Gewässerbeschreibung Warnow

Letzte Änderung: 8. Mai 2012

Kanufahren auf der Warnow nach oben

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Die Warnow in Mecklenburg-Vorpommern erfordert im Oberlauf bis unterhalb des Durchbruchtals von uns größten Respekt: einerseits müssen wir die Natur schonen, damit sie in ihrer Fülle erhalten bleibt und damit wir Wasserwanderer im Konflikt mit dem Naturschutz nicht mittelfristig den Kürzeren ziehen. Andererseits sollte man schon über eine gute Bootsbeherrschung verfügen, um die Ufer, das Kanu und die Haut zu schonen. Das bedeutet auch, nicht wild zu zelten und nur bei geeignetem Wasserstand zu paddeln. (Ansonsten nutzt man Warnow-Abschnitte, die weiter unterhalb liegen, z.B. ab Eickhof...) Sollte es also längere Zeit nicht geregnet haben, ist der obere Abschnitt zu meiden. Im Frühjahr 2011 unterzeichneten die Kanuvermieter eine freiwillige Erklärung, bei niedrigen Wasserständen keine Kanus zu vermieten. Es gibt inzwischen offizielle Pegelmeßstellen, und es soll "bald" auch ein Pegeltonband geben. Auf der Internetseite vom "Förderverein Naturpark Sternberger Seenland" lesen Sie bitte die aktuellen Pegel-angaben sowie die Informationen zu den Gewässerabschnitten mit Flachwasser. Die potentiellen Flachwasserbereiche befinden sich zwischen dem Barniner See und Zaschendorf (ein Landschaftsschutzgebiet und ein Naturschutzgebiet) sowie Groß Görnow (Mildenitzeinmündung) und dem Naturdorf Eickhof (Naturschutzgebiet Warnow-Durchbruchstal).

Dieser schöne Fluss erlaubt es, 115 Kilometer mit jedem robusten Kanu zu paddeln. Dabei wechseln sich die Situationen rasch ab: man erlebt die Warnow als Wiesenfluss, als leichtes Wildwasser, als Wald- und Wildnisfluss mit vielen Hindernissen, die es zu umpaddeln gilt, und zuletzt als ausgewachsenen Fluss von bis zu 50 Meter Breite, der uns immer noch durch üppige Natur führt. Die Warnow hält das, was viele andere versprechen und nicht einlösen können! Wer dann noch nicht genug hat, kann noch die Unterwarnow durch Rostock bis hin zur Ostsee paddeln und ist dann bald in der Boddenlandschaft angekommen, z.B. der Recknitzmündung in Ribnitz-Damgarten. Die in der Nähe befindlichen kleinen Seenplatten erreicht man von der Warnow aus teilweise ebenfalls bei gutem Wasserstand (der erste Mildenitz-Kilometer aufwärts ist etwas schwierig mit Gepäck, dann jedoch kann man bei vollem Genuß die Sternberger Seen paddeln und z.B. das Slawenmuseum Groß Raden besuchen), kann auch als geübter Paddler durchaus die Mildenitz mit ihren 5 Seen oder den Brüeler Bach sowie die Bresenitz über Garder See, Woseriner und Holzseee als Tourenstart nutzen, sie sind ebenfalls sehr abenteuerlich zu paddeln. Letzteres geht nur bei (im Sommer seltenen) guten Wasserbedingungen, lohnt dann jedoch durch außergewöhnlichen Naturgenuß (auch für die ansonsten schon recht bedeutenden Mecklenburgische Verhältnisse als Vergleich). Wir empfehlen, unbedingt die Gewässerkarten TA6 und WW6 sowie einen Autoatlas min- 1:100000 bzw. eine Wanderkarte in der Region östlich Schwerins dabei zu haben, man staunt, wie wild die Gegend des Warnowtals bei Karnin beispielsweise ist. Es lohnt sich allemal, dort auch zu wandern oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein (das machen wir meist, um das Auto zu holen). Sehr zu empfehlen sind dabei auch die "Klädener Plage" nordwestlich von Dobbertin (Mildenitz-Durchbruchstal) sowie die beachtlich steilen Hügel um Groß Görnow und das tiefe Tal des Radebachs bei Weiße Krug (Blankenberg nahe Brüel und Warin). Für eine Paddeltour auf dem Warnow-Abschnitt zwischen Barniner See und Eickhof emfiehlt es sich, so wenig Gepäck wie möglich im Kanu zu haben (bitte alternative Übernachtungsmöglichkeiten nutzen)! Jede Kanutour auf der Warnow im Oberlauf bis Eickhof ist garantiert immer mit einem kleinen Abenteuer verbunden, da es immer unvorhersehbare Situationen gibt. Gefragt ist hier die volle Aufmerksamkeit, belohnt wird jede Mühe mit einem ungewöhnlichen Naturgenuss.

Barniner See nach oben

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Die Warnow entsteht bei Grebbin (zwischen Goldberg und Parchim) und ist ab Bülow bei hohem Wasserstand paddelbar. Regelmäßig setzt man sein Kanu im Osten des Barniner Sees bei einer Feldwegbrücke ein. Der Weg führt von Kobande Richtung Demen, dann nach Süden abbiegen Richtung Barnin. Hier setzt auch die örtliche Kanuvermietung ein. Die andere Möglichkeit (besser parken!) ist, die Badestelle Barnin für den Start unserer Paddeltour zu nutzen und dann hinüber nach Norden (Kobande) zu paddeln. Hier findet man den Ausgang etwas schwer, wenn das Schilf schon hoch ist: links des Dorfes Kobande befindet sich ein kleiner Stichkanal hin zur Warnow, die ansonsten parallel zum Schilfufer verläuft. Man erkennt es an einer geraden Reihe von Pappeln parallel zum Ufer. Dort, wo diese kurz unterbrochen ist und zusätzlich die Erlenreihe endet, verläuft dieser Stich. Eine verschämte gelbe Boje soll das Finden erleichtern. Einsetzen in Kobande könnten wir auch leicht, das allerletzte Stück der Zuwegung ist jedoch Privatbesitz, das man zu diesem Zweck betreten müßte. Machbar ist es aber durchaus.

 

Wehr Kobande nach oben

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Die Warnow ist dort schon ein tiefer Wiesenfluß von etwa 8 Meter Breite. Dann muß man das Wehr von Kobande umtragen, trotzt des steinigen Ufers geht es leicht. Danach ist die Warnow etwa 10 Meter breit und hat schon abwechslungsreiche Ufer mit Waldeinschüben. Eisvögel leben hier, und man sieht Biberfraßspuren und Bibergleiten. Die Strömung ist spürbar, wenn man Fotos machen will, muß man sich schon am Gestrüpp festhalten.

Rönkendorfer Mühle nach oben

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3,5 Kilometer später unterqueren wir eine Straße, da ist also die Rönkendorfer Mühle. Jetzt geht es richtig zur Sache: viel Strömung, Wald rechts und links und sandiger Untergrund machen hier die Fahrt zu einer sehr erbaulichen Angelegenheit. Mit Steuern hat man alle Hände voll zu tun, und es gibt Fische in allen Größen im klaren Wasser zu sehen. Das Warnow Flußbett ist tief in den Wald eingeschnitten und etwa 20 Meter breit, aber das Wasser selbst mäandriert innerhalb dieses Flußbettes, da es sehr viele Hindernisse gibt, die es umkurvt. Wir kurven fleißig mit und umtragen einige umgestürzte Bäume oder drücken unser Boot geschickt durch Lücken. Zwischendurch erkennen wir mitten im Flussbett auf einer Krautinsel eine Biberburg.

Wasserwanderrastplatz Gutshof Vorbeck nach oben

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In Kladow tragen wir die neue Fischtrepe um oder paddeln sie beherzt hinunter, je nach Bootsqualität, Wasseranfall und Mut, und danach haben wir unter einer Brücke wohl das erste Mal Steinberührung (je nach Wasserstand). Es sind so viele, daß Ausweichen nicht möglich ist. Noch eine Sohlgleite durchtreideln, ein paar Kilometer Wiesen durchpaddeln, ein Wiesenwehr umtragen (hinter der Straßenbrücke Augustenhof), dann erreichen wir die Fischtreppe in Vorbeck. Beim Gutshof Vorbeck kann man die Kanutour gut unterbrechen, um zu übernachten: zelten, in Holzhäusern oder in Ferienwohnungen. Eine gut ausgerüstete Küche steht für Zelter und Holzhausbewohner zur Verfügung, man kann Brötchen bestellen. Alles ist gepflegt und sauber (www.gutshof-vorbeck.de, tel. 03860-502996 oder mobil 0162-1060265). Hier kann man auch Kanus mieten incl. Transportservice. Es empfiehlt sich sehr, von hier aus die Kanutour zu starten, da die Vermieter ihre Gäste gerne zum Barniner See transportieren. Von dort bis Vorbeck ist es dann schon fast eine Tages-Paddeltour, so daß man hier einfach zweimal übernachtet. Für Winterpaddler: die Finnhäuser sind beheizbar!

Karnin nach oben

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Weiter paddeln wir unser Kanu zuerst 2 Kilometer durch Wiesen, dann wieder durch Wald-Wildnis mit vielen flachen Stellen, steinigen Hindernissen, die wir je nach Wasserstand, Bootsqualität und Mut umtragen müssen oder durchfahren können. In Karnin ist ein "ökologisches" Wehr zu überwinden (ehemalige Mühle Karnin). Hier kann man auch in der Nähe bei der Naturschutzstation Karnin übernachten (zelten oder in Betten bis 28 Personen, Anmeldung unbedingt erforderlich). Sie befindet sich kurz hinter der Umtragestelle der alten Mühle Karnin. Die hier steinige Warnow nimmt uns etwa 5 Kilometer mit flotter Strömung mit, und die Umgebung ist eigentlich viel zu schön, um einfach so schnell zu paddeln, wie die Strömung es verlangt. Dann sind wieder Wiesen zu durchfahren, eine Sohlgleite aus Granitsteinen kann man bei gutem Wasserstand durchfahren, sonst treideln. Haben wir die Straßenbrücke bei Zaschendorf unterquert, sind wir bald im flachen Mickowsee: bitte aus Naturschutzgründen nur die ausgetonnte Strecke nutzen. Hinter dem kleinen See, an dem auch Kormorane und Seeadler wohnen, treffen wir bald die Straßenbrücke bei Gustävel / Nutteln, wo die Firma "Lewitz - Kanucamp" das Zelten auf ihrer Wiese erlaubt (ohne Sanitär). Es ist aber meistens niemand anwesend.

Wehr Nutteln / Gustävel nach oben

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Das folgende Wehr kann man gut mit einem Fahrzeug erreichen und so das Wehr als Einsetzstelle nutzen. Von hier bis Weitendorf ist die Warnow auch für das Kanuwandern mit Familie und für Unerfahrene geeignet. Die kleinen Nebengewässer hier wurden wieder an die Warnow angeschlossen

Zweimännerbrücke Alt Necheln nach oben

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In klarem Wasser, sandigem Untergrund und sehr vielen Fischen paddeln wir nun weiter und erreichen auf unserer Kanutour bald die "Zweimännerbrücke" in Altnecheln. 2 Männerköpfe sind hier in den Brückenpfeilern verewigt. Hier in Alt Necheln betreibt die Familie Beyer ein Cafe, es können Ferienwohnungen gemietet werden und man kann das Gutshaus auch für eine Einmal - Übernachtung nutzen. Am privaten Anlegesteg des Cafes können wir direkt neben der Zweimännerbrücke bequem aussteigen.

Weitendorf nach oben

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Durch Wiesen und Wald paddeln wir Weitendorf entgegen, an dessen Fischtreppe wir unser Kanu umtragen müssen. Vorsicht, die Fischtreppe war bisher durch ein Querbauwerk ein wenig abgesichert, jetzt (Frühjahr 2011) fließt das Warnow-Wasser einfach so über die großen Steine! Das sieht zwar nett aus, runterpaddeln sollte man dort aber nicht. 2011 Wurde auch der Aalfang links abgebaut, jetzt hat man auch hier eine Fischtreppe eingerichtet. Diese ist bei ausreichendem Wasser von geübten Kanuten befahrbar.

Es geht noch mit viel Strömung, aber wenig Wasser unter der Brücke der Bundesstraße in Weitendorf hindurch, wo wir bei sommerlichen Niedrigwasserständen wieder Steine berühren. Das ließe sich nur dann vermeiden, wenn man dieses Stück durchtreidelt. Anfängern und Familien ist zu raten, diesen Abschnitt (vor der Fischtreppe bis zum Wasserwanderrastplatz) komplett und über die Bundesstraße zu umtragen.

Aktuell Juli 2011 - September 2011:  die bisherige Fischtreppe in Weitendorf wird umgebaut, das Wiedereinsetzen ist in dieser Zeit erst wieder am Steg beim Wasserwanderrastplatz möglich. Es ist also für die 300 m Umtrageweg ein Bootswagen erforderlich.

Wasserwanderrastplatz Weitendorf nach oben

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In Weitendorf wird ein sehr großer Wasserwanderrastplatz zum Zelten unterhalten, der bisher jedoch nur einen Kaltwasserhahn und ein Chemieklo als einzige sanitäre Anlage sein Eigen nennt. Er dient auch als Einsetzstelle verschiedener Kanuvermieter. Übernachtungsmöglichkeiten in Holzhütten mit WC  bietet die Pension Bruchmann hier neuerdings an, ein Gemeinschaftshaus mit Duschen ist entstanden,  allerdings wohl nur für "eigene" Gäste. Es gibt dann jedoch immer noch keine vernünftigen öffentlichen Toiletten außer den Dixies, da die Stadt Sternberg/Gemeinde Weitendorf sich nicht am Bau der Einrichtungen beteiligen wollte, obwohl man es ihr angeboten hat. Die WC der Holzhütten können nur von deren Bewohnern genutzt werden. Wir wollen hier noch einmal ganz deutlich sagen: vernünftige öffentliche sanitäre Anlagen gehören zum Tourismus dazu, das sollte auch der letzte Bürgermeister verstehen. Man bedenke, daß hier manchmal sehr viele Leute zelten, im Extremfall mehrere Schulklassen.

Aktuell Frühjahr 2011. der WWR Weitendorf soll "verpachtet" sein, der Betreiber hat Preise an der Pinnwand am WWR veröffentlicht. Es ist  teurer geworden, aber nicht besser.

Von links mündet hier der Brüeler Bach in die Warnow, er kommt von Neukloster über die Seen Neuklostersee, Gr. Wariner See, Glammsee sowie Tempziner See und ist ein bisweilen sehr munteres Bächlein, das man auch als Einsetzmöglichkeit für eine Warnow-Weiterfahrt gut nutzen kann, bisweilen ab Blankenberg (hier Bahnhof der Strecke Hamburg - Rostock, alle Stunde Busverbindung nach Sternberg...!), immer ab Brüel. Weiter oben heißt er Tönniesbach und Teppnitzbach und fließt durch sehr einsame Natur. Hier zu paddeln empfehlen wir nur Leuten, die sich ihrer Verantwortung für die Natur bewußt sind und bitte überhaupt nicht während der Brutzeit. In Kajaks sollte man aber nicht paddeln, da die Bäche teilweise extrem schmal sind. Möglich wäre eine Kanutour ab Neuklostersee (Nakenstorf) oder Neumühle kurz unterhalb des Neuklostersees. Mit vielen Hindernisse ist auch hier zu rechnen!

Nahe Sternberg nach oben

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Durch leicht hügelige Landschaft paddeln wir weiter, in Sagsdorf ist eine gute Einsetzstelle und Rastmöglichkeit (Straßenbrücke von Groß Görnow - Sternberg). Wer einkaufen möchte, hat von hier bis zum nächsten Supermarkt in Sternberg etwa 3,5 Kilometer zu gehen. Einfach der Straße nach gehen, man kommt direkt hin.

Warnow - Durchbruchstal nach oben

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Nach 3 Kilometern kommen wir zu einer weiteren Straßenbrücke, die Straße führt zum Kanucamp Sternberger Burg an der Mildenitz. Kurz darauf mündet die Mildenitz von rechts in die Warnow. Bald ist das Warnow-Durchbruchstal erreicht. Es kündigt sich schon durch höhere Hänge, ein paar umgestürzte Bäume und einzelne Findlinge im Wasser und bald darauf durch kräftiges Rauschen an. Die folgenden 200 Meter sind sehr anspruchsvoll zu paddeln, bisweilen auch gefährlich: heftige Strömung, Steine über Steine, viele umgestürzte Bäume und Brückenpfeiler rasen auf den Paddler unaufhörlich zu, und bei manchem geht das nicht ohne Schrammen und blaue Flecken ab. Bei manchen Wasserständen würde ich hier nicht fahren, lieber umtragen mit Bootswagen. Bei sehr schwachem Wasserstand ist dieser Abschnitt zu meiden, um die Bodenlebewesen (z.B. Kleine Flussmuschel) zu schonen. Bei Mittelwasser kann man hier gut paddeln,  wenn man sein Kanu beherrscht. Vorsicht mit Faltbooten oder GFK-Booten, besser sind für solche Eskapaden gute PE-Boote, wie sie die Kanuvermieter benutzen. Einschränkend müssen wir feststellen, daß momentan (Stand Sommer 2007), weniger Gefahrenstellen in Form von Bäumen vorhanden sind als die Jahre vorher: das kann sich aber jeden Tag ändern, wie bei allen Flüssen.

Klein Raden nach oben

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Nach diesen 200 wilden Metern paddelt man wieder ruhiger durch herrlichste Natur. Die Warnow verzweigt sich, man fährt links, dort sind die wenigsten Büsche, nur ein netter, kleiner Schwall. Bei sehr niedrigem Wasserstand kann man hier schon mal einen Aufsetzer machen, bei relativ hohem Wasser wird man ihn nicht bemerken. Man paddelt auf eine Folge von Flußbiegungen zu: wir sind an der Raststelle Klein Raden, wo man gut pausieren kann. Die neue Anlegestelle wurde leider wieder entfernt, sie sollte wohl nur dem Aussteigen während der Vollsperrung wegen des Brückenneubaues dienen, schade.

. Die  Holzbrücke wurde endlich erneuert, so daß der Wander-Rundweg vom Parkplatz Groß Görnows aus wieder möglich geworden ist. Der Platz ist eine oft genutzte Badestelle.Zum Anlegen steigt man neuerdings erst hinter der Brücke aus, das Ufer wurde hier zum Anlegen etwas abgeschrägt.

WWR Eickhof nach oben

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Es folgt ein ruhigerer Abschnitt, die alte meist zu niedrige Eisengitterbrücke wurde jetzt (Frühjahr 2011) entfernt. Nach 1,5 Kilometer unterfahren wir die neue Eisenbahnbrücke und sind gleich darauf in Eickhof, wo wir entweder rechts aussetzen, wenn wir rasten / zelten wollen oder links, wenn wir nur die Fischtreppe umtragen wollen (etwa 100 Meter). Das "Naturdorf Eickhof" , betrieben von Mario Schulz und Brit Kulla, verfügt über WC und Duschen, es gibt auch die Möglichkeit, in festen Unterkünften (Holzhäusern oder Appartements sowie Heuherberge) zu übernachten. Anmeldung für Gruppen bitte unter tel.0162/4922380 (Brit Kulla). Hier werden regelmäßig Wildwassermeisterschaften ausgetragen. Kanus kann man beim Naturdorf Eickhof ebenfalls mieten bzw. sich Touren organisieren lassen. Wenn man Glück hat, kann man an der Fischtreppe eine Wasseramsel beobachten.

Rühn nach oben

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Hinter der Fischtreppe Eickhof geht es noch einmal kurz und heftig zur Sache, dann ist die Warnow ein breiter, gutmütiger Wiesenfluß. Es erscheint die Straßenbrücke Wendorf - Warnow, hier kann man gut einsetzen, aber schlecht parken. Besser ist es, im Ort Warnow ein paar 100 Meter nach Süden zu parken. Es folgen noch zwei Wiesenkilometer, dann paddelt man durch Bruchlandschaft und Sümpfe. Nahe Rühn unterfährt man eine Straßenbrücke, dann zweigt links ein Altarm ab, an dessen Ende ca.150 Meter ein einfacher Wasserwanderrastplatz liegt, wo man zelten darf, aber nur ein altes Trockenklo als einzige Sanitärmöglichkeit vorhanden ist. Der Platz liegt zudem an einer viel genutzten Straße, ob man das will? Zum Start einer Kanutour eignet sich Rühn jedoch sehr gut.

Wehr Bützow und Eis essen nach oben

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Die meisten paddeln weiter, bis zum nächsten Wasserwanderrastplatz sind es noch etwa 10,5 Kilometer durch herrlichsten Bruchwald, der auch von Bibern fleißig genutzt wird. In Bützow wählt man zunächst den linken Arm der Warnow, bis man zum Wehr in der Innenstadt kommt: hier setzt man sein Kanu aus. Links kann man neuerdings durch den schönen Stadtgraben paddeln, das Umsetzen kann man sich dadurch ersparen und man erreicht den Wasserwanderrastplatz am Bützower See "von links". (Achtung aktuell 2010/2011: die zwischenzeitliche Sperrung wegen der baufälligen Brücke wurde im Juni 2011 wieder aufgehoben).  Aber man kann an der "alten" Umtragestelle (Mühle) gut Pause machen und den schönen Pavillion von Frau Latzke besuchen, wo italienische Eisspezialitäten, Getränke und kleine Gerichte auf der Sonnenterasse serviert werden. Von der Terasse aus hat man sein Kanu immer gut im Blick. Die beiden Brücken über die Warnow - Hauptarme wurden erneuert, beim rechten Arm ist das Wehr verschwunden, eine Sohlgleite könnte manche Paddler dazu verführen, ihre Kanus überzuheben. Dann verschenkt man aber die Gelegenheit, Bützow zu erleben mit den vielen netten Angeboten.

Wasserwanderrastplatz Westphal nach oben

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Wenn man an der Mühle in der Warnow umgesetzt hat, statt den Stadtgraben zu paddeln, steuert man sein Kanu weiter durch einen zunächst relativ breiten Fluss, rechts kommt bald der andere Warnowarm zusammen mit dem Bützow - Güstrow - Kanal dazu. Einen guten Kilometer weiter biegt man links in einen Flußarm ein, der zum Bützower See führt ("Temse"), wo man nach etwas mehr als einem Kilometer links die "Alte Badeanstalt" erreicht. Hier befindet sich der Wasserwanderrastplatz des Kanuvermieters Uwe Westphal mit allen modernen Sanitäreinrichtungen sowie festen Unterkünften und guten Zeltmöglichkeiten. Bei der Familie Lübbe der Gaststätte Seesack gleich nebenan kann man gut essen. Auch der Kanuclub Bützow ist hier beheimatet, bekannt für seine Slalomstrecke in der Warnow in Eickhof an der Fischtreppe. Zum Einkaufen in die Stadt sind es ca. 500 Meter, zum Bahnhof sehr viel mehr: man geht fast 2,0 Kilometer.

Nahe Kamps nach oben

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Die weitere Strecke bis Schwaan ist zunächst Wiese, dann aber auch viel Bruchlandschaft und Sumpf. Eine Brücke und Einsetzstelle gibt es erst wieder in der Nähe von Kambs, rasten kann man hier auch. In den Steilufern dieses Naturschutzgebietes brüten oft Eisvögel.  Auch die folgende Strecke führt uns durch schöne Wildnis, es sind hier viele Rotmilane und Rehe zuhause, Biber gibt es ebenfalls viele. Die Dörfer liegen weit abseits. Nahe Werle gibt es eine kleine Badestelle, die wir gut als Pausenplatz nutzen können. Da man hier mit dem Fahrzeug heranfahren kann, eignet sie sich auch ggf als Einsetzstelle. Ein Schwimmsteg ist vorhanden, er ist allerdings ein wenig scharfkantig.

Noch 7 Kilometer paddeln wir bis zum Sandgartencamp in Schwaan, dazwischen gibt es noch zwei Rastmöglichkeiten und viel Natur. Sandgartencamp ist ein sehr moderner Naturcampingplatz , der ganzjährig geöffnet ist. Man legt am besten am Badestrand an. Man wird hier nicht nur durch einen schönen Campingplatz am Wald und am Fluss verwöhnt, sondern hat auch noch einen schönen Blick auf das gegenüber liegende große Feuchtgebiet mit den Torflöchern, das u.a. ein  Brutgebiet für Möwen, Trauerseeschwalben und Höckerschwäne ist.

Schwaan nach oben

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Hinter dem Sandgartencamp liegt links ein weiterer Sumpf mit vielen alten Torflöchern, die zu einem richtigen Erlenbruch geworden sind. Rechts liegt ein richtiger kleiner befahrbarer See, gegenüber die ersten Häuser und Freizeithäuser von Schwaan. Wir kommen am "Riversaloon" vorbei, gleich daneben ist eine neue Einsetzstelle (Güstrower Straße) geschaffen worden. Paddeln wir weiter, treffen wir bald auf eine "Leihbrücke", die anstelle der historischen Hubbrücke vorübergehend genutzt wird. Die Hubbrücke war baufällig und mußte leider abgerissen werden. Rechts davor befindet sich eine gute Anlegestelle, die auch zum Einsetzen geeignet ist. (gute Parkmöglichkeiten). Ein Bioladen liegt auf dem linken Warnowufer fast direkt neben der Hubbrücke. Nach weiteren 200m können wir links in die Mündung der Beke einfahren, nach etwa 350 Metern kann man sein Kanu unter der Brücke an einem Schwall liegenlassen, um bei verschiedenen Supermärkten einzukaufen oder einen Döner zu essen. Man kann aber auch in der Beke schon vorher in einen kleinen Stichkanal hinein paddeln, um dort für einen Stadtbesuch anzulegen.

Papendorf bis Rostock nach oben

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Bis zum Mühlendamm in Rostock sind es noch sehr abwechslungsreiche 21 Kilometer, eine ganze Tagesreise. Nach etwa  5,5 Kilometer liegt links in einem der vielen Altarme ein winziger "Hafen", der zu Benitz gehört. Hier kann gut eingesetzt werden, und wir haben hier einen schönen Pausenplatz. Benitz selbst liegt ca. 1,5 km abseits. Die weitere Kanustrecke bis  Papendorf verwöhnt uns  immer noch mit bruchwald-artigen Erlensumpfufern, und es gibt eine reiche Tier - und Pflanzenwelt zu bewundern. Auch See - und Fischadler sind hier bisweilen zu sehen. Vor Papendorf kreuzt die A20, zur Not kann man unter der Brücke anlegen und pausieren.  In Papendorf ist im diesjährigen Frühjahr (2011)  ein neuer Wasserwanderrastplatz entstanden. Es gibt einen soliden Schwimmsteg, einige Schutzdächer mit Tischen sowie Toiletten (beim Sportlerheim, ca. 250 m Entfernung, weitere Sanitäreinrichtungen sind angedacht). Er wird voraussichtlich im Mai 2011 eröffnet werden.

Bevor wir nach Rostock kommen, belebt sich die Warnow: viele Ruderer trainieren abends und am Wochenende nahe Kessin ihre olympische Reife, und es sind auch viele Tagesgäste mit Kanus unterwegs. Wir passieren das Wasserwerk, aus dem Rostock sein Trinkwasser gewinnt. In Rostock selbst kann man seine Fahrt entweder bei den Kanuten (Rostocker Kanuclub, www.rostocker-kanu-club.de. Zelten, Sanitär vorhanden, Luma-Lager möglich, anmelden tel.0381-4907640) beenden oder am Strandbad vorbei an einer öffentlichen Anlegertreppe aussetzen. Kurz davor ist es möglich in die Unterwarnow schleusen.  Die Schleusenzeiten von Mai bis September: 7:00 bis 18:45h, Oktober bis April: 6:00 - 17:45h. Von  Montags bis Sonntags jeweils zur vollen Stunde. Weitere Auskünfte erteilt das WSA Stralsund.
Zu Fuß bis zum Bahnhof sind es ca. 1,5 Kilometer, besser fährt man mit der Bus-Linie 23, die oft bedient wird und deren Haltestelle direkt vor Ort iegt.  Da die Bahn über weite Strecken parallel der Warnow fährt, kann man sein Auto gut nachholen. Allerdings hält sie nur in Schwaan, Bützow und danach noch in Blankenberg (Brüeler Bach / Tempziner See). Von dort aus fahren allerdings auch stündlich Busse von und nach Sternberg. Mit Umsteigen in Bad Kleinen würde man nach Schwerin kommen, von dort bis Barnin oder Vorbeck ist es nicht weit, es gibt sehr gute Busverbindung (Vorbeck) bzw. die Bahn bis Crivitz (Barnin).

Wir wünschen allen Wasserwanderern schöne Naturerlebnisse und eine abwechslungsreiche Kanutour. Die Warnow ist und bleibt das mit Abstand schönste Paddelgewässer für eine längere Kanutour in Norddeutschland, was auch für den Abschnitt von Bützow bis Rostock gilt: er wird bislang nicht so oft gepaddelt, obwohl es hier wirklich an nichts fehlt, was eine Paddeltour interessant macht. Wir wünschen uns aber auch, daß alle, die diesen einmaligen Fluss in der Freizeit nutzen, der Natur den nötigen Respekt zollen. Viel Spaß und gute Erholung!