Gewässerbeschreibung der Mecklenburgische Seenplatte (Kleinseenplatte)
Letzte Änderung: 10. April 2008
Die größte Seenplatte Deutschlands
Die Mecklenburgische Seenplatte ist Teil einer sehr großen Seenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die die Eiszeit uns hinterlassen hat. Der Teil, der "Mecklenburgische Kleinseenplatte" genannt wird, liegt südlich und südöstlich der Müritz (dem großen See) und zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus: leicht hügelige Landschaft, meist Nadel- und Mischwälder auf Sandböden, Moore und Trockenrasenflächen, Innendünen und Heideflächen. Die gesamte Gegend ist dünn besiedelt und sparsam erschlossen (d.h. wenig Straßen), es gibt kaum Intensiv-Landwirtschaft. Seit dem Beginn des Tourismus vor etwa 100 Jahren hat sich allmählich eine gewisse Dichte an Campingplätzen und kleinteiliger Tourismusinfrastruktur aufgebaut, ausufernde Ferienburgen sucht man hier vergeblich. Für den Paddler und Wasserwanderer bedeutet das folgendes: er findet alles, was er für einen ruhigen, aber interessanten Urlaub benötigt, kann sich Kanus mieten, kann vom Zelt über Ferienhaus bis hin zum kleinen Hotel jede Art der Übernachtung finden, kann sich an Natur satt erleben und kann sich in einem Labyrinth an zusammenhängenden Gewässern fast ungebremst fortbewegen, auch überregional. An 5 exponierten Stationen kann man hier direkt von den Fischern kulinarische Köstlichkeiten aus umliegenden Gewässern in rustikalem Ambiente vom Wasser aus genießen, allein das ist schon eine Kanureise wert. Es gibt hier eine sehr artenreiche Tier- und Pflanzenwelt, da es eben Lebensraum in Hülle und Fülle gibt wie kaum irgendwo sonst in Deutschland. Den oft bemühten Biber gibt es bislang in der Mecklenburgischen Seenplatte nicht, erst auf der Havel von Fürstenberg abwärts sieht man seine Nagespuren, und im Norden erst auf der Müritz-Elde-Wasserstraße. Auffallend oft sieht man die beiden Adlerarten Seeadler und Fischadler. Letzterer liebt es anscheinend, auf Gittermasten der Stromversorgung zu brüten. Da kann man mit einem einfachen Fernglas schon mal zuschauen, wenn er seine Jungen (sein Junges) füttert oder dieses das Fliegen übt. Aber auch sonst wird der aufmerksame Beobachter so manches Naturschauspiel erleben.
Gewässerkarten
Immer wieder treffen wir Wasserwanderer, die glauben, sich ohne aktuelle Gewässerkarten auf der Mecklenburgischen Seenplatte zurecht finden zu können. Aber bald bemerken sie, daß es eben doch nötig ist, sich in kürzeren Abständen einen Überblick zu verschaffen oder sich über ein Detail hinreichend zu informieren. Wenn viel Betrieb ist, kann man sich noch mit anderen Paddlern austauschen, aber in der Vor- oder Nachsaison ist das oft nicht möglich, da es dann oft Stunden dauern kann, bis man jemanden trifft. Wir selbst sind sehr froh, die Gewässerkarten, die wir benutzen, zur Verfügung zu haben und ebenso, sie den Nutzern dieses Online-Gewässerführers anbieten zu können. Für den Überblick empfehlen wir die WW6, die im Maßstab von 1:450.000 eine Gesamtschau auf die Gewässersituation in Mecklenburg-Vorpommern und den Norden Brandenburgs inkl. Berlins ermöglicht. Wichtige Randbereiche in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Polen sind ebenfalls gut zu überblicken. Insbesondere kann man auf dieser Karte schon recht gut erkennen, welche Gewässer miteinander verbunden sind und welche nicht. Für detailgenaue Auskünfte mit großem Adressteil inkl. wichtiger Telefonnummern benutzen wir den Tourenatlas TA6. Hier ist jede Einzelheit im Maßstab 1:75.000 kartiert und Umtragestellen bzw. Schleusen und andere wichtige Passagen 1:10000 bis 1:5000 ausgearbeitet. Diese Wasserwanderkarten werden von Leuten erstellt, die auf den Gewässern Deutschlands zu Hause sind. Jedes Gewässer wird alle paar Jahre abgepaddelt, Küstengewässer mit Motorbooten abgefahren. Zur Aktualisierung liegen jeder verkauften Gewässerkarte Aktualisierungsblätter bei. Auf der Website des Verlages kann man sich darüber hinaus jederzeit Aktualisierungs - PDF herunterladen, die ca. 4x pro Jahr erstellt werden. Alle 3-4 Jahre werden neue, aktualisierte Auflagen gedruckt. Wir benutzen ausschließlich Gewässerkarten, die auf wasserfestem Material gedruckt wurden. Sie sind sehr reißfest und trocknen nach Nässeeinwirkung bei Regen oder durch nasse Hände sehr schnell. Sie können diese Karten bei uns im Flussinfo-Shop bestellen, damit unterstützen auch Sie die Weiterentwicklung dieses Portals.
Nördlich von Mirow
Nördlich von Mirow paddelt man auf meist schmalen Seenketten der Müritz entgegen. Vorbei an typischen Bootshäusern, die direkt im Wasser stehen, vorbei auch an historischen Stadtteilen am und im Wasser, hat man die Stadt bald hinter sich gelassen. Was folgt, ist eine wild und romantisch anmutende Wasser - Landschaft mit teils sumpfigen, teils sandig-waldigen Ufern, auf der man jeden Moment ein Krokodil aufzutauchen wähnt. Stattdessen unterhält uns mitunter ein Seeadler oder sein kleinerer Bruder, der Fischadler mit seinen Flug- und Beutefangkünsten. Auch hier bieten sich manche Möglichkeiten zum Pausieren an natürlichen Ufern, wo man mal so richtig alles von sich abwerfen kann, was sich an seelischem Müll so über das Jahr angesammelt hat. Das Wasser ist meist klar, oft sieht man Fische in den schmalen Kanälen umherschwimmen. Anderswo selten gewordene Wasserpflanzen wie z.B. Krebsschere sind hier noch häufig zu finden. Menschliche Siedlungen sind Mangelware, wenn wir erstmal an Granzow vorbei gepaddelt sind: ab und zu ein versteckter Campingplatz oder ein Ferienhaus, das ist alles, was es zu finden gibt. Erst am Feriendorf Bolter Schleuse kommt man wieder in Bereiche, die man als " besiedelt" bezeichnen könnte, da dort ein paar Häuser mehr stehen. Die restlichen Siedlungen sind noch kleiner und verstecken sich heimlich in den umliegenden Wäldern. Eine weitere Beschreibung finden Sie unter "Alte Fahrt Runde" und "Havel-Müritz-Rundtour".
Südlich von Mirow, Mössensee
Die Wasserlandschaft südlich von Mirow wird bestimmt durch die Müritz-Havel-Wassersraße und den angrenzenden relativ breiten Zotzensee, der in den sehr schmalen und langen Mössensee übergeht. Zusammen bilden sie die Ostseite des Mirower Holms. Des weiteren wird der Mirower Holm von den Seen Vilzsee, Zethner See, Schwarzer See sowie Fehrlingsee umflossen. Die Halbinsel Mirower Holm ist sehr hügelig, bildet teilweise abfallende Ufer und ist zur Hauptsache mit Buchen bestanden. Noch vor ein paar Jahren war der kleine Kanal (Mückenkanal) zwischen Schwarzer See und Zotzensee wasserbar, mit einzelnen Rutsch- oder Treidelabschnitten konnte man also eine Rundtour um den Mirower Holm unternehmen. Damals gab es auch noch den romantisch am Vilzsee gelegenen Campingplatz, dessen Dasein jedoch etwa zu Beginn des 21. Jahrhunderts beendet wurde. Der Mirower Holm selbst ist seitdem vom Ende des Zotzensees an unbesiedelt, aber an den Süd- und Ostufern des Zethnersees und Schwarzer Sees liegen verschiedene Campingplätze und auch die Jugendbegegnungsstätte Forsthof Schwarz. Der kleine Fehrlingsee ist von Land aus kaum zu erreichen, nur bessere Trampelpfade führen zu diesem kleinen, von bewaldeten Hügeln umgrenzten See. Man sollte nicht versäumen, den Mirower Holm zu Fuß oder wenigstens mit dem Fahrrad zu erkunden, es liegt eine selten wahrzunehmende Stimmung auf diesem Gebiet, von dem man den Eindruck bekommt, die Schwarzspechte seien die wahren Herrscher dieser Gegend. Auch die kleinen Seen Rochowsee und Twernsee sollte man sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad vornehmen, sie liegen in wenig besiedelter, fast menschenleerer Gegend, nur das Dörfchen Luhme zeugt noch von menschlichen Siedlungen. In diesen winzigen Seen liegt schon die Grenze zu Brandenburg. Am Zotzensee und Mössensee liegen die Campingplätze C42 und C25. Letzterer ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wasserwanderungen in diesem Teil der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, und der angekoppelte FKK - C25 ist weit über die Grenzen Mecklenburgs hinaus bekannt. Paddelt man vom Vilzsee aus östlich, so kommt man zum nächsten Teil der Kleinseenplatte, der ebenfalls sehr beliebt ist: man paddelt hier die bekannte "Rätzsee - Runde".
Fleether Mühle
Vom Vilzsee aus hat man zwei Möglichkeiten der Weiterfahrt: südöstlich über den kleinen See, der "Großer Peetschsee" heißt, zur Schleuse Diemitz und damit die Müritz-Havel-Wasserstraße weiter oder scharf östlich in die sogenannte Oberbeek. Diese führt uns direkt am Dörfchen Peetsch vorbei zur Fleether Mühle. Die Oberbeek ist wieder so eine romantische Seerosenlandschaft mit Sumpffarnufern, wie sie hier in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte häufig anzutreffen ist. An ihrem Ende liegt die Fleether Mühle, eine alte Sägemühle, dessen Gebäude Anfang der 2000er Jahre abbrannte. Hier war einst der Absturz des Wassers, das von der Müritz kommend in den nur 1 Meter tiefer liegenden Rätzsee floss. Heute gibt es einen etwas entfernteren Überlauf, direkt an der Fleether Mühle gibt es nur wenig Wasserüberlauf. Umso mehr Paddler nutzen diesen Dreh- und Angelpunkt, es geht hier an machen Tagen zu wie auf einer Pferdewechselstation des 19. Jahrhunderts. Dazu gibt es einen bekannten Kanuverleih, einen guten Wasserwanderrastplatz, einen ausgewachsenen Campingplatz, einen Bäcker mit Imbiß und Kiosk (keine Fritten!! darauf legt der dortige Chef "von allem" großen Wert) sowie einen Biergarten direkt an der Umtragestelle. Hier werden wichtige Kontakte zwischen Paddlern geknüpft, abends am Lagerfeuer Erfahrungen ausgetauscht und die neuesten Gerüchte verbreitet. An manchen Tagen gibt es hier auch sehr viele Mücken, das wollen wir hier nicht verschweigen. Man möchte jedem wünschen, solche Tage gerade nicht erwischt zu haben, ansonsten hilft eben das Mückendeo und das mückendichte Innenzelt.
Die Rätzsee - Runde
Nach Anreise zum Wasserwanderrastplatz Fleether Mühle paddeln wir am nächsten Tag eine Runde, die bei vielen Wasserwanderern sehr beliebt ist: die Rätzsee-Runde. Sie besticht durch ihre Ruhe, die landschaftliche Schönheit und das Format: 16 Kilometer sind auch mit Familie eine Tagestour, die gut zu bewältigen ist, wenn man ausgiebig pausiert. Wir sollten bei der Planung auf die Windrichtung achten, also bei Ostlagen eher "rechtsherum" paddeln. Den schönen Kanal zum Rätzsee, dann den Rätzsee selbst, Drosedower Bek oder zuerst einen Abstecher in den kleinen Zirtowsee, dann Gobenowsee, Dollbek, Großen Labussee, Schleuse Diemitz, Großen Peetschsee (sehr klein!) Vilzsee und wieder in die Oberbeek. Erst auf dem Labussee haben wir eventuell Motorbootsverkehr, aber man fährt sich aus dem Weg. Die Drosedower Bek und die Dollbek gehören zum Schönsten, was die Seenplatte zu bieten hat: sumpfige Ufer, Erlenbruch und trockener Kiefernwald wechseln sich ab, überall Sumpffarn, im Frühjahr viele Sumpfdotterblumen und im Sommer die Seerosen - all dies erzeugt eine bezaubernde Stimmung, die einen schnell vergessen läßt, wer man ist und was man sonst so tut. So etwas ist sehr erholsam, und wenn man dann noch einen See- oder Fischadler zu sehen bekommt oder womöglich ein Kranich am Ufer entlang spaziert, ist doch alles in Butter. Niemand kann sich diesem Zauber entziehen, und so verhalten sich auch die anderen Paddler, die man hier trifft, eher genießerisch, anstatt sportlich die Strecke abzureißen. Natürlich ist es ebenso gut, den Campingplatz C27 am Gobenowsee als Startpunkt zu wählen, hier ist man ebenfalls sehr paddlerfreundlich, wie übrigens fast überall auf der Mecklenburgischen Seenplatte.
Zehn-Seen-Rundfahrt
Eine weitere beliebte Rundtour ist die 10-Seen-Rundfahrt, wie wir sie in einem gesonderten Artikel beschrieben haben. Für eine genaue Beschreibung nutzen Sie bitte den Artikel. Diese Tour beginnt man klassischerweise in Wustrow, wo man beim Wasserwanderrastplatz sein Fahrzeug stehenlassen kann und nach weiterer Anfahrt übernachtet. Ohne Abstecher paddelt man etwa 33km, was am besten über 2 Tage verteilt werden sollte, damit der Genuß sich voll entfalten kann. Wie überall auf der Mecklenburgischen Seenplatte ist es auch hier möglich, sich für viele Erweiterungsmöglichkeiten zu entscheiden. Die 10-Seen-Rundfahrt starten wir also in Wustrow und paddeln dann an den Orten Ahrensberg, Priepert, Strasen (Schleuse), Pälitzhof, Canow (Schleuse), Seewalde und Neucanow vorbei, ehe wir wieder in Wustrow ankommen. Von den Orten selbst bekommt man nicht viel mit, man ist im Gegenteil fast ausschließlich in der Natur. Bitte lesen Sie den ausführlichen Bericht und die Daten in der Übersicht der "10-Seen-Rundfahrt".
Obere Havel - Quellseen
Wie bereits bei "Obere Havel" ausführlich mit allen wichtigen Daten beschrieben, bestimmt eine ganze Reihe von kleineren und mittleren Seen mitsamt der Oberen Havel und dem Kammerkanal das Bild nördlich von Wesenberg. Hier liegen die Orte Kratzeburg (Bahnhof), Granzin, Krienke, Babke (Fischerei mit gutem Fischimbiß und Wasserwanderrastplatz), Roggentin, Blankenförde, Zwenzow, Groß Quassow, Klein Quassow, Zierke und Neustrelitz, Below, Voßwinkel, Prälank und eben Wesenberg. 10 Seen werden von der Havel durchflossen, der Zierker See ist durch den Kammerkanal mit dem Woblitzsee verbunden (Schleuse Voßwinkel). Auch in diesem Gebiet gibt es ausreichend Campingplätze und Wasserwanderrastplätze, so daß man sich gerne viel Zeit lassen kann, diese Gegend in Ruhe zu erkunden. Es lohnt sich allemal, gerade auch den abgelegenen Ecken einen Besuch abzustetten, z.B. Wittpohl mit seinen ehemaligen Kalkgruben, die heute ein Dorado für Wasservögel sind. Es sieht hier so verwunschen aus, daß man Hemmungen haben könnte, hier hinein zu paddeln. Da hier aber der Ausflugsdampfer fährt, sollte man sich nicht genieren, auch mit dem Kanu bis zum Restaurant Wittpohl zu paddeln, um sich hier verwöhnen zu lassen. Die Havel - Quellseen darf man mit Ausnahme vom Käbelicksee (Kratzeburg) nicht weiter erkunden, da sie in der Kernzone des Müritz-Nationalparks liegen. Hier gibt es Tonnen, an denen man sich zur Durchfahrt orientiert. Allerdings ist es auch in der gesamten Südhälfte des Käbelicksees nicht gestattet, die Ufer zu betreten. Zu erwähnen wäre hier auch diese kleine Besonderheit: den kleinen Jamelsee bei Blankenförde erreicht man nur über einen sehr flachen Stichkanal, in dem man sein Kanu bestenfalls treideln kann. Belohnt wird die Mühe jedoch mit der Möglichkeit, den Campingplatz "Zum Hexenwäldchen" zu erreichen und den Jamelsee genießen zu können. Auch der Große Labussee bietet einen kleinen Abstecher, der Campingplatz "Familienpark" ganz am Südende des Sees, im Kleinen Labusee, wo wir zu Fuß schon ganz nahe an Wesenberg sind (1,2km bis zum Bahnhof). Wer übrigens mit der Bahn anreisen möchte, kann für einen Tourenstart sehr gut den Bahnhof Kratzeburg auswählen oder Groß Quassow. Bei letzterem ist man beim Aussteigen schon fast an der Havel: nur ein paar Meter trennen uns hier vom Ufer, In Kratzeburg sind es etwa 1km, da man auf der "falschen" Seite aussteigt und daher noch einen Umweg laufen muß. In Wesenberg selbst sind es vom Bahnhof bis zum Einsetzen im Hafen auch 1km, in Neustrelitz 1,5 - 2km. Zu sagen wäre noch, daß auch hier, im Gebiet der Havel - Quellseen, ohne Schwierigkeiten in beiden Richtungen gepaddelt werden kann, da es so gut wie keine Strömung gibt.
Abgelegene Seen und Wasserläufe
Außer den beschriebenen Hauptgebieten gibt es noch eine Menge mehr zu entdecken. Erwähnt sei hier das Gebiet westlich von Mirow mit dem Müritzarm, dem See "Nebel", dem Müritzsee, dem Müritzarm, dem Tralowsee, dem Thüren, dem Langhagensee usw, wo sich noch eine ganze Kette von kleinen Seen erhalten hat. Die meisten liegen im Verlauf der Oberen Elde, der Mönchssee, aus dem die Elde fließt, ist allerdings streng geschütztes Naturschutzgebiet. Aber bis dahin kann man die Obere Elde durchaus aufwärts paddeln und dabei den Kiever See, den Glambecksee und den Rönnbergsee genießen. Auch vom Woblitzsee zweigt noch ein einsames Gewässer ab, der Floßkanal, der ein kurzes Stück paddelbar ist, abhängig von Verkrautung und Wasserstand (das erste Stück absolut nur im Frühjahr, wenn die Verkrautung noch nicht stark voran geschritten ist). Um diese Kostbarkeiten zu entdecken, benutze man intensiv Google-maps oder -Earth, da kann man sehr gut sehen, wo es sich noch lohnen könnte. Daneben muß man sich aber immer erkundigen, ob es hier Einschränkungen oder Sperrungen gibt. Die Umweltämter geben gerne Auskunft.
Anschlußgewässer an die Mecklenburgische Kleinseenplatte
Natürlich könnte man die angrenzenden Gewässerketten ebenfalls noch mit zur Mecklenburgischen Kleinseenplatte rechnen, wie z.B. den Rheinsberger See, die Lychener Gewässer und die Feldberger Seenplatte. Wir finden jedoch, daß sie einer anderen Kategorie zuzuordnen sind und werden sie daher auch separat beschreiben. Andeutungsweise sei hier soviel erzählt: die Rheinsberger Gewässer erschließt man sich am besten, indem man sich einen geeigneten Campingplatz aussucht, z.B. am Tietzowsee, von dem aus man dann sternförmig in Tagestouren die Rheinsberger Seen und ihre interessante Verbindungskanäle erkundet. Das wäre bis in den Zechliner See und Schwarzer See, über den Dollgowsee bis in den Kagarschen Bach, in den Bikowsee, bis Rheinsberg über Schlabornsee, Rheinsberger See und Grienericksee. Die Feldberger Tour paddelt man am besten abwärts vom Breiten Luzin aus, indem man diverse Abstecher unternimmt und nach klaren, kleinen Seen und flachen Bächen (mitunter nur mit Landtransport je nach Wasserstand) schließlich über Lychen die Havel bei Himmelpfort erreicht. Mit gelegentlichem Landtransport kann man das weitaus meiste auch hier aufwärts paddeln. Mit Abstechern kann man sich auch hier viele Tage aufhalten, bis man den letzten Winkel erkundet hat. Gerade das lohnt sich am meisten!
Wandern und mit dem Fahrrad
Wir wollen nicht versäumen, unsere Leser eindringlich darauf hin zu weisen, daß das gesamte Gebiet rund um die Müritz nicht nur zum Paddeln interessant ist, sondern auch unglaublich einsame Gegenden zum Wandern und Fahrradfahren bietet. Gute Karten und Kompass oder GPS seien auch hier dringend empfohlen, sich ohne orientieren zu wollen, kann in stundenlangem Umherirren enden. Wie erbauend ist es doch, sich einfach eine längere Zeit ganz still an einen der wirklich unzähligen Seen in einem der Wälder zu setzen und alles zu vergessen, was einen bisher nicht hat zur Ruhe kommen lassen. Fische in metertief klarem Wasser beobachten zu können, ausgewachsene Hechte inmitten eines Schwarmes von Weißfischen oder Rotfedern - hier ist das keine Ausnahme. Niemand kann es schaffen, das gesamte Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte vollständig zu erkunden, wenn dafür nur die Urlaubszeiten zur Verfügung stehen. Lohnend ist es immer, auch zu jeder Jahreszeit, und man kann so manche Überraschung erleben, wenn man aufmerksam ist und mit den Zeichen etwas anfangen kann, die die Natur liefert. Ganz besonders seien die Jahreszeiten Frühjahr und Herbst empfohlen, auch zum Paddeln, da dann die Natureindrücke noch kräftiger sein können als im Sommer. Wir wünschen allen Besuchern der Mecklenburgischen Seenplatte gute Erholung und einfach eine schöne Zeit!