Gewässerbeschreibung der Treene
Letzte Änderung: 3. Mai 2008
Mit dem Kanu auf der Treene
Die Treene entsteht etwa 10 Kilometer südlich von Flensburg vor Großsolt aus kleinen Fließen und durchfließt den Treßsee. Man könnte sie praktisch ab Großsolt paddeln, aber das Mühlengelände von Frörup-Mühle ist direkt nicht umtragbar. Also setzen wir unser Kanu erst in Frörup ein und beginnen hier mit dem Kanuwandern, Zufahrt zur Einsetzstelle über die Straße "Bäckerberg". Der Pegel an der Einsetzstelle sollte "grün" anzeigen, dann ist für unsere Kanutour überall genug Wasser vorhanden. Nach längeren Regenperioden sollte man hier allerdings auch nicht paddeln, da dann viele Wiesen überflutet sind und der Verlauf der Treene nicht zu erkennen ist. Auch können dann viele Wiesenbrücken nicht mehr unterfahren werden. Es gibt leider bislang noch keine zentrale Telefonnummer zu den Wasserständen, wie es an anderen Flüssen üblich ist.
Tarp
Bei flotter Strömung steuern wir unser Kanu um Steine herum, über leichte Schwälle und an umgestürzten Bäumen vorbei und sind bald in Tarp. Um eine Paddeltour zu starten, kann man hier neben einer kleinen Fußgängerbrücke auch gut einsetzen und parken, Zufahrt über "Im Treenetal", genau im Knick Dorfstraße / Flensburger Str. Achtung: an Wochenenden im Hochsommer sowie an bekannten Feiertagen kann es hier extrem belebt sein...! (Frühmorgens lospaddeln hilft auch dann).
Langstedt
Es folgt ein schöner Abschnitt durch leicht hügelige, sandige Landschaft, bei km 57 können wir pausieren und sogar beim Tydal-Camp (dänisches Pfadfinderlager, kann schon mal sehr voll sein dort), (auch "Tüdal"genannt) zelten. Einen weiteren Wasserwanderrastplatz finden wir etwa 1,5km vor Langstedt nahe Jerrisbek, wo rechts eine Wiese zum Biwak zur Verfügung steht. Auch an der Einsetzstelle Langstedt bei der Gaststätte "Stelke's Gasthaus" (www.stelkes-gasthaus.de) kann man nach Rückfrage zelten. Für Einsetzen unseres Kanus und WC-Benutzung müssen wir hier 1,50 Euro zahlen. Einen Parkplatz finden wir direkt neben der Einsetzstelle, die auch von der örtlichen Kanuvermietung stark frequentiert wird.
Hünning / Sollerup
Weiter paddeln wir durch Wiesen, an Wäldchen und Sanddünen entlang, bis wir am Zusammenfluß der Treene mit der Jerrisbek Hünning/Sollerup erreichen.Hier ist eine private Einsetzstelle, Nutzung bislang geduldet, und hier kann man beim Wasserwanderrastplatz von der Kanuvermietung Anke Petersen zelten (modern ausgestattet, Tel. 04625-294) inkl. Nutzung des Grillplatzes. Auch Hünning / Sollerup empfiehlt sich also für den Start einer Paddeltour, zumal ab hier nur noch wenig Hindernisse zu erwarten sind und die folgende Strecke zu den reizvollsten Abschnitten der Treene gehört.
Esperstoft
Der nächste Abschnitt bringt uns nach Esperstoft, vorher mündet noch die Bollingstedter Au von links in die Treene. In Esperstoft können wir sehr gut rasten, (hier auch gut einsetzen und parken möglich). Ein paar hundert Meter landeinwärts (Bootswagen nötig, kann beim Treene-Camp ausgeliehen werden) befindet sich in Esperstoft das neue "Treene-Camp-Horn", wo man zelten oder in bequemen und sehr gemütlich ausgestatteten Bauwagen preisgünstig übernachten kann. Es gibt volle Sanitärausstattung, einen Feuerplatz sowie ein Gruppenzelt zum Aufenthalt, alles sehr zu empfehlen! 5 Kilometer weiter flussabwärts unterqueren wir eine Brücke bei Grüft / Ipland, einer einsamen Bauernstelle in sehr schöner Lage. Hier können wir auch sehr gut pausieren, aber ausschließlich als Einzelpaddler oder Minigruppe, keinesfalls als Gruppe. Das gibt Ärger.
Treia
Bald kommt Treia in Sicht, am Ortseingang müssen wir eine große Sohlgleite mit beachtlichem Höhenunterschied umtragen oder, sofern im Kajak mit Spritzdecke, durchfahren. Kanadier nehmen dabei locker einige Liter Liter Wasser auf, wenn sie beladen sind. Hier auf dem Wasserwanderrastplatz der Gemeinde können wir gut zelten, Lagerfeuer machen und im nahen Imbiß essen (WC vorhanden). Einen Supermarkt gibt es ebenfalls im Dorf. Abends kommt jemand von der Gemeinde zum Kassieren (3,- Euro pro Person).
Holm
Die weitere Treene ist ziemlich gerade. Am Ortsausgang liegt ein Wehr, das wir links umtragen müssen. Ein Ähnliches erscheint ca. 1,5 Kilometer weiter, hier rechts umtragen. Nach etwa einem Kilometer ist es möglich, am Ufer zu zelten: der Wasserwanderrastplatz der Familie Röh, Holm - Silberstedt, Tel. 04626 - 240, eine Chemietoilette ist vorhanden. 1,5 Kilometer ins Dorf liegt der Hof, dort kann man Dusche und WC benutzen, sich im Cafe verwöhnen lassen oder auch in der Pension übernachten. Man erkennt, daß man am Wasserwanderrastplatz angekommen ist, daran, daß einige Eisenstangen in der Treene stehen. Mit dem WWR rechnen kann man aus der Ferne dort, wo die Buschreihe links aufhört und der Deich anfängt.
Hollingstedt
Wir paddeln noch ein kurzes Stück durch Geestlandschaft wie bisher, aber links sind schon die ersten Eindeichungen zu erkennen. Dann ändert der Fluss seinen Charakter vollständig. Die Landschaft ist jetzt Marschniederung, mit flacher Landschaft und eingedeichtem Fluss. Von links fließt die Silberstedter Au und von rechts die Krummbek hinzu, und nach weiteren 2,5 Kilometer sind wir in Hollingstedt. An der Straßenbrücke kann man einsetzen, hier ist auch ein guter Pausenplatz, Biwakieren ist geduldet. Vor etwa 1000 Jahren sollen hier die Wikinger die Handelsware ihrer Boote, von der Nordsee über Eider und Treene kommend, auf Pferde/Ochsenkarren umgeladen und sie so nach Haithabu an der Schlei bei Schleswig transportiert haben, um die Umfahrung Jütlands vermeiden zu können. Einen richtigen Wasserwanderrastplatz gibt es hier leider nicht.
Bünger Berg
Einen Kilometer weiter mündet die Rheider Au in die Treene, danach erscheint die Badestelle Dörpstedts "Bünger 'Berg". Hier kann man pausieren oder einsetzen, bei höheren Wasserständen kann es etwas "unwegsam" sein. Wir kommen am Tollenmoor vorbei, links erhebt sich aus der Treenemarsch die Sanddüne "Stapelholm", eine von den Dörfern Wohlde, Bergenhusen, Norderstapel, Süderstapel und Seeth besiedelte Sanderhebung, die teilweise sogar bewaldet ist. ("Holm" = Insel, "Stapel" erinnert an das Zwischenlagern der Handelsware der Wikinger vor etwa 1000 Jahren). Gegenüber Wohlde liegt das "Wilde Moor", eine eindrucksvolle Moorlandschaft mit vielerlei typischer Flora und Fauna. Bei Kilometer 15 erhebt sich auch rechts das Land ein wenig, dort liegen Fresendelf, Süderhöft, Hude und Schwabstedt.
Fresendelf
In Fresendelf ist es möglich, bei Anke und Kay Thomsen Kanus zu mieten und zu zelten (Kanuvermietung Treibholz, www.kanutours-sh.de). Vom Anleger, dessen weisses Zelt aus Metall, das als Schild dient, man schon von weitem erblickt, geht man über den Deich über den Weg und ist in einem Gehölz. Dort gibt es einen kleinen, geschützten Zeltplatz mit Komposttoilette und Handwasserpumpe. Der Hof der Kanuvermietung liegt etwa 1,5 Kilometer landeinwärts mitten in Fresendelf, Herr Thomsen kommt abends zum Kassieren. Ein kurzes Stück weiter liegt rechts die Badestelle von Fresendelfer Fähre, hier kann man gut pausieren, Einsetzen ist ebenfalls gut möglich. Ein Parkplatz erlaubt das Abstellen mehrerer Fahrzeuge. Die Zufahrt ist auch mit Trailern möglich.
Natobrücke
Rechts liegt noch die Treeneschleife nahe Hude, dann erscheint die sogenannten "Natobrücke", eine etwas übertrieben stabile Brückenkonstruktion. Sie verbindet den Stapelholm über die Treeneniederung mit dem gegenüberliegenden Geesthügel. Dies ist auch eine sehr gute Einsetzstelle für den Start einer Kanutour mit optimalen Parkmöglichkeiten, Zufahrt ist auch mit Trailern möglich. Ab hier ist Motorbootsverkehr erlaubt, aber ohne praktische Bedeutung: nur selten verirrt sich ein Ausflügler mit seinem Motorboot hierher. Die Elektroboote von Schröder in Friedrichstadt dürften es auch nicht schaffen, bis hier und zurück zu fahren. Stören würden aber auch sie kaum. So trifft man nur ab und zu einen Angler.
Schwabstedt
7 Kilometer später paddeln wir in die große Flußschleife ein, an der Schwabstedt liegt. Hier können wir an der Badestelle zelten (Wasserwanderrastplatz mit WC und Duschen, bezahlen beim Imbiß; Gruppen anmelden unter Tel. 04884 - 765) oder uns in einem der verschiedenen Gästezimmern an der oder nahe der Treene einmieten. Einkaufsmöglichkeiten im Ort sind vorhanden.
Mildterhof
Die Treene kann hier durchaus völlig ohne Strömung sein, sogar bis hoch nach Hollingstedt, wenn in Friedrichstadt kein oder wenig Wasser durchgelassen wird. Dann staut sich der Fluß so lange, bis das Wehr wieder geöffnet wird. Wird es geöffnet, kann es eine angenehme Strömung geben. Planbar ist das jedoch nicht ohne weiteres... Zwischen Kilometer 6 und Kilometer 5 vor Friedrichstadt können wir links in einen kleinen Graben hineinfahren; wir befinden uns auf dem Hofgelände des Hofcafes bzw. der Heuherberge "Mildterhof" von Conny und Reinhard Liegmann, den wir nach etwa 500 Meter vom Ufer der Treene aus erreichen. Hier befindet sich auch eine Tagungsstätte mit erlebnispädagigischer Einrichtung und vielen anderen Angeboten. Auch von Friedrichstadt aus lohnt es sich immer, einen kleinen Ausflug zu dieser gastronomischen Besonderheit zu unternehmen.
Friedrichstadt
Bis zur Innenstadt von Friedrichstadt paddeln wir noch ca 7,5 Kilometer. 2,5 Kilometer vorher mündet von rechts die Oldersbek. Dahinter finden wir links
einen kleinen Graben vor rechtem Anleger, der uns auf das Grundstück
des Mildterhof führt. Hier können wir bei Familie Liegmann im Heuhotel
(www.mildterhof.de) schlafen (Extrakojen für Allergiker vorhanden, alternativ auch unser
Zelt aufbauen) und uns im Hofcafe verwöhnen lassen. Vom Fluß sind es
ca. 500 Meter, also Bootswagen nutzen.
In Friedrichstadt sind wir zunächst in einer seeartigen Ausbuchtung der
Treene, vor dessen Ende wir links in den Westersielzug einfahren, der
uns zum Hafen, über Sieltore in die Innenstadt (viele
Anlegemöglichkeiten zum Einkaufen und Besichtigungen) oder in den
Fürstenburggraben bringt, der zum Campingplatz führt. Wir könnten auch
in die erste Einmündung des "Oster-Sielzugs" bei der Badeanstalt
paddeln. Jederzeit kommen wir in die Innenstadt und über eine
"Stadtrundfahrt" auch zum Campingplatz (www.treenecamp.de) mit
Kanuvermietung und zur Schleuse.
Die Schleusenzeiten: Schleusenzeiten: 16.05.- 14.09. Mo- Fr 8:00h - 18:00h, Sa 8:00h - 11:30 und 17:00h - 18:00h // 15.09. - 15.05. : Mo - Fr. 8:00h - 15:00h ; tel. 04881-239 und -9172 Wer mit der Bahn sein Fahrzeug aus Tarp holen möchte, ist etwa 1,5 Stunden unterwegs und muß 2 mal umsteigen. Der Bahnhof befindet sich nahe dem Campingplatz (Friedrichstadt) bzw. in Flussnähe in Tarp.
Die Eider
Wollen wir in der Eider weiter paddeln, können wir unser Boot entweder sehr mühsam die Schleuse umtragen (bei Hochwasser auch über den Eiderdeich in die Eider vom Zeltplatz aus einsetzen), oder uns besser durchschleusen lassen.
Historische Treeneabdämmung
Wenn wir uns über den "See" wundern, der nördlich dieser von Niederländern auf Einladung des Herzogs Friedrich III im 17.Jahrhundert errichteten Stadt liegt, müssen wir uns vergegenwärtigen, daß wir es hier mit der ursprünglichen Treenemündung zu tun haben. Da es immer wieder zu verheerenden Fluten kam, bei denen ganze Dörfer wie z.B. "Büttel", westlich von Friedrichstadt liegend, (heute Koldenbüttel = "kaltes Dorf Büttel" ) untergingen, suchte man nach Wegen, die gesamte Niederung sicherer zu machen. 1570 grub man 2 Kanäle und errichtete 2 Wehre, die man bei Stürmen schließen konnte. Die eigentliche Treenemündung bekam einen Damm. Damit war die Treenemündung damals schon ebenso reguliert wie heute die Eidermündung.