Gewässerbeschreibung der 10-Seen-Rundfahrt

Letzte Änderung: 26. Februar 2008

kleiner Pälitzsee

Zehn Seen mit dem Kanu

Tatsächlich ist es nicht übertrieben, es gibt diese Möglichkeit in der Mecklenburgischen Seenplatte sehr konkret und nicht nur in den Werbeprospekten: man kann ohne Schwierigkeiten eine ganze Reihe von Seen nacheinander im Kanu paddeln und kommt fast wieder an seinen Startort zurück. Es handelt sich dabei um den Plätlinsee, Drewensee mit Finowsee, Wangnitzsee, Großen Priepertsee, Ellbogensee, Großen Pälitzsee, Kleinen Pälitzsee, Canowsee, Labusee, Gobenowsee und Klenzsee. Wer mitgezählt hat, zählt schon jetzt 12 Seen, mit dem kleinen Kolksee bei Wustrow, der "Balinka" heißt, wären es sogar 13. Aber in vielen Erzählungen ist es eben die "10-Seen-Rundtour", und daher soll diese Kanutour hier auch so genannt werden.

Schwanhavel

Plätlinsee - Schwanhavel

Die Einsetzstelle befindet sich in Wustrow. Für unser Fahrzeug gibt es eine Parkmöglichkeit in der Nähe, das Einsetzen geschieht über einen bequemen Holz - Steg. Die Zufahrt finden wir über die Strasener Straße. Wir können auch an der Umsetzstelle (L251, direkte Ortsdurchfahrt) einsetzen, dann haben wir allerdings eine Bootswagentour von 180 Metern vor uns. Dafür wäre das Parken neben dem Kanuhof möglich. Bei Ankunft nach der Rundtour wären wir dann schon fast direkt beim Auto. - Wenn wir eine längere Anfahrt hinter uns haben, empfiehlt sich eine Übernachtung auf dem Wasserwanderrastplatz "Kanuhof Wustrow", der auch eine sehr professionell geführte Kanuvermietung betreibt (Kajaks und Canadier). Auf dem Plätlinsee paddeln wir etwa in Seemitte an der Tonnenreihe entlang, die Inseln sowie das Westufer dürfen aus Naturschutzgründen nicht betreten werden. Am Ende des etwa 3,5 km langen Plätlinsees biegen wir links durch eine kleine Lücke in die Schwanhavel ein, eine kleine Boje zeigt uns den Weg. Die Schwanhavel ist zunächst ein sehr schmaler und flacher Graben, hat aber sandigen Grund und sehr klares Wasser. Viele Fische sind zu beobachten. Bald unterfahren wir eine kleine halb verfallene Holzbrücke. Noch ein kurzes Stück, und dann wird dieses kleine Flüßchen etwas breiter. Es geht durch einen sumpfigen Erlenwald, umgestürzte Bäume hindern unsere Fahrt, aber meist kommen wir ohne echte Schwierigkeiten durch. Des weiteren ist im Sommer mit etwas Verkrautung zu rechnen, viele Anlande- und somit Pausenmöglichkeiten gibt es hier nicht. Legen wir unsere Paddeltour auf einen Termin außerhalb der Hauptsaison und den üblichen Feiertagen, kann es hier himmlisch ruhig sein, so daß sich ein richtiges Wildnisgefühl einstellen kann.

Hausbrücke Ahrensberg

Havelkanal

Nach gut 3 km sind wir am Ende der Schwanhavel angekommen, links ginge es noch ein Stück weiter, aber wir wollen rechts in die Havel paddeln, die hier ein richtiger Kanal ist. Links würden wir nach Wesenberg gelangen, aber wir möchten ja unsere 10-Seentour machen, und die führt uns rechts herum in den kleinen Finowsee, der am westlichen Ende des Drewensees "angehängt ist". Links liegt der Ort Ahrensberg, rechts sehen wir schon bald eine Anlegestelle, wir sind hier beim Fischer. Es gibt Essen und Trinken, ein Holzsteg bietet Gastfreundschaft. Fahren wir weiter, kommen wir unter der berühmten Hausbrücke hindurch und finden uns dann in der Havel, die uns zum Wangnitzsee trägt. Die knapp 2km sind sehr natürlich, gelegentlicher Motorbootsverkehr erinnert uns daran, auf unserer Kanutour eine Wasserstraße zu nutzen.

Ende des Priepertsees

Wangnitzsee - Großer Priepertsee

Den Wangnitzsee streifen wir nur kurz für einige 100 Meter am südlichen See-Ende, dann sind wir schon im Großen Priepertsee. Es würde sich jedoch sehr lohnen, den Wangnitzsee ausgiebig zu erkunden, da er ein paar nette verschwiegene Buchten und Inseln besitzt und da die größte Teilfläche für Motorboote gesperrt ist. Wie alle Seen hier, ist auch er von hohen Bäumen umstanden, und wenn keine Motorboote fahren, ist es sehr idyllisch. Der See ist länglich, etwa 2,2 Kilometer lang und bis 500 Meter breit. Auf der Osthälfte wird mitunter Wasserski gefahren, über Wellengang braucht man sich dann nicht zu wundern. Bevor wir unter der Brücke hindurchpaddeln, liegt links eine Gastwirtschaft mit Anleger.

Ellbogensee

Ellbogensee

Ehe wir uns versehen, sind wir schon im Ellbogensee. Gleich links liegt wieder eine Pausenmöglichkeit (Imbiß am Hafen), neuerdings auch Wasserwanderrastplatz mit Übernachtungsmöglichkeit für Kanuwanderer. Wir paddeln rechts in die "Müritz - Havel - Wasserstraße" hinein. An dieser Stelle begegnen sich also 2 Landeswasserstaßen, nämlich die o.g. und die "Obere - Havel - Wasserstraße". Erstere führt den Wasserwanderer bis hoch zur Müritz und wenn er will, weiter bis zur Elbe über die Müritz-Elde-Wasserstraße. Abzweigmöglichkeit gibt es auch nach Rheinsberg. Die Obere-Havel- Wasserstraße führt bis hinunter in die Berliner Gewässer und über Oranienburg auch in die Ruppiner Gewässer. Man kommt sowohl zur Oder bzw. zum Spreewald als auch über den Elbe-Havel-Kanal oder den Rhin zur Elbe. Auch Neustrelitz ist über den Kammerkanal gut zu erreichen. Den Ellbogensee paddeln wir die knapp 3 Kilometer bis Strasen, dort erwartet uns eine der meistgenutzten Schleusen der Mecklenburgischen Seenplatte. Wer in Ruhe am Waldrand übernachten möchte, kann dies nach einem kurzen Abstecher auf dem Ellbogensee auf dem C53 tun. Ein freundlicher neuer Besitzer sorgt hier seit Mai 07 für das Wohlbefinden der Gäste.

großer Pälitzsee

Großer Pälitzsee - Kleiner Pälitzsee

Zwei weitere Seen gehen hier ineinander über: auf den Großen Pälitzsee folgt der Kleine Pälitzsee. Im ersteren paddeln wir nur gut 1 Kilometer, bis wir an die Enge kommen, die die beiden Seen miteinander verbindet: wir halten uns rechts, paddeln für etwa 4 km diesen ebenfalls von hohem Wald umstandenen See. Würden wir ihn geradeaus bis zu Ende paddeln, kämen wir nach Kleinzerlang und damit zum Hüttenkanal, der uns nach Rheinsberg bringen würde. Wir jedoch wollen rechts herum, paddeln an dem Campingplatz Canow C18 am rechten Ufer vorbei und sind nach einer engen Stelle im Canower See.

hinter Schleuse Strasen

Canower See - Labussee

Der Canower See ist nur klein und schnell sind wir schon bei der Schleuse Canow. In der Nähe gibt es einen kleinen Landmarkt, wo es "alles" zu kaufen gibt. Wenn uns der Hunger plagt oder einfach der Appetit groß genug ist, sollten wir rechts hinter der Schleuse im Labussee in einen kleinen Hafen hineinfahren. Dort beim Fischer (Fischerei Wesenberg) gibt es viele Köstlichkeiten aus dem Wasser und natürlich auch Kaffee und Tee.

Dollbek, Pausenplatz

Dollbek - Gobenowsee

Wir überqueren den Labussee auf dem kürzesten Weg in nördlicher Richtung und sehen die Einfahrt zum Dollbek. Ab hier ist der Motorbootsverkehr eingeschränkt, nur Anliegern mit festem Liegeplatz ist das Fahren erlaubt. Der Dollbek ist ein stehendes Gewässer, das sich sehr romantisch durch Sumpfwald und Bruchlandschaft schlängelt, und man bedauert, daß er nur gut 1000 Meter lang ist. Hier möchte man immer wieder hin! Doch dann kommt schon der Gobenowsee, den wir in östlicher Richtung durchpaddeln. Am gegenüber liegenden Ufer liegt der C27, ganz von Wald umgeben und ein ruhiger Platz ohne Animateure. Würden wir den Gobenowseee geradeaus überqueren, kämen wir in die Drosedower Bek, die uns zum Rätzsee bringen würde (Wenn es noch ein paar Seen mehr sein dürfen...) Der Gobenowsee ist nur kurz, nach 2 Kilometern erreichen wir seine im Osten liegende Schmalstelle gegenüber des Örtchens Seewalde, wo es sogar einen Bioladen gibt. Das schmale Ende des Sees ist etwa 1,5 Kilometer lang, am Ende paddeln wir unter der Straßenbrücke der Straße von Neu Canow nach Seewalde. Es ist auch die einzige Straßenzufahrt zum C27. Wir ahnen es schon: fast ist die 10 - Seen - Havel - Rundtour zuende, aber vorher kommt noch der Klenzsee.

Balinka

Klenzsee - Wustrow

Es sind noch etwa 2 km bis zum Auto, der Klenzsee mit seinen 3 Buchten lädt uns ein, unsere Kanutour noch einmal richtig zu genießen. Um den Ausgang zum kleinen See in Wustrow zu finden, den man Balinka nennt, paddeln wir einfach genau östlich. Dann treffen wir auf einen sehr kleinen Stichkanal, auf dem wir durch Sumpffarn und Erlenbruch zu dem kleinen Seerosenfeld kommen, an dessen Ende einige Holzstege liegen. Wir setzen hier aus, und wenn wir noch eine Übernachtung benötigen, haben wir sie schon hier beim Kanuhof Wustrow gefunden. Einen Bäcker mit guter Lebensmittelsortierung gibt es ebenfalls im Dorf sowie ein Restaurant mit Pension, das Kanu-freundlich ist.