

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In Demmin kann man seine Paddeltour auch in der Tollense fortsetzen, allerdings gegen etwas Strömung. Bis Neubrandenburg sind es etwa 3 Tage, umgekehrt fährt es sich schöner, da die Tollense schon deutliche Strömung hat.

Urlaub im Peenetal nach oben

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Allen, die ihren Urlaub hier im Einzugsbereich des Peenetals verbringen möchten, empfehlen wir, sich umfassend auf diesem Webportal zu informieren. Lesen Sie alles über die großartige Natur in diesem 100 qkm großen Naturschutzgebiet, die vielen Ausguckmöglichkeiten in die Landschaft, die Burgen und Burgruinen, die Schlösser und Herrenhäuser sowie die vielen Museen und alle weiteren Sehenswürdigkeiten im Peenetal.