Gewässerbeschreibung der Eider (Untereider)
Letzte Änderung: 3. Mai 2008
Mit dem Kanu auf der Untereider nach oben
Die Untereider führt uns ca. 107 Kilometer von Rendsburg bis zum Eidersperrwerk. Sie gliedert sich in drei Abschnitte: ca 26 Kilometer bis Lexfähre (ohne Strömung), 52 Kilometer von Lexfähre bis Nordfeld (hier Strömung je nach Tidenverhalten und dem damit abgenommenen Wasser an der Schleuse Nordfeld) und 32 Kilometer von Nordfeld bis zum Sperrwerk / Mündung in die Nordsee (hier Strömung mit der Tide regelmäßig wechselnd, nach Sturmfluten kann sie reißend sein!). Die Fahrzeit für ein Kanu beträgt also je nach Wind 4 bis 5 Tage.
Einsetzen in die Untereider nach oben
Man setzt sein Kanu am Untereiderhafen direkt neben dem Angelverein ein, parken kann man ganz in der Nähe kostenfrei. Die Zufahrt heißt "An der Untereider". Kommt man mit dem Wohnmobil an, besteht die gute Möglichkeit, sein Fahrzeug ein paar Meter weiter in der Straße "An der Untereider" im Wohnmobilhafen Cafe Eiderblick abzustellen und dort am Ufer einzusetzen. (Eine ortsansässige Kanuvermietung sucht man bisher leider vergebens). Der Bahnhof ist etwa 1,2 Kilometer von der Einsetzstelle entfernt. (In Tönning ebenso wie in Friederichstadt ist der Bahnhof sehr nahe.)
Vor Nübbel nach oben
Wir paddeln unter einer Fußgänger- und einer Straßenbrücke hindurch und weiter durch Wiesen mit Gehölz am linken Ufer, eine relativ abwechslungsreiche Strecke, bis wir nach 4,5 Kilometer durch das Dorf Nübbel fahren. Hier könnte man auch sein Kanu einsetzen, parken für wenige Fahrzeuge ist gut möglich. Parallel läuft der Nord-Ostsee-Kanal, es sind nur weniger als 100 Meter Abstand, der sich bis km 6 auf 30 Meter verringert, so daß man hier mit etwas Mühe (große Böschungssteine am NOK) das Gewässer wechseln könnte.
Nübbel- Breiholz nach oben
Bei km 6 kann man auch gut rasten oder von der Straße aus einsetzen, Parkmöglichkeiten begrenzt (am Straßenrand). Wir paddeln an den Orten Hörsten und Lohklint etwas entfernt vorbei, kommen dann nach ca. 15 Kilometer zur Straßenbrücke Hamdorf - Breiholz. Hier ist ein geeigneter Einsetz- als auch Pausenplatz, Parkmöglichkeiten sind reichlich vorhanden. Vom 1.4. - 31.10 kann man auch auf dem Campingplatz Breiholz (tel. 04332-373, Herr Rohwedder) übernachten. Hier befindet sich auch das Gasthaus "Zur Fähre", (Montags ist Ruhetag). In Breiholz und Hamdorf gibt es Einkaufsmöglichkeiten.
Lexfähre nach oben
Nach weiteren 8 Kilometern zweigt links der Gieselaukanal ab, der etwa 3 Kilometer lang ist und die Eider mit dem Nord-Ostsee-Kanal über eine Schleuse verbindet. Wir halten uns rechts und sind nach knapp 4 Kilometern an der Schleuse Lexfähre, km 26, wo wir kostenpflichtig geschleust werden (3,50 Euro für ein Kanu, jedes weitere Boot 1,50 Euro dazu) oder die Schleuse links umtragen. Hier könnte man auch einsetzen zum Kanuwandern, aber parken nur nahe dem Yachtclubgelände. (Hier sehr viel Platz). Am Wehr (rechter Arm) kann nicht umgetragen werden. Übernachten ist auf dem Zeltplatz unmöglich, da er nur für Dauercamper eingerichtet ist, evtl. davor. Über den kommenden Wasserstandsverlauf ab Nordfeld (Tide) kann man sich beim hiesigen Schleusenmeister erkundigen.
Schleusenzeiten Lexfähre nach oben
Ab der Schleuse Lexfähre ist die Eider eingedeicht und ein breiter Fluß von 60 bis 100 Meter.
Schleuse Telefon: 04802-375
Schleusenzeiten:
- 1.4.-31.10 Mo-Do 8:00-18:00h; Fr.-So 8:00-19:00h
- 1.11.-31.3. Mo-Sa 8:00-17:00h;
- So- u. Feiertag 8:00-12:00h
Eiderdeich - Hohnerfähre nach oben
Nach 9 Kilometern erreichen wir "Eiderdeich", hier besteht im linken Eiderarm eine gute Rastmöglichkeit sowie Einsetzstelle. Nach weiteren 2,5 Kilometern kommen wir zur Personenfähre "Hohnerfähre" mit Restaurant / Cafe und komplett ausgestattetem Zeltplatz, auch für Kanuten (Tel. 04339-279 www.hohner-faehre.de). Hier kann man gut einsetzen und parken.
Pahlen nach oben
500 Meter hinter der Fähre, bei Kilometer 37, mündet von rechts die Sorge in die Eider, nach 6 weiteren Kilometern sind wir in Tielen angekommen (hier gute Einsetzstelle) und fahren noch 3 Kilometer bis zur Straßenbrücke Pahlen. Hier im Hafen kann man einsetzen, Pause machen und im Ort (1 Kilometer am fast südlichen Ortsende) einkaufen.
Bargen, Süderstapel nach oben
Wir paddeln noch 4,5 Kilometer, dann haben wir Bargen erreicht (rechtes Ufer) und damit den Campingplatz Bargen - Erfde (tel. 04333-206, 1.4. - 30.9.). Hier kann man auch als Kurzzeitcamper übernachten, Sanitäranlagen sind vorhanden. Auch eine Personenfähre ist vorhanden. Es folgen die nächsten 11,5 Kilometer bis Süderstapel, hier können wir zelten (04883-258 od. 721) einkaufen oder in Fremdenzimmern übernachten. Gute Einsetzstelle an der Badestelle, überdachter Pausenplatz, WC, parken im Ort gut, Anfahrt mit Trailern möglich.
Schleuse Nordfeld nach oben
Die nächsten 13 Kilometer muß mit gelegentlichen Wasserskiläufern gerechnet werden. Bis zum nächsten Zeltplatz in Horst sind es noch ca. 6,5 Kilometer (04836-661), gute Einsetzstelle mit Parkmöglichkeit. weitere 7,5 Kilometer noch bis zum Hafen des ASV Hennstedt, dann noch 2,5 Kilometer gepaddelt und wir sind bei der Schleuse Nordfeld. Hier ist die Eider fast ein See.
Schleusenzeiten Nordfeld nach oben
Bei der Schleuse (tel.04881-93041550) kann man rechts anlegen und pausieren, geschleust wird v. 1.4.-31.10 täglich 8:00h -19:00h; vom 1.11.-31.3. Mo -Sa 8:00h - 17:00h; So 8:00h - 12:00h
Das Entgelt beträgt 3,50 Euro für das Einzelboot, jedes weitere Kanu 1,50 Euro. Schleusungen außerhalb der angegebenen Zeiten sind möglich, kosten jedoch 9,50 Euro.
Das Umtragen an dieser Schleuse ist prinzipiell möglich, aber je nach Wasserstand sehr umständlich über sehr grobe Uferbefestigungssteine. Bei Niedrigwasser haben wir Schlick, da ist es eher unmöglich. Die Umtragestrecke beträgt etwa 120 Meter über unebene Grasfläche.
Wer hier seine Kanutour beenden oder unterbrechen möchte, kann für eine komfortable Übernachtung in einer Heuherberge mit Hofcafe den Mildterhof nutzen, der nur 4 Kilometer entfernt nahe Seeth liegt.
Je nach Windrichtung eignet sich Nordfeld auch für einen Tourenstart in Richtung Rendsburg.
Strömung gegen Wind nach oben
Ab jetzt sind wir im Bereich von Gezeiten, es wäre besser, mit der Strömung zu paddeln. Hier ein Gezeitenkalender: http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/. Mehr Informationen wie z.B. Sturmwarnungen über http://www.wsa-toenning.wsv.de, hier viele nützliche Links. Es kann passieren, daß man zwar wegen des Ebbstromes viel Abwärtsströmung hat, aber der Wind ein Vorwärtskommen kaum möglich macht und man auf der Stelle paddelt oder sogar rückwärts gedrückt wird.
Sehr breite Eider nach oben
Vorsicht, wenn man aus Richtung der Nordsee kommt, Gefahr beim Wehr neben der Schleuse, immer links halten und direkt auf die linke Kante des Schleusenbeckens, niemals auf das Wehr zufahren! Bei Flut bisweilen extrem starke Strömung!
Letzte Etappe nach Friedrichstadt nach oben
Bei Hochwasser sind die Fischerei-Einrichtungen (Stangen, Netze) nicht immer zu sehen, daher sollte man nicht zu dicht am Ufer fahren. Das gilt besonders für Faltbootfahrer. Die folgenden Kilometer muß mit teilweise erheblichem Wind gerechnet werden, da die Deiche sehr weit auseinander liegen. Wir kommen nach weiteren 5,5 Kilometern nach Friedrichstadt. Hier mündet die Treene über eine Schleuse in die Eider, kurz vor der Schleuse kann man auf dem Campingplatz übernachten. Am besten fährt man dazu durch die Schleuse und in den rechten Altarm der Treene hinein, noch einmal rechts, dann kommt man direkt zum Zeltplatz mit Anlegesteg (tel. 04881-400 www.treenecamp.de). Bei höheren Wasserständen ist es aber auch gut möglich, direkt beim Campingplatz am Ufer anzulanden und den Campingplatz "Treenecamp" durch eine Pforte zu betreten.
In Friedrichstadt können wir uns von den sportlichen Verausgabungen des vorherigen Kanuwanderns erholen und essen gehen, einkaufen, Geldgeschäfte erledigen etc. Wer seine Kanutour hier beenden und sein Auto aus Rendsburg holen möchte, ist hier nahe am Bahnhof. Die Fahrzeit beträgt je nach Bahn 1:04h bis 1:35h, einmal Umsteigen inbegriffen.
Schleuse Friedrichstadt nach oben
Schleusenzeiten: 16.05.-14.09. Mo-Fr 8:00-18:00h; Sa 8:00-11:30h und 17:00-18:00h. Vom 15.09.-15.05. Mo-Fr 8:00-15:00h; tel: 04881-239 und -9172
Das Umtragen der Schleuse oder vor der Schleuse zum Altarm des Zeltplatzes ist umständlich und mühsam, Einfriedigungspforten können geschlossen sein, bei niedrigem Wasserstand hängt man im Schlick.
Von der Eider in die Treene nach oben
Mit Durchschleusen oder, bedingt, Umtragen ist es möglich, die Treene bis Hünning (je nach aktuellen Strömungsverhältnissen) ca 40 Kilometer hoch zu paddeln, am besten mit Kajaks. Abwärts ginge es besser, auch wegen ggf. tidenabhängiger Strömung von Hollingstedt an.
Tönning nach oben
Von Friedrichstadt nach Tönning auf der Eider sind es noch ca. 16 Kilometer, dort können wir in den Hafen ohne Hindernisse hineinpaddeln, um anzulegen und in einem der Straßencafes einzukehren oder uns mit Vorräten einzudecken. Direkt an der Hafeneinfahrt ist eine Slipanlage, dort können wir bei jedem Wasserstand aussteigen. Ein paar Meter weiter befindet sich das Multimar Wattforum, eine sehr interessante Ausstellung über das Wattenmeer.
Übernachten in Tönning nach oben
Ein Zimmer kann die Touristinformation vermitteln, tel. 04862-469, in Hafennähe gibt es eine DJH-Jugendherberge, der Bahnhof liegt etwas abseits. Ein paar hundert Meter hinter der Hafeneinfahrt können wir rechts am Campingplatz zelten, hier gibt es auch Wäschetrockner, Einkaufsmöglichkeiten und frische Brötchen. Der Platz wurde erweitert, es gibt jetzt auch ein Restaurant.(www.campingplatz-toenning.de). Auf Ihren Besuch freut sich die Familie Simon.
Alternatives Anlegen in Tönning nach oben
Anlegen könnten wir auch direkt an der Eiderböschung ein Stück hinter der Hafeneinfahrt am Badestrand hinter dem Schiffsanleger, hier ist der Kanuclub Tönning zu Hause. (Eiderkaje).
Eidersperrwerk nach oben
Die Weiterfahrt bis zum Eidersperrwerk ist nur praktizierenden Seekanuten zu empfehlen, der Charakter ähnelt doch zu sehr einer Wattenmeerfahrt. Es kann zu sehr heftigem Ebbstrom kommen, wenn am Sperrwerk nach Hochwasser oder einer Sturmflut die Wehrtore wieder geöffnet werden. Für Ortsunkundige ist das sehr gefährlich und nicht zu empfehlen. Es können bei heftigen Winden, die hier keine Seltenheit sind, starke Wellen entstehen. Auch kann der Wind selbst ein Vorwärtskommen zeitweise unmöglich machen.